Anleihen: Was Griechenland-Anleger aus der Argentinien-Pleite lernen können

Anleihen: Was Griechenland-Anleger aus der Argentinien-Pleite lernen können

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Argentinien 2001: Reifen Brennen und Bürger kaufen panisch Dollar.

von Annina Reimann

Als Griechenland den Euro einführte, schlitterte Argentinien in den Staatsbankrott. Was mit den Bonds passierte, was Griechenland-Anleger aus der Pleite der Südamerikaner lernen können.

Reifen brennen, eine Demonstrantin schützt sich mit einem Tuch vor dem Rauch. Behelmte Polizisten stürmen mit Pferden auf die Masse los. Auf dem Hauptplatz prügeln drei Polizisten mit Stöcken auf einen Mann ein. Er liegt am Boden, ein Polizeihund reißt ein Loch in seine Jeans. Überall Proteste: gegen Sparmaßnahmen, hohe Arbeitslosigkeit, Lohn- und Rentenkürzungen.

Athen 2012? Nein, Buenos Aires 2001.

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Im Dezember vor zehn Jahren steuerte Argentinien auf den Staatsbankrott zu. In Athen wurden zur gleichen Zeit Starter-Kits mit den ersten Euro-Münzen verteilt.

Heute spielen sich in Athen Szenen ab, wie man sie 2001 in der argentinischen Hauptstadt besichtigen konnte. Zwischen beiden Ländern gibt es diverse Parallelen. Rund 20 Prozent der Argentinier waren 2001 arbeitslos, 20 Prozent der Griechen sind es heute. Griechenlands Wirtschaft dürfte 2012 mindestens 4,4 Prozent schrumpfen, so wie die Argentiniens 2001.

Die Schuldenquote Argentiniens verdoppelte sich von 1993 bis Ende 2001 auf 64 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Knapp 80 Prozent seiner Exporterlöse musste Argentinien zur Bedienung von Auslandsschulden aufwenden.

Heillos Überbewertet

Kernproblem ist der Wechselkurs. Argentinien hatte 1991 den Peso eins zu eins an den Dollar gekoppelt. Nur zehn Jahre später war der Peso so heillos überbewertet, dass die Regierung den Wechselkurs freigeben musste. Der Peso stürzte von einem Dollar bis auf unter 30 US-Cent.

Wirtschaftliche Ungleichgewichte zwischen zwei Ländern gleichen sich normalerweise über den Wechselkurs aus, die Währung des schwächeren Landes wird relativ weniger wert, was Exporten hilft. Ein griechischer Euro ist aber seit zehn Jahren faktisch so viel wert wie ein deutscher Euro – und der wurde zu teuer für die schwache griechische Wirtschaft.

Die liechtensteinische VP-Bank hat ausgerechnet, dass Griechenlands Währung gegen die deutsche bis zu 60 Prozent abwerten müsste.

Dies verhinderten die Retter einmal mehr: Athen soll im Euro bleiben, 130 Milliarden Euro bekommen. Anleger sollen auf 53,5 Prozent ihrer Forderungen (107 Milliarden Euro) verzichten und den Rest in niedrig verzinste Bonds umtauschen.

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