Anleihenkäufe: Anleger geben Spanien 4,6 Milliarden Euro

Anleihenkäufe: Anleger geben Spanien 4,6 Milliarden Euro

Trotz der möglichen Flucht Spaniens unter den EU-Rettungsschirm verschafft sich das Land am Kapitalmarkt Luft. Spanien platzierte rund 4,6 Milliarden Euro Anleihen und köderte die Investoren mit niedrigeren Renditen.

Trotz der Hängepartie um eine Flucht Spaniens unter den EU-Rettungsschirm verschafft sich das klamme Land am Kapitalmarkt weiter Luft. Bei der Kreditaufnahme profitierte der Staat am Dienstag weiter von der Interventionsabsicht der EZB in der Euro-Krise, auch wenn der Appetit der Anleger auf länger laufende Papiere nachließ. Das hoch verschuldete Land platzierte rund 4,6 Milliarden Euro Anleihen und konnte die Investoren mit niedrigeren Renditen ködern als zuletzt. Spaniens Vizeregierungschefin Soraya Saenz de Santamaria ließ allerdings offen, ob das Land nach dem Rettungsschirm greifen wird. Die Bedingungen würden weiter geprüft, sagte die Stellvertreterin von Ministerpräsident Mariano Rajoy.

Märkte warten auf Rettungsantrag

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Spanien zahlte bei der Emission von Anleihen mit einer Laufzeit von zwölf Monaten nur noch eine Durchschnittsrendite von 2,83 Prozent nach 3,07 Prozent bei einer vorigen Auktion. Der Zins bei Anleihen mit 18 Monaten Laufzeit fiel auf etwa 3,07 von rund 3,33 Prozent. Allerdings ließ die Nachfrage nach den anderthalbjährigen Papieren nach: Die Versteigerung war 3,6-fach überzeichnet, im August hatte die Nachfrage das Angebot noch um das Vierfache überstiegen. "Die Märkte warten darauf, dass Spanien Hilfe beantragt. Das ist jetzt politisch alles noch in der Schwebe", sagt Analyst Jo Tomkins von 4Cast. Sollte Rajoy zu lange zögern, werde er "Frustration am Markt" auslösen, warnte der Experte. Auch EZB-Ratsmitglied Luc Coene hatte jüngst mahnende Worte Richtung Madrid gerichtet und einen Anstieg der Renditen vorhergesagt, falls Spanien den Gang unter den Rettungsschirm zu lange hinauszögere.

Faule Bankenkredite steigen auf Rekordhöhe

EZB-Chef Mario Draghi hatte mit der Ankündigung, unter den Rettungsschirm schlüpfenden Staaten mit Stützungskäufen am Anleihenmarkt beistehen zu wollen, für fallende Renditen klammer Länder wie Spanien und Italien gesorgt. Kurz nach dem Signal der EZB zum Kauf von Staatsanleihen hat Spanien zwei- bis vierjährige Bonds platziert und kassierte dafür rund 3,5 Milliarden Euro von Investoren. Die Renditen für die Papiere sanken kräftig. Bei Anleihen mit einer Laufzeit bis 2015 fielen sie durchschnittlich auf 3,7 von zuvor 5,1 Prozent. Bei Papieren bis 2016 sackten die Renditen auf 4,6 von 5,9 Prozent, bei zweijährigen Anleihen lagen sie bei 2,8 Prozent.

"Die robuste Nachfrage ist sicher getrieben durch die Hoffnung der Märkte, dass die EZB einen effektiven Plan vorlegen wird, um die südlichen Euroländer zu unterstützen", sagte Analystin Annalisa Piazza von Newedge Strategy. Auch die Rendite der Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit hatte sich nach der Ankündigung Draghis von rund sieben auf 6,66 Prozent verbessert. Mittlerweile hat sie sich bei 5,99 Prozent eingependelt.

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Viel mehr wird bei den langfristigen Papieren aber wohl nicht drin sein - dafür sind die Probleme Spaniens zu groß. Die Regierung in Madrid hat zwar bereits Hilfen für Banken beantragt. Sie konnte sich jedoch bislang nicht zu einem vollen Hilfsprogramm in Milliardenhöhe durchringen, das womöglich mit härteren Auflagen verbunden sein könnte. Das Land sitzt auf einem hohe Schuldenberg, den zu einem großen Teil die autonomen Regionen angehäuft haben. Spanien steckt nach dem Platzen einer Immobilienblase zudem in einer hartnäckigen Rezession, und der marode Bankensektor kämpft mit faulen Krediten in Rekordhöhe: Im Juli summierte sich ihr Anteil an den ausstehenden Darlehen auf 9,9 Prozent.

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