Anti-Terror-Razzia in Brüssel: Verdächtiger wird bei Polizeieinsatz getötet

Anti-Terror-Razzia in Brüssel: Verdächtiger wird bei Polizeieinsatz getötet

, aktualisiert 15. März 2016, 19:57 Uhr

In Belgien gab es eine Razzia der belgischen Polizei. Dabei fielen auch Schüsse. Die Aktion steht im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu den Pariser Terroranschlägen. Ein Verdächtiger ist auf der Flucht.

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Ein belgischer Polizist des Sondereinsatzkommandos am Rande der Anti-Terror-Razzia am Dienstag in einem Vorort von Brüssel.

In Brüssel ist bei einem Anti-Terror-Einsatz der belgischen und französischen Polizei ein Verdächtiger getötet worden. Das berichtete die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft . Ein Bewaffneter ist auf der Flucht. Zudem seien vier Polizisten verletzt worden, sagte die belgische Polizei. Laut Staatsanwaltschaft stand die Razzia im Zusammenhang mit den islamistischen Anschlägen von Paris. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, Polizeikräfte seines Landes seien an dem Einsatz in Brüssel beteiligt. Die vier verletzten belgischen Beamten seien mit schweren Waffen beschossen worden, sagte er bei einer Pressekonferenz in Abidjan.

Aus Polizeikreisen verlautete am Abend, der Tote sei nach Erstürmung einer Wohnung in der Gemeinde Forest (Vorst) in der belgischen Hauptstadtregion gefunden worden. Unklar war, ob es sich bei dem toten Mann um einen der Gesuchten handelte.

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Der Einsatz war am Nachmittag in Gewalt umgeschlagen, als mindestens ein Verdächtiger auf Polizeibeamte durch eine Tür hindurch schoss. Die vier Beamten seien nicht schwer verletzt worden, hieß es weiter.

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Nach den ersten Schüssen sperrte die Polizei die Gegend weiträumig ab, ein Hubschrauber überflog das Gebiet. Sondereinsatzkräfte waren vor Ort, Straßen wurden gesperrt. Mehrere Hundert Schaulustige versammelten sich in dem Stadtteil, der multikulturell geprägt ist. In der Nähe befindet sich eine Fabrik der VW-Marke Audi. Deren Mitarbeiter wurden aufgefordert, in den Gebäuden zu bleiben, während der Einsatz anhalte.

Eine naheliegende Grundschule wurde vorsorglich abgeriegelt. Anwohner wurden nach eigenen Angaben von der Polizei aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben.

Zwei Verdächtige hätten sich zunächst offensichtlich verbarrikadiert, sagte der Bürgermeister von Forest, Marc-Jean Ghyssels, den örtlichen Medien. Es war zunächst nicht klar, ob diese beiden anschließend flohen oder ob die Polizei nach noch mehr Verdächtigen suchte. Der Einsatz sei noch im Gange, sagte ein Polizeisprecher am Nachmittag. Unklar war den Angaben zufolge auch, ob die drei Polizisten von Kugeln getroffen wurden oder sich auf andere Weise verletzten.

Seit den Attentaten vom 13. November, fehlt unter anderen immer noch jede Spur von dem international gesuchten Salah Abdeslam. Er soll die Attentäter logistisch unterstützt haben. Ob sich der Einsatz vom Dienstag um ihn drehte, war zunächst nicht bekannt. Sein Bruder Brahim war einer der Selbstmordattentäter von Paris gewesen. Wie andere berüchtigte Islamisten auch wuchs er im Brüsseler Stadtteil Molenbeek auf. Dieser gilt als belgische Islamistenhochburg.

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In Brüssel waren nach den Pariser Anschlägen die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Insbesondere der Stadtteil Molenbeek gilt als Drehkreuz für europäische Dschihadisten. Dort haben auch mindestens zwei der mutmaßlichen Attentäter gelebt, die nach Erkenntnissen der Ermittler an den Anschlägen der radikalislamischen Miliz IS in Paris im November beteiligt waren, bei denen 130 Menschen getötet wurden.

Der in Brüssel geborene Hauptverdächtige Salah Abdeslam ist weiter auf der Flucht. Die belgische Polizei hat nach den Anschlägen mittlerweile zehn Verdächtige festgenommen.

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