Arbeitslosenzahlen: Arbeitslosenquote in der EU bleibt konstant

Arbeitslosenzahlen: Arbeitslosenquote in der EU bleibt konstant

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Schlange vor einem Jobcenter in Madrid: Auf Platz zwei der Schlusslichter im Euroraum stand im August Spanien mit einer Arbeitslosenquote von 22,2 Prozent.

Mehr als jeder Zehnte im erwerbsfähigen Alter hat in den Euro-Staaten keinen Job. Am besten ist die Lage in Deutschland, Schlusslicht ist erneut das kriselnde Griechenland.

Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone verharrt auf dem niedrigsten Stand seit dreieinhalb Jahren: Die Quote lag im August in den 19 Ländern mit der Gemeinschaftswährung bei 11,0 Prozent, wie das Europäische Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Damit ist sie den dritten Monat in Folge unverändert. Niedriger lag die Quote zuletzt im Februar 2012 mit damals 10,9 Prozent. Den zunächst für Juli veröffentlichten Wert von ebenfalls 10,9 Prozent revidierten die Statistiker inzwischen um 0,1 Prozentpunkte nach oben.

Die Zahl der Menschen ohne Job ging im Vergleich zum Vormonat allerdings nur minimal zurück. Im August waren insgesamt 17,6 Millionen Frauen und Männer arbeitslos, etwa 1000 weniger als im Juli. Zum Vergleich: Im August 2014 waren noch 18,5 Millionen ohne Beschäftigung.

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Was droht Griechenland und seinen Banken?

  • Warum akzeptiert die EZB keine Hellas-Anleihen mehr?

    Die EZB verleiht Geld nur an Geschäftsbanken, die als Sicherheiten Wertpapiere hinterlegen, denen Ratingagenturen gute Noten geben. Das ist bei Griechenland-Anleihen nicht der Fall. Bislang machten die Währungshüter eine Ausnahme, weil Athen ein EU-Sanierungsprogramm mit harten Reformauflagen durchlief. Diese Grundlage ist nun weggefallen: Die Regierung des linksgerichteten Ministerpräsidenten Alexis Tsipras lehnt das EU-Rettungsprogramm ab. Die EZB begründete ihre Entscheidung damit, dass man im Moment nicht davon ausgehen könne, dass Hellas sein Reformprogramm erfolgreich abschließen wird.

  • Um wie viel Geld geht es?

    Ende Dezember 2014 hatten sich die griechischen Banken rund 56 Milliarden Euro bei der EZB beschafft. Davon entfielen nach Angaben der Commerzbank 47 Milliarden Euro auf kurzfristige Geschäfte, die inzwischen ausgelaufen sein dürften - und die nur wiederholt werden können, wenn die Institute andere Sicherheiten haben als griechische Staatsanleihen. Die übrigen neun Milliarden Euro steckten in Langfristgeschäften. „Das Geld muss zurückbezahlt werden, wenn es in diesem Umfang keine anderen Sicherheiten gibt“, sagt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

  • Geht griechischen Banken nun sofort das Geld aus?

    Nein. Die Institute können vorerst bei der griechischen Zentralbank ELA-Notkredite nachfragen. Der EZB-Rat hat dafür ein Volumen von bis zu rund 60 Milliarden Euro bewilligt. Damit könnte das Refinanzierungsvolumen griechischer Banken bei der EZB vollständig in eine ELA-Finanzierung überführt werden, schreiben Ökonomen der BayernLB: „Es wäre aber nur wenig Raum vorhanden, um einen weiteren Abfluss von Einlagen zu kompensieren.“ Ein weiterer Haken für die Banken: EZB-Kredite kosten aktuell 0,05 Prozent, ELA-Notkredite 1,55 Prozent. Der Vorteil für die EZB und Europas Steuerzahler: Sie müssen nicht geradestehen, wenn die Kredite ausfallen. Das Risiko liegt bei der Zentralbank in Athen und damit beim Steuerzahler Griechenlands.

  • Können sich die Banken auf die Notkredite verlassen?

    Nein. Der EZB-Rat kann diesen Geldhahn mit Zwei-Drittel-Mehrheit zudrehen. ELA darf nur an Institute vergeben werden, die zwar vorübergehende Liquiditätsengpässe haben, aber solvent sind. Das wird ohne ein Hilfsprogramm oder zumindest die begründete Erwartung, dass ein neues Programm schnell in Kraft tritt, unwahrscheinlicher. Die Experten der BayernLB sind daher überzeugt: „Sollte sich Griechenland mit seinen Gläubigern bis Ende Februar nicht zumindest auf eine Brückenfinanzierung einigen, ist damit zu rechnen, dass die EZB griechische Banken von der ELA-Finanzierung ausschließt.“

  • Was droht, wenn die EZB auch Notkredite verbietet?

    Dann dürfte den Banken sehr schnell das Geld ausgehen. „Wenn die EZB ELA abklemmt, haben die Institute keinen Zugriff mehr aus EZB-Liquidität. Das wäre der Rausschmiss, Griechenland würde die Währungsunion faktisch verlassen“, sagt Commerzbank-Experte Krämer. Daher sei die Entscheidung auch eine politische. Experten der UBS sehen das ähnlich: „In dem Moment, in dem die EZB das ELA-Fenster schließt, müssen die Verhandlungspartner entweder sofort Kompromisse finden, oder Griechenlands Banken kommen nicht mehr an Geld.“ Um einen Bankenkollaps zu verhindern, müsse Athen dann umgehend eine eigene Währung einführen: „Das wäre das Ende Griechenlands im Euroraum und könnte eine gefährliche Kettenreaktion in Gang setzen.“

  • Wie könnte ein Kompromiss aussehen?

    Denkbar wäre, die Laufzeit der Hilfskredite zu verlängern oder den Schuldendienst vorrübergehend auszusetzen. Krämer erwartet, dass am Ende auch die Bundesregierung einem „faulen Kompromiss“ zustimmen würde: „Denn bei einem Austritt Griechenlands schlitterte das Land ins Chaos und die Bundesregierung müsste ihren Wählern erklären, dass die direkt und indirekt auf Deutschland entfallenen Hilfskredite an Griechenland in Höhe von 61 Milliarden Euro verloren wären.“

Die höchste Quote verzeichnete nach jüngsten Zahlen vom Juni erneut Griechenland mit 25,2 Prozent. Auf Platz zwei der Schlusslichter im Euroraum stand im August Spanien mit einer Arbeitslosenquote von 22,2 Prozent. Gegenüber Juli war diese zwar unverändert - im August des Vorjahres sah es mit 24,2 Prozent allerdings noch schlechter aus. Spanien zählt damit zu den EU-Ländern, die die stärksten Rückgänge meldeten.

Verbessert hat sich die Lage von jungen Menschen unter 25 Jahren im Euroraum im Jahresverlauf. Die Jugendarbeitslosigkeit ging im Vergleich zum August 2014 von 23,6 Prozent auf nun 22,3 Prozent oder 3,1 Millionen zurück. Diese Werte sind aber nicht unmittelbar vergleichbar mit der Arbeitslosenquote insgesamt: Studenten ohne Job werden ausgeklammert, das verkleinert die Bezugsgruppe. Dadurch fällt jeder einzelne Arbeitslose mehr ins Gewicht.

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Von den 19 Euroländern verzeichnete Deutschland im August die niedrigste Arbeitslosenquote mit 4,5 Prozent. Die Bundesagentur für Arbeit meldete am Mittwoch zwar eine Quote von 6,2 Prozent für September. Allerdings unterscheiden sich die Berechnungsmethoden der Nürnberger und Luxemburger Statistiker. Laut Arbeitsagentur sank die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im September um 88.000 auf 2,708 Millionen.

Im Schnitt aller 28 EU-Staaten lag die Arbeitslosigkeit laut Eurostat im August bei 9,5 Prozent. Das entspricht 23,02 Millionen Menschen.

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