Arnaud Montebourg: Der Mann, der Frankreichs Wirtschaft retten soll

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Arnaud Montebourg: Der Mann, der Frankreichs Wirtschaft retten soll

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"Mein Amt ist ein Klacks" Arnaud Montebourg, Frankreichs Minister für die Belebung der Produktivität

von Karin Finkenzeller

Der Sozialist und Globalisierungskritiker Arnaud Montebourg ist "Minister für Produktivitätsbelebung". In der Wirtschaft genießt er wenig Vertrauen.

Der Minister versucht es mit Humor. "Tom Cruise musste in ,Mission Impossible 4‘ den Burj Khalifa in Dubai hochklettern. Dagegen ist mein Amt ein Klacks", ulkte jüngst Arnaud Montebourg. Anderenorts hieße der Mann Wirtschafts- oder Industrieminister, in Frankreich trägt er den klangvollen Titel "Ministre du Redressement productif". Was so viel heißt wie "Minister für Produktivitätsbelebung". Sein Auftrag: die Rettung der angeschlagenen französischen Wirtschaft.

Bisher kann Montebourg keine Erfolge vorweisen

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Montebourg ist eine schillernde und umstrittene Figur. Bundeskanzlerin Angela Merkel hielt er in der Debatte um die Euro-Schuldenkrise eine Expansionspolitik nach dem Vorbild von Reichskanzler Bismarck vor. Die Globalisierung ist für ihn von Übel, und weil das viele Wähler der französischen Linken genauso sehen, kam er im Herbst 2011 bei den Vorwahlen der Sozialisten zur Bestimmung ihres Präsidentschaftskandidaten auf Platz drei. Nach dem Wahlsieg von François Hollande im Mai 2012 führte an einem Regierungsposten für Montebourg kein Weg vorbei.

Ungleiche Nachbarn. Exportquote in Frankreich und Deutschland

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Irgendwelche Erfolge kann der Sozialist bislang nicht vorweisen. Statt die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern, geht der Minister auf Konfrontation und verschreckt Investoren durch krude interventionistische Vorstöße.

Beispiel Stahlindustrie: In Lothringen hat ArcelorMittal 2011 zwei Hochöfen stillgelegt. Montebourg kündigte vor der aufgebrachten Belegschaft eine "Kraftprobe" an und ein Gesetz, das Unternehmer zwingen werde, profitable Betriebsteile zu verkaufen anstatt aufzugeben. Binnen drei Monaten werde es in Kraft treten. In Paris wundert man sich. So einen Gesetzentwurf kannten die Kabinettskollegen nicht.

Die Autoindustrie leidet

Besonders dramatisch steht es um die französische Autoindustrie, an der jeder zehnte Job im Land hängt. PSA Peugeot Citroën und Renault leiden unter der Krise in Europas Süden. In der EU verkaufte PSA bis September 13 Prozent weniger Autos als 2011. Das Unternehmen verliert jeden Monat 200 Millionen Euro und hat den Abbau von 8000 Stellen angekündigt. "Nicht akzeptabel", schimpft Montebourg und ätzt gegen die "Heuchler" der Eigentümerfamilie Peugeot, die hohe Dividenden einstecke. Dass der französische Staat mit sieben Milliarden Euro für die angeschlagene PSA-Autobank bürgen musste, hielt Montebourg für ein prima Faustpfand. Je ein Vertreter der Regierung und der Mitarbeiter ziehen nun als Gegenleistung in den PSA-Aufsichtsrat ein.

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