Atom-Sicherheit: Deutschland und Belgien wollen zusammen arbeiten

Atom-Sicherheit: Deutschland und Belgien wollen zusammen arbeiten

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Jan Jambon und Barbara Hendricks.

Eine Pannenserie in belgischen Atommeilern hat vielen Menschen im Grenzgebiet Angst vor einem Nuklearunfall eingejagt. Bei einem Besuch der deutschen Umweltministerin zeigt Brüssel sich kompromissbereit.

Nach einer Reihe von Pannen in belgischen Atomkraftwerken wollen Deutschland und Belgien bei der Reaktorsicherheit künftig enger kooperieren. Ziel sei ein Abkommen für eine ständige und verlässliche Zusammenarbeit, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) nach einem Treffen mit dem für Reaktorsicherheit zuständigen belgischen Innenminister Jan Jambon und Energieministerin Marie-Christine Marghem.

Hintergrund der Gespräche sind Pannen in den beiden grenznahen belgischen Atomkraftwerken Doel 3 und Tihange 2. Die Reaktoren waren nach Zwischenfällen vom Netz genommen worden; auch bei der erneuten Inbetriebnahme lief nicht alles glatt.

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Welche deutschen Atomkraftwerke demnächst vom Netz gehen

  • bis 12/2017

    Grundremmigen B (RWE/E.On): –1344 MW

  • bis 12/2019

    Philippsburg II (EnBW): –1468 MW

  • bis 12/2021

    Grundremmigen C (RWE/E.On): -1344 MW

    Brokdorf (E.On/Vattenfall): -1480 MW

    Grohnde (E.On/Stadtwerke Bielefeld): -1430 MW

    Insgesamt: -4254 MW

  • bis 12/2022

    Neckarwestheim II (EnBW): -1400 MW

    Emsland (RWE/E.On): -1400 MW

    Isar II: (E.On/Stadtwerke München): -1485 MW

    Insgesamt: -4285 MW

In Zukunft seien nun auch gegenseitige, grenzübergreifende Inspektionen in Kraftwerken geplant, sagte Hendricks weiter. Im März solle eine gemeinsame Arbeitsgruppe auf Fachebene zusammenkommen. Zuvor werde Belgien eine Liste mit Fragen beantworten, die Deutschland im Januar an die belgische Atomaufsicht übergeben hatte.

„Wir sind weiterhin besorgt, was den Zustand der beiden Reaktorblöcke angeht“, sagte Hendricks. Beide wiesen Risse auf, die Probleme seien noch nicht vollständig ausgeräumt. „Wir hätten es begrüßt, wenn die beiden Reaktorblöcke nicht wieder angefahren worden wären.“

Weitere Artikel

Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter fordert Konsequenzen aus den jüngsten Zwischenfällen in belgischen Atomkraftwerken. Marode Meiler wie Tihange und Doel seien ein unbeherrschbares Risiko und müssten abgeschaltet werden, sagte Peter am Montag in Berlin.

Die Städteregion Aachen führt nun eine Klage gegen das Akw Tihange an. Auf breiter Ebene haben sich hier Kreise und Kommunen aus Rheinland-Pfalz und den Niederlanden angeschlossen.

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