Aufgeheizte Lage in Kiew: EU-Kommissar Füle fordert Ende der Gewalt

Aufgeheizte Lage in Kiew: EU-Kommissar Füle fordert Ende der Gewalt

In Kiew stehen sich gewaltbereite Demonstranten und Sondereinheiten der Polizei weiter gegenüber. Der prorussische Präsident Janukowitsch ernennt einen „Hardliner“ zum neuen Verwaltungschef der Hauptstadt. Die prowestlichen Regierungsgegner um Klitschko geben aber nicht auf.

Im ukrainischen Machtkampf ist es nach einem kurzen Waffenstillstand zu neuen Zusammenstößen zwischen gewaltbereiten Demonstranten und Sondereinheiten der Polizei gekommen. Die Sicherheitskräfte drohten den hinter Barrikaden verschanzten Regierungsgegnern in Kiew am Samstag mit einer Offensive, sollten sie nicht zwei entführte Milizionäre herausgeben. Die Demonstranten wiesen die Schuld am Verschwinden der Polizisten zurück.

Nach dem Agrarministerium besetzten Regierungsgegner Büros des Energieministeriums. Der prorussische Präsident Viktor Janukowitsch ernannte unterdessen seinen Vertrauten Wladimir Makejenko zum neuen Chef der Verwaltung in Kiew. Der bisherige Parlamentsabgeordnete Makejenko, der in Russland geboren ist, gilt als Befürworter einer „harten Linie“ gegen die prowestlichen Demonstranten.

Der Oppositionspolitiker Arseni Jazenjuk sprach sich mit Nachdruck für eine Beteiligung des Europarats zur Beilegung des seit zwei Monaten andauernden Konflikts in der Ex-Sowjetrepublik aus. „Ohne Vermittlung unserer westlichen Partner wird die politische Krise nur schwer zu beenden sein“, sagte er nach einem Treffen mit EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle in Kiew. Füle forderte beide Seiten auf, die Gewalt zu stoppen und den Dialog fortzusetzen.

Präsident Janukowitsch stellte zuletzt zwar Zugeständnisse in Aussicht. Die Regierungsgegner sehen dies jedoch nur als „Hinhaltetaktik“. Der Oppositionspolitiker Vitali Klitschko fordert Janukowitschs Rücktritt. Der Präsident versuche, sich „um den Preis von Blut und Destabilisierung an der Macht zu halten“, sagte der frühere Boxer. Demonstranten in Kiew warfen in der Nacht wieder Steine und Brandsätze auf Sicherheitskräfte. Polizisten attackierten Regierungsgegner mit Blendgranaten und Tränengas. Erneut brannten Barrikaden. Für zusätzliche Spannungen sorgte eine Mitteilung des Innenministeriums, dass abseits der Zusammenstöße die Leiche eines Polizisten gefunden wurde. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Bisher bestätigten die Behörden drei tote Aktivisten. Hunderte Menschen wurden verletzt, darunter auch viele Sicherheitskräfte.

weitere Artikel

Im nationalistisch geprägten Westen des Landes hielten Demonstranten in mehreren Städten weiter offizielle Gebäude besetzt. In Winniza stürmten Regierungsgegner den Sitz des örtlichen Rats. Die Miliz lasse die Demonstranten gewähren, sagte ein Parteikollege der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow lobte unterdessen in Moskau die Rolle des Westens als „konstruktiver“ als zu Beginn des Machtkampfs in Kiew. Bei Gesprächen am Rande der Syrien-Friedenskonferenz in Montreux habe er den Eindruck gewonnen, dass Spitzenpolitiker der EU und USA mittlerweile die Lage in der Ukraine „besser verstehen“ würden, sagte er im Staatsfernsehen. Die Proteste waren ausgebrochen, nachdem Janukowitsch im November auf Druck Russlands ein von der Opposition als historische Chance betrachtetes Annäherungsabkommen mit der EU auf Eis gelegt hatte.

Anzeige
Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%