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Aufruf gegen die EZB-Kritik: Ökonomen verteidigen EZB-Strategie

28. Juli 2013

In einem Aufruf hat sich eine Gruppe von internationalen Ökonomen gegen die deutsche Kritik an der Europäischen Zentralbank gewendet. Die Einwände seien "schädlich" für Europa.

In dem zweitseitigen Schreiben, das "Zeit Online" vorliegt haben die Ökonomen die Europäische Zentralbank gegen Kritiker aus Deutschland in Schutz genommen: Die Angriffe gegen die Zentralbank seien "substantiell falsch" und "schädlich für Europa und die Weltwirtschaft".

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Unter den Ökonomen ist auch der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher - auch die Wirtschaftsweisen Beatrice Weder di Mauro gehört zu den Initiatoren. Mittlerweile, so die Angaben des DIW, haben 100 Ökonomen den Aufruf unterzeichnet, darunter wohl auch Nobelpreisträger für Ökonomie. Sie werfen den Kritikern vor, ein "falsches Verständnis" von den Aufgaben einer Zentralbank zu haben. Die EZB müsse zu jeder Zeit sicherstellen, dass ihre geldpolitischen Instrumente wirksam bleiben – selbst wenn dafür "unkonventionelle" Mittel zum Einsatz kommen müssten. Sonst könne sie ihr Mandat nicht erfüllen, heißt es in dem Schreiben, das "Zeit Online" vorliegt.

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Die Ökonomen argumentieren in ihrem Schreiben, dass es der EZB gelungen sei, die Liquidität zu verbessern, einen Bank-Run zu verhindern, Unsicherheit und Volatilität an den Finanzmärkten zu reduzieren, die Fremdkapitalkosten für Staaten, Banken und Unternehmen zu senken, und das Vertrauen in die Nachhaltigkeit des Euros und die Aussichten der Wirtschaft im Euro-Raum zu verbessern. Letztlich habe Deutschland auch von positiven Effekten profitiert.

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Kommentare | 7Alle Kommentare
  • 28.07.2013, 19:00 Uhrmichel

    Ja, was soll man zu soviel "geballter Kompetenz" sagen, noch dazu als "einfacher Bürger" ohne Qualifikation in Währungsangelegenheiten. Bisher war mein Verständnis so, das jemand der Schulden macht diese auch bezahlen muss, und wer Geld verleiht muss Schuldner so prüfen und auswählen, das dies auch gewährleistet ist. Da natürlich niemand verlässlich voraussagen kann, ob ein Schuldner auch über die gesamte Laufzeit des Kredites zahlungsfähig bleiben wird, ist mit einem kalkulierbaren Maß an Ausfällen zu rechnen, was ja auch einkalkuliert und tragbar ist, solange der Geldverleiher die Zeche zahlt. "Spezialisten" der Finanzwirtschaft und Politik aber haben aus diesem doch relativ klaren und funktionierenden Konzept etwas völlig anderes gemacht. Der Kredit wurde massiv ausgeweitet um Wachstum zu erzeugen und das Risiko der Kreditausfälle wurde vom Geldgeber "irgendwohin ausgelagert". Das führte dann zu noch mehr Kreditvergaben die nebenbei Blasen an einigen Märkten erzeugten und zu Preiserhöhungen die nichts mit der "realen Wirklichkeit" zu tun hatten. Jetzt haben wir zumindest "virtuelle" eine gewaltige Geldmenge im Umlauf, Kreditgeld natürlich, und reihenweise fallen die Kreditnehmer aus und die besicherten Werte sinken. Die Dimension dieser Ausfälle hat Ausmaße angenommen, die nicht mehr kontrollierbar sind da eigentlich Schuldenschnitte eingeleitet werden müssten um wieder ein Gleichgewicht "Schulden reale Wirtschaftsleistung" herzustellen. Aber dann wäre die "Party der wundersamen Geldvermehrung vorbei" und viele vermeintliche Vermögen lösen in "Nichts auf". Da kommt man auf die glorreiche Idee, die Zentralbanken nicht nur das ausfallende Kreditgeld drucken zu lassen, sondern auch noch alles Geld was sonst so benötigt wird um Wachstum und Beschäftigung sicher zu stellen. Zwischenzeitlich werden erst einmal bestehende Kredite auf alle umgelegt um noch etwas Zeit zu schinden. Klasse, endlich haben wir einen Weg gefunden, sorgenlos in die Zukunft zu blicken. Danke.

  • 28.07.2013, 21:29 UhrBill

    Das Marcel Fratschner nicht die erste Wahl für die Position beim DIW war ist bekannt. Fratschner gilt als Träumer. Die anderen Ökonomen kenne ich nicht. Im IfO Institut hat letzthin eine französische Ökonomin erklärt das die Target2 Salden eine belanglose Verrechnungseinheit seien; durchsichtiger Nationalismus weil Frankreich davon profitiert. Auch im Sozialismus gab es Ökonomen die darin ein funktionierendes Wirtschaftssystem erkennen wollten. Nicht zuletzt ist Wahlkampf. Ein gefälliges Gutachten erhöht die Chancen auf Forschungsgelder (übrigens nicht nur in puncto Euro).

  • 29.07.2013, 00:17 Uhrazaziel

    Seit Tagen geistert der Aufruf von ueber 100 “namhaften” Oekonomen durch die Online Medien, ohne dass man den Originaltext lesen kann. Am meisten interessieren mich allerdings die Namen der “namhaften” Oekonomen. Der Aufruf “liegt der Zeit Online” vor. Zwei Seiten ins Netz zu stellen kann ja kein Problem sein. Und vertraulich kann so ein Aufruf doch wohl auch nicht sein. Wo also bleibt der Aufruf? Oder ist das alles heisse Propagandaluft? Oder haben die Nobelpreistraeger darum gebeten ihre Zustimmung zum Aufruf vertraulich zu behhandeln?

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