Aufstände: Ukrainische Truppen nehmen zwei Separatisten-Hochburgen ein

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Aufstände: Ukrainische Truppen nehmen zwei Separatisten-Hochburgen ein

, aktualisiert 06. Juli 2014, 12:27 Uhr
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Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben die Rebellenhochburg Slawjansk zurückerobert.

Kiews Truppen nehmen zwei Separatisten-Hochburgen ein. Die Aufständischen sammeln sich in Donezk. Präsident Poroschenko sieht sich in seinem Kurs bestätigt. Was wird aus den Friedensbemühungen?

Inmitten der Bemühungen um eine Waffenruhe hat die ukrainische Armee nach wochenlangen Gefechten zwei Separatisten-Hochburgen zurückerobert. Die prorussischen Aufständischen zogen sich aus Slawjansk und Kramatorsk in Richtung Donezk zurück. Die Zentralregierung in Kiew sprach von „einem der größten Siege“ seit Beginn des „Anti-Terror-Einsatzes“ Mitte April. Präsident Petro Poroschenko kündigte eine Fortsetzung der Offensive an. Unklarheit herrschte über ein ursprünglich für Samstag angedachtes Krisentreffen.

In der Ostukraine kämpfen militante prorussische Kräfte um die Unabhängigkeit der nicht anerkannten „Volksrepubliken Donezk und Lugansk“. Die Aufständischen hoffen weiter auf militärische Hilfe von Kremlchef Wladimir Putin und einen Einmarsch russischer Truppen.

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„Ich bin von Euphorie weit entfernt. Die Lage bleibt sehr kompliziert. Die Terroristen graben sich nun in den großen Städten ein“, sagte Poroschenko in Kiew. Die Erfolge gäben ihm aber recht, dass er die am Montag abgelaufene Waffenruhe nicht verlängert habe. „Die Kämpfer haben die Feuerpause nicht unterstützt. Jetzt erhalten sie ihre verdiente Strafe dafür.“

Nachhuten der Aufständischen, die den Abzug ihrer Kameraden aus Slawjansk und Kramatorsk sichern sollten, gerieten am späten Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag unter Artilleriebeschuss. Anwohner berichteten von heftigem Trommelfeuer und Bränden in den Vororten der einstigen Hochburgen, meldete die russische Agentur Ria-Nowosti.

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Erdgas Quelle: dpa

Separatisten treffen in Donezk ein

In Donezk trafen unterdessen größere Verbände der Separatisten ein. Die Fahrzeugkolonnen, in denen auch Panzer und Schützenpanzer gesichtet wurden, erreichten am Samstagabend die Zufahrten zu der Stadt, wie die russische Agentur Itar-Tass meldete. „Keine Angst, das sind nicht die Panzer, vor denen sie Angst haben müssen“, versuchten die Separatisten, die Bevölkerung zu beruhigen. Die bewaffneten Aufständischen seien umgehend in die Verteidigungslinien rund um Donezk eingegliedert worden.

Nach Angaben der Regierung hisste das Militär zum Zeichen der Rückeroberung die ukrainische Flagge über dem Rathaus von Slawjansk. Poroschenko befahl, unverzüglich Brot, Wasser, Zucker und Fleisch in die befreiten Orte zu bringen. „Außerdem sind bereits Arbeiter auf dem Weg, um die zerstörten Gebäude sowie Wasser- und Energieleitungen zu reparieren“, betonte der Präsident. Nach Darstellung der russischen Agentur Ria-Nowosti begannen umfangreiche Personenkontrollen in Slawjansk, zahlreiche Verdächtige seien festgenommen worden.

Die Aufständischen wollten nicht von einer Niederlage reden. Die Kämpfer seien nicht vor der Armee aus Slawjansk geflohen, sondern sie hätten lediglich zum Schutz der Zivilbevölkerung die Stellung gewechselt, sagte der Separatistenanführer Andrej Purgin. „Unser Widerstand ist nicht gebrochen.“

Kämpfe sollen in einigen Wochen vorbei sein

Der Ukraine-Sonderbeauftragte des russischen Außenministeriums, Konstantin Dolgow, rechnet mit einem zeitnahen Ende der Kämpfe. Die „heiße Phase“ könne in einigen Wochen vorbei sein. „Die Überwindung dieser Krise wird aber Jahre dauern“, sagte der Moskauer Diplomat. „Das Land ist zweifellos sehr tief gespalten.“

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Unklarheit herrschte über ein ursprünglich für diesen Samstag angedachtes Krisentreffen unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Sowohl die Führung in Kiew als auch Vertreter der Separatisten bekräftigten erneut ihre Bereitschaft. Allerdings gab es keinen Hinweis auf mögliche Verhandlungen.

Nach dem umstrittenen Anschluss der Schwarzmeerhalbinsel Krim an Russland forderte die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton derweil ein entschiedenes Vorgehen des Westens. „Wir können nicht zulassen, dass ein politischer Führer die Grenzen Europas nach dem Zweiten Weltkrieg neu zieht“, sagte sie mit Blick auf Putin der „Bild am Sonntag“. Über diesen fügte sie hinzu: „Ich glaube, er kann gefährlich sein. Ein Mann wie Putin geht immer bis an die Grenzen.“ Die Frau von Ex-Präsident Bill Clinton gilt als mögliche Kandidatin der US-Demokraten für die Präsidentenwahl 2016. Bislang lässt sie aber offen, ob sie antreten will.

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