Griechenland: 2018 wird zum Schicksalsjahr

AnalyseAusstieg aus dem Euro-Hilfsprogramm: 2018 wird für Griechenland zum Schicksalsjahr

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Griechenland auf dem Weg aus der Schuldenmisere

von Silke Wettach

Nach acht Jahren und drei europäischen Hilfsprogrammen will Griechenland im kommenden Sommer wieder auf eigenen Beinen stehen. Kann das gut gehen?

2018 will Griechenland wieder ein normales Land sein. "Wir werden nicht mehr das schwarze Schaf Europas sein", sagte Ministerpräsident Alexis Tsipras in der Parlamentsdebatte zum Haushalt für das kommende Jahr. "Wir überwinden eine schmerzhafte Zeit."

Ende August wird das dritte Hilfspaket für Griechenland auslaufen, und zum ersten Mal seit acht Jahren will das Land wieder auf eigenen Beinen stehen. Noch vor gar nicht langer Zeit hätten viele in Europa gezweifelt, dass es dazu kommen könnte. Zu schlecht sahen die Wirtschaftsdaten aus, zu wenige Fortschritte erzielte das Land bei den Reformen.

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Die Stimmung dreht sich

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Griechenland ist auf der Zielgeraden: Das Parlament hat den neuen Haushalt gebilligt. Damit sollen die milliardenschweren Hilfsprogramme enden, die im August auslaufen. Athen will wieder auf eigenen Beinen stehen.

Das Ende der Hilfsprogramme ist für die Griechen der „Ausgangs aus dem Tunnel der Finanzkrise“. Für Premierminister Alexis Tsirpas hängt viel davon ab. Quelle: AP

Doch mittlerweile hat sich die Lage deutlich aufgehellt. In diesem Jahr wird die Wirtschaft nach Schätzungen der EU-Kommission zum ersten Mal nach Jahren der Rezession wieder wachsen, und zwar um 1,6 Prozent. Für 2018 und 2019 prognostiziert die EU-Kommission Zuwächse beim Bruttoinlandsprodukt von jeweils 2,5 Prozent. Das stärker als erwartete Wachstum im Rest der Eurozone kommt den Griechen zu Gute und natürlich auch der Tourismus-Boom.

In Brüssel stellt die Troika erstaunt fest, dass eine Überwachungsmission jüngst zum ersten Mal genau nach Zeitplan verlaufen ist. Das habe es bisher noch nicht gegeben, heißt es anerkennend. „Die Stimmung dreht sich gerade“, freut sich ein griechischer Diplomat.

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Was passiert mit Griechenland 2018? Quelle: dpa Picture-Alliance

Bevor Griechenland sich von den Hilfen abnabelt, möchte die Regierung gerne die Märkte testen und Staatsanleihen begeben. Sie hatte gehofft, dass der Rest der Eurozone früh im kommenden Jahr Schuldenerleichterungen zusagt, weil dies die Rückkehr an die Märkte erleichtern würde.

Doch dazu wird es nicht kommen, so lange in Berlin keine Regierung steht. „Große Erleichterungen wird es ohnehin nicht geben“, heißt es aus der Eurogruppe. Bei den Krediten vom Europäischen Rettungsschirm könnte etwa die Laufzeiten gestreckt werden.

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