Besuch in Berlin: Sarkozys schwärmt von Europa, Merkel – und sich selbst

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Besuch in Berlin: Sarkozys schwärmt von Europa, Merkel – und sich selbst

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Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy spricht am 28.02.2014 in Berlin, während einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung, zu den deutsch-französischen Beziehungen und zur Zukunft Europas.

von Max Haerder

„Wenn der Euro nicht mehr ist, verschwindet Europa.“ Sagt Angela Merkel? Nein, sagt Nicolas Sarkozy. Der ehemalige französische Präsident hält in Berlin ein Plädoyer für die Einheit Europas und sich selbst. Tages-Kritik am Karlsruher Urteil zur Drei-Prozent-Hürde überlässt er lieber einem anderen prominenten Politiker.

 

In seiner Heimat Frankreich genießt Nicolas Sarkozy in jüngster Zeit wieder eine Popularität, die ihm – vorsichtig gesagt –  als amtierender Präsident nicht immer vergönnt war. Im Lichte der Regentschaft von Francois Hollande kommt vielen Franzosen der einst hyperaktiv-großspurige Sarkozy gar nicht so schlecht vor. Ob er gar für die französischen Konservativen noch einmal als Kandidat antreten könnte? Gerüchte, die ein Mann wie Sarkozy zu genießen weiß.

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Bei seinem Auftritt in Berlin sieht es mit dieser neuen Attraktivität ganz ähnlich aus. Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat ans Brandenburger Tor zum „Europa-Forum“ geladen und der Veranstaltungsaal ist voll, sehr voll. Auf kleinen Sitzkissen drängen sich die Zuhörer noch auf allen umliegenden Stufen des Atriums, um Frankreichs ehemaligen Staatspräsidenten zu hören.

Der Bart ist ab Sarkozy zurück auf politischer Bühne

Nicolas und Nathalie: Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy unterstützt die konservative Kandidatin Kosciusko-Morizet beim Kampf um das Bürgermeisteramt in Paris. Dabei bekommt er die meiste Aufmerksamkeit für sich.

Das Bad in der Menge: Jetzt, da nur noch Stoppeln Sarkozys Gesicht zieren, feiert er sein Comeback. Quelle: dpa

Kein schlechtes Timing in der Tat, um über Europa zu reden: Das Bundesverfassungsgericht hat gerade ein Urteil zur umstrittenen Drei-Prozent-Klausel gesprochen, in der Ukraine ringen viele Demonstranten für eine europäische Perspektive ihres Landes, und die Wahl zum Europa-Parlament ist nur noch wenige Wochen entfernt. Es geht um was.

Eigentlich. Nicolas Sarkozy allerdings wendet sich sehr deutlich ab von dieser Aktualität; der Präsident hat eine grundsätzliche Rede vorbereitet, eine selbstverteidigende, eine lobende, voller Leidenschaft durchaus, aber ohne irgendwelche Überraschungen.

Das Jahr 1914, der Beginn des 1. Weltkrieges, markiert den Beginn der „Tragödie“, um die seine Ausführungen kreisen. „Europa“, sagt Sarkozy, „hatte einen ganz schweren Anfang“. Was dann folgt, ist die stets richtige, aber doch bereits sehr oft gehörte Belobigung und Würdigung der europäischen Integration aus der Erschütterung der Weltkriegskatastrophen. Die deutsch-französische Freundschaft sei für diesen Friedensprozess „von existenzieller Bedeutung“, sie sei „der Sockel Europas“ und niemals dürfe diese Errungenschaft in Frage gestellt werden, schließlich gäbe es zur ihr „keine Alternative“. Außer einer: den Zusammenbruch Europas.

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