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kolumne Bettina Röhl Direkt: Der Spekulant Marx

Kolumne von Bettina Röhl

Karl Marx (1818–1883) ist der mit Abstand wirkungmächtigste und furchtbarste Spekulant der Menschheitsgeschichte. Diese Tatsache, die hier begründet werden soll, ist heute, da die Spekulanten der Weltmärkte und das Wort "Spekulant" so allgegenwärtig sind und jede aktuelle Kritik am Geschehen auf den Welt-Wirtschafts-und Finanzmärkten beherrschen, bedeutsamer denn je.

Das umrüstete Karl-Marx-Monument im Stadtzentrum von Chemnitz, im Jahr 2008: Bis heute ist Marx die schlechthinnige Projektionsfläche der antikapitalistischen kommunistischen Idee. Quelle: dpa
Das umrüstete Karl-Marx-Monument im Stadtzentrum von Chemnitz, im Jahr 2008: Bis heute ist Marx die schlechthinnige Projektionsfläche der antikapitalistischen kommunistischen Idee. Quelle: dpa

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Das Wort "Spekulant" oder "Spekulanten" ist ein Synonym für sozialschädliche Bereicherung Weniger, Einzelner und ganz aktuell auch ein Synonym für Destruktion der nationalen Volkswirtschaften und der Weltwirtschaft insgesamt. Der Spekulant ist der maximale Bösewicht. Die Spekulation sei der Gau für den Kapitalismus, dessen Zusammenbruch lediglich von der arbeitenden Klasse durch Umverteilung von unten nach oben verhindert würde.

Spekulation ist die höchste Steigerungsform des Unsozialen und Spekulation liefe regelmäßig auf Vernichtung von Volksvermögen und auch des Weltvermögens hinaus, dies aber gleichwohl zum Nutzen Weniger. Vieles lässt sich ergänzen, aber im Prinzip darf man wohl zusammenfassen, dass Spekulation das größtmögliche Übel des Kapitalismus ist.

Karl Marx, der Welt-Erzengel der Kommunisten und vieler Linker, ist, um ihn erst einmal auf die historische Realität zu reduzieren, ein Kind des Zeitgeistes seiner Epoche. Er ist allerdings der Mensch, der alle sozialistische und kommunistische Ehre, die Ehre des ersten und letzten Erklärers der Gesellschaft und des Kapitalismus und des größten Kapitalismus-Theoretikers auf seine Person zu vereinigen wusste. Bis heute ist er die schlechthinnige Projektionsfläche der antikapitalistischen kommunistischen Idee.

Karl Marx, der auch als Nationalökonom bezeichnet wird, treibt bis heute sein Unwesen in China und Nordkorea, aber auch in Vietnam oder Kuba. Er spukt aber auch in Milliarden von Köpfen auf allen Kontinenten herum und last but not least in der SED/PDS/Linkspartei . Auch die sogenannte Westlinke ist ein Hort verschwiemelter und verquaster Ideen, denen ein signifikanter Marxscher Ursprung innewohnt. Und selbst die SPD, die sich 1959 mit dem Godesberger Programm vom Sozialismus verabschiedet hatte, ist bis heute an ihrem linken Rand von immer neu nachwachsenden jungen Marxisten bevölkert.
Alle Welt lebt vom Kapitalismus. Besser denn je.

Kritik an jeder konkreten Auswüchsen des Kapitalismus ist wünschenswert. Aber die primitive Fundamentalkritik, die von Marx bis heute wesentlich beeinflusst ist und die gleich ihrem großen Lehrmeister vorgaukelt eine bessere Wirtschaftsform als den Kapitalismus in petto zu haben, ist armselig und stimmt traurig.

Marx hat seine eigene kommunistische Utopie bekanntlich nicht zu konkretisieren vermocht und seither auch sonst niemand und das jede bisher erdachte Wirtschaftsform nur und ausschließlich nach dem Prinzip Input und Output funktioniert ist eine kapitalistische Tatsache. Wie immer eine Abrechnungsperiode gewählt wird: jede Volkswirtschaft muss am Bilanzstichtag so viel erwirtschaftet haben wie sie im Abrechnungszeitraum verbraucht hat und so viel wie sie für die Aufrechterhaltung des Produktionsprozesses aufwenden musste. Und wenn sie das Marxsche kommunistische Paradies mit Luxus für jedermann je erreichen will, muss die Gesellschaft das Bruttosozialprodukt auch noch kontinuierlich steigern. Volkswirtschaftliche Effizienz, von der Marx nichts verstand, wäre die Zauberformel gewesen, um in das von Marx versprochene Paradies als zwangläufigem Endstadium seiner Revolution durchzustoßen.

28 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 23.02.2013, 07:36 UhrGandhi

    Ich habe noch nie so einen aggressiven Schund über Karl Marx gelesen, wie von dieser Frau. Da ist ja alles falsch oder angedichtet.
    Nirgendswo steht bei Engels oder Marx, daß stark rückständige Länder zum Kommunismus (kommunis [lat.] = gemeinsam) übergehen sollen . So würde nach Marx nur die "ganze alte Scheiße" übernommen werden. Nach Marx können nur die höchstentwickelsten Länder zum Kommunismus übergehen. Wer sind wohl 1917, 1945 oder 2012 die höchstentwickelsten Länder gewesen? Rußland, Korea oder Cuba? Marx hätte Stalin total fertig gemacht für seine Verbrechen in seinem Namen, Stalin hätte dann wohl Marx hinrichten lassen.
    Die Frau Röhl benimmt sich wie die Leute im Mittelalter, die an die Scheibenform der Erde glaubten. Absurd.

    In Tausend Jahren werden die Menschen wissen, daß sich die vielen Menschen wie Röhl irrten. Die Wahrheit läßt sich nicht aufhalten.
    Es gibt, allen Göttern zum Dank, heute auch intelligente Menschen aus dem bürgerlichem Lager, die eine objektive Meinung über Marx und Engels vertreten, ohne Linke zu sein.

  • 22.08.2012, 20:43 UhrMaNic22

    Ich weiß noch von meinem Schulunterricht, Klasse 12 Sozialwissenschaften, wie begeistert mein Lehrer von der teilweisen Weitsichtigkeit Marx' geschwärmt hat. Er war sicher kein Kommunist, aber er fand es beachtlich, dass Marx schon Globalisierungsdefekte anriss, Unternehmenskonzentrationen und Unterkonsumtionskrisen.
    Wenn ich heute zurückblicke will ich Ihnen insoweit zustimmen, als dass man Marx nicht als genialen Wirtschaftsweisen bezeichnen kann. Er war wohl mehr der Philosoph des Sozialismus, der noch mit einem Bein im Elfenbeinturm stand, und der eben diesem zwar kein Konzept zur Hand reichte, sondern bloß ideologischen Rückhalt oder Mut oder auch nur eine Art Stupser für soziale Reformen zur Unterdrückung proletarischer Rebellionen. Sie sagen es ja am Ende selbst, das war sein einziger Verdienst. Und gerade deshalb gibt es wahrscheinlich auch keinen Anti-Marx in der Volkswirtschaftslehre, aber doch in der Philosophie: Popper, Foucault, (aktuell) Pfaller.

  • 22.08.2012, 10:20 UhrMV_

    @Bashi49

    Unsinn, wenn hier einer etwas nicht verstanden hat, dann SIE:

    1. Sie verwechseln hier unser staatliches Luftgeldsystem mit Kapitalismus. Solange das Geld noch voll gedeckt war, war es ehrliches, kapitalistisches Geld und nicht beliebig vermehrbar.

    2. Dass Geld, welches diesen Namen auch verdient, selber zur Ware wird liegt in der Natur der Sache! Wenn Sie jemandem Geld leihen, dann schieben Sie damit ihren Konsum auf und IHRE Zeitpräferenz spiegelt sich in jenen Zinsen wieder, welche Sie dafür haben wollen - die Zeitpräferenz des Kreditnehmers spiegelt sich in dem Zins wieder, welchen er höchstens bereit ist zu zahlen. Das ist so alt wie das Geld selbst und selbst in der Zeit vor dem Geld war auch jedem Steinzeitmenschen heutiger Konsum wertvoller als morgiger. Das ist Logik und nicht Kapitalismus.

    3. Auch wenn man selbst von elementarsten Dingen nicht den Hauch einer Ahnung hat, ist das noch lange kein Grund, pampig zu werden. Die Autorin kann nichts dafür, dass Millionen Menschen einem selbsternannten „Ökonomen“ hinterher laufen, der nicht einmal imstande war, ein eigenes Modell zu entwickeln, sondern mit Zirkelschlüssen und Gemeinsprüchen sehr viel Papier füllte. Ludwig von Mises z.B. hat ein theoretisches Modell entwickelt, welches man für richtig halten oder eben angreifen kann – Marx nicht, er war ein Scharlatan – so waht?

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