
Der Euro ist der fehlgeschlagene Versuch einer Revolution von Oben und das Erschütternde ist, dass der Euro gänzlich überflüssig war und ist und kein einziges Problem gelöst, aber unendlich viele neue zusätzlich kreiert hat. Das Europa der unterschiedlichen Währungen ist seit den frühen fünfziger Jahren bis zur Einführung des Euro historisch betrachtet in atemberaubendem Tempo zu einer dynamisch sich entwickelnden europäischen Gemeinschaft zusammen gewachsen und dieser Prozess wäre ohne Einführung des Euro stetig im positivsten Sinne weiter gegangen. Es gab überhaupt keine Notwendigkeit den Euro einzuführen.
Bild: dapdDas Portemonnaie ist schwerer geworden
Die Anzahl hat sich nicht verändert, wie zu D-Mark-Zeiten gibt es acht verschiedene Münzen. Doch die Euromünzen sind zum Teil deutlich größer und schwerer als ihre Vorgänger. So ist die 1-Deutsche-Mark-Münze 1,75 Millimeter dick gewesen und wog 5,50 Gramm. Die Ein-Euro-Münze hingegen ist 2,33 Millimeter dick und wiegt 7,50 Gramm.
Auch die 2-DM-Münze war (1,79 Millimeter dick und 7,00 Gramm schwer) deutlich handlicher als die 2-Euro-Münze (2,20 Millimeter dick und 8,50 Gramm schwer).
Bild: APLieb gewonnene Sprichwörter sind nicht mehr gültig
„Wer den Pfennig nicht ehrt, ist den Taler nicht wert.“ Mit diesem Sprichwort bin ich aufgewachsen, der Satz gehörte zum Standardrepertoire meiner Großmutter. Mindestens ein Mal pro Woche hörte ich diese Weisheit. Als „Pfennigfuchser“ würde ich mich trotzdem nicht bezeichnen. Eher als Zungenakrobat: „Bismarck biss Mark, bis Mark Bismarck biss“, geht mir problemlos über die Lippen. Und nun? Kennen Sie ein Sprichwort zum Euro – oder gar einen Zungenbrecher? Nein? Ich auch nicht.
Bild: dpaDie Zahl der Geldsammler hat sich erhöht
Der Euro hat mehr Menschen zum Sammeln von Geldmünzen bewegt. Zugegen: Es ist ein subjektives Gefühl, basierend auf Erfahrungen im Familien- und Bekanntenkreis – aber auch aus Zeitschriften- und Schreibwarenladen, in denen seit der Euro-Einführung plötzlich Sammelbücher für Münzen ausliegen. Mit fatalen Folgen.
Vor jedem Urlaub ertönt die obligatorische Frage: Bringst du mir Euro-Münzen mit? Mein Tipp: Sollten Sie insbesondere nach Rom oder Finnland reisen, erwähnen Sie es im Vorfeld nicht.
Bild: dpa/dpawebUnser Vermögen wurde halbiert
Mit der Währungsumstellung hat sich der Kontostand quasi halbiert. Wer 1998 noch 50.000 Deutsche Mark sein Eigen nennen durfte, sah auf seinem Kontoauszug wenige Monate später nur noch den Wert 25.000 Euro. So viel Geld verlieren Sparer nicht mal in Zeiten der Hyperinflation.
Bild: REUTERSDen politischen Talkshows gehen die Themen aus
„Brauchen wir den Euro wirklich? Thilo Sarrazin gegen Peer Steinbrück“, ist der Titel der Jauch-Sendung am Sonntag, 20. Mai. Drei Tage später fragt ARD-Kollegin Anne Will: „Spar-Angie gegen Spendier-François - das letzte Euro-Gefecht?“. Und am Donnerstag diskutiert Maybritt Illner mit ihren Gästen im ZDF die Frage „Alle pfeifen auf die Schulden – Wer hört noch auf die Kanzlerin?“. Einheitsbrei statt Themenvielfalt: Der Euro langweilt uns.
Bild: APDie Deutschen zahlen noch mit der Mark
Die Deutsche Mark gibt es noch. In den Vitrinen und Portemonnaies der Deutschen, auch wenn sie zehn Jahre nach der Einführung des Euro-Bargelds längst kein offizielles Zahlungsmittel mehr ist. Genug D-Mark- Scheine und -Münzen sind nämlich noch in Umlauf. Ende 2011 waren es nach Angaben der Bundesbank über 13 Milliarden Mark. Zumindest ein Teil davon landet in den knapp 500 Filialen der Modekette C&A. Dort nimmt man immer noch Scheine und Münzen entgegen. „Jeden Monat kaufen Kunden bei uns für rund 150 000 D-Mark ein. Mitunter kommen sie mit Säckchen voller Pfennige“, sagt Unternehmenssprecher Thorsten Rolfes dem Tagesspiegel. Einen besseren Beweis gibt es nicht: Wir wollen und brauchen den Euro nicht.
Bild: dpaKeiner hat uns mehr lieb
Zugegeben, so richtig beliebt waren wir Deutschen in Europa viele Jahre nicht. Doch spätestens mit der Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hat sich unser Image deutlich verbessert. „Unser Stereotyp von den Deutschen war das von vorschriftengläubigen und humorlosen Bürokraten, die stur und rechthaberisch auf ihre knallharten Vorschriften pochen”, schrieb Jim White im Londoner Telegraph. „Was Zehntausende von Besuchern von überall her auf der Welt jedoch feststellen, war, wie überholt dieses Image ist. Denn was wir erlebten, war eine Nation, der nichts wichtiger war als eine gute Zeit“. Doch die Euro-Krise hat zu einem Aufflackern der alten Ressentiments geführt. Zumindest in Südeuropa hat uns Deutschen kaum noch jemand mehr lieb.
Bild: dpa/dpawebRegionalwährungen boomen
Deutschland könnte dank Euro zu einem monetären Flickenteppich werden: Mit dem Chiemgauer zahlt man in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein, mit der Bürgerblüte in Kassel und mit dem Roland in Bremen. Zugegeben, dass die Regionalwährungen den Euro irgendwann ersetzen, ist unwahrscheinlicher als die Einführung der Drachme in Deutschland. Doch die Parallelwährungen zeigen: Den Euro hat in zwischen Bremen und Rosenheim keiner so wirklich gerne.
Bild: dpaStillstand in Berlin
Für die Bundesregierung hat die Euro-Krise – zu Recht – oberste Priorität. Die Staats- und Regierungschefs und ihre Fachminister sind fast täglich in Kontakt, die Bundeskanzlerin gefällt sich in ihrer Rolle als Euro-Retterin. Die tägliche Arbeit in Deutschland vergisst die Regierung, viele Baustellen der schwarz-gelben Regierung bleiben unbearbeitet. Der Euro sorgt für Reformstau in Deutschland.
Bild: dpa/dpawebDer Euro sieht aus wie Spielgeld
Schauen Sie sich den Fünf-Euro-Schein mal an! Er sieht aus wie das Spielgeld bei Monopoly. Und fühlt sich genauso an.
Das Portemonnaie ist schwerer geworden
Die Anzahl hat sich nicht verändert, wie zu D-Mark-Zeiten gibt es acht verschiedene Münzen. Doch die Euromünzen sind zum Teil deutlich größer und schwerer als ihre Vorgänger. So ist die 1-Deutsche-Mark-Münze 1,75 Millimeter dick gewesen und wog 5,50 Gramm. Die Ein-Euro-Münze hingegen ist 2,33 Millimeter dick und wiegt 7,50 Gramm.
Auch die 2-DM-Münze war (1,79 Millimeter dick und 7,00 Gramm schwer) deutlich handlicher als die 2-Euro-Münze (2,20 Millimeter dick und 8,50 Gramm schwer).
Das Abdelegieren der Schuld an Griechenland
Es hat etwas Furchtbares, wie Angela Merkel, Wolfgang Schäuble, Philipp Rösler oder Guido Westerwelle jetzt versuchen, ihr eigenes systematisches und wirklich exorbitantes Versagen Griechenland, der griechischen Regierung oder „den Griechen“ reinzuwürgen und wenigstens noch das Image des guten strengen Onkels, der nun wirklich nicht mehr helfen kann, für sich persönlich zu retten.
Wenn man jetzt hört, dass die Euro-Oberlehrer, die einen Austritt aus der Euro-Zone Griechenlands noch vor kurzem für den katastrophalen Sturz eines ersten Euro-Dominosteins erklärten, jetzt Griechenland dafür schelten, dass es seine geforderten Reförmchen nicht artig in den letzten Wochen erledigt und die vielen 100 Auflagen der sogenannten "Troika" aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF erfüllt hätte, dann erstaunt es doch sehr, dass sich die europäische Öffentlichkeit so beharrlich am Nasenring durch die Arena führen lässt. Jeder weiß, dass die wechselnden zufälligen Forderungskonglomerate nichts als Aktionismus der potenziellen Geberseiten sind. Jeder weiß, dass die Möglichkeiten der Überprüfungen an starke Grenzen stoßen. Und im Grunde ist auch jedem klar, dass selbst wenn Griechenland formal die eine oder andere Forderung erfüllt, aus dem Land kein wirkliches Euroland wird.
Der Euro ist Produkt einer permanenten Bilanzfälschung
Merkel bei Günther Jauch. Gerade ein knappes Jahr ist es her, da taumelte unter dem Beifall des Publikums und mit der Absegnung durch TV-Guru Günther Jauch eine Kanzlerin im Euro-Positivismus über die Bildschirme. Die Euro-Krise, die eine System-, eine Strukturkrise ist, werde, so wurde es dem staunenden Volk vorgegaukelt, zwar noch etwas nachwirken, aber bei allen Unwägbarkeiten, die es gibt, doch gemeistert werden.
Indes ist der Euro das Produkt einer permanenten Bilanzfälschung. Bilanzwahrheit und Bilanzklarheit, strafbewehrte Kategorien im deutschen Wirtschafts-und Steuerrecht, sind was den Euro anbelangt, Störenfriede. Nur ewig gestrige Spießer, Dumpfbacken und Spielverderber, die keine Visionen haben, verirrten sich, so der Eindruck, in solchen realitätsbasierten Kategorien. Auf heißer Luft durch Europa segeln und von einem Eurogipfel zum anderen fliegen, so machte man in den letzten zwanzig Jahren Karriere in Europa.
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