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kolumneBettina Röhl Direkt: Die Schuldigen der Griechenlandkrise

Kolumne von Bettina Röhl

Eines eint die Akteure, die Griechenland zum Gründungsmitglied des Euro-Clubs gemacht haben: durchgängiges Versagen. Die Eurologen tragen Verantwortung dafür, dass eine Krise in Athen erst entstehen konnte.

Die Kanzlerin im Euro-Positivismus: Angela Merkel bei der ARD-Talksendung "Günther Jauch" im September 2011. Quelle: dapd
Die Kanzlerin im Euro-Positivismus: Angela Merkel bei der ARD-Talksendung "Günther Jauch" im September 2011. Quelle: dapd

Der Euro ist der fehlgeschlagene Versuch einer Revolution von Oben und das Erschütternde ist, dass der Euro gänzlich überflüssig war und ist und kein einziges Problem gelöst, aber unendlich viele neue zusätzlich kreiert hat. Das Europa der unterschiedlichen Währungen ist seit den frühen fünfziger Jahren bis zur Einführung des Euro historisch betrachtet in atemberaubendem Tempo zu einer dynamisch sich entwickelnden europäischen Gemeinschaft zusammen gewachsen und dieser Prozess wäre ohne Einführung des Euro stetig im positivsten Sinne weiter gegangen. Es gab überhaupt keine Notwendigkeit den Euro einzuführen.

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Das Portemonnaie ist schwerer geworden

Die Anzahl hat sich nicht verändert, wie zu D-Mark-Zeiten gibt es acht verschiedene Münzen. Doch die Euromünzen sind zum Teil deutlich größer und schwerer als ihre Vorgänger. So ist die 1-Deutsche-Mark-Münze 1,75 Millimeter dick gewesen und wog 5,50 Gramm. Die Ein-Euro-Münze hingegen ist 2,33 Millimeter dick und wiegt 7,50 Gramm.

Auch die 2-DM-Münze war (1,79 Millimeter dick und 7,00 Gramm schwer) deutlich handlicher als die 2-Euro-Münze (2,20 Millimeter dick und 8,50 Gramm schwer).

Bild: dapd

Das Abdelegieren der Schuld an Griechenland

Es hat etwas Furchtbares, wie Angela Merkel, Wolfgang Schäuble, Philipp Rösler oder Guido Westerwelle jetzt versuchen, ihr eigenes systematisches und wirklich exorbitantes Versagen Griechenland, der griechischen Regierung oder „den Griechen“ reinzuwürgen und wenigstens noch das Image des guten strengen Onkels, der nun wirklich nicht mehr helfen kann, für sich persönlich zu retten.

Wenn man jetzt hört, dass die Euro-Oberlehrer, die einen Austritt aus der Euro-Zone Griechenlands noch vor kurzem für den katastrophalen Sturz eines ersten Euro-Dominosteins erklärten, jetzt Griechenland dafür schelten, dass es seine geforderten Reförmchen nicht artig in den letzten Wochen erledigt und die vielen 100 Auflagen der sogenannten "Troika" aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF erfüllt hätte, dann erstaunt es doch sehr, dass sich die europäische Öffentlichkeit so beharrlich am Nasenring durch die Arena führen lässt. Jeder weiß, dass die wechselnden zufälligen Forderungskonglomerate nichts als Aktionismus der potenziellen Geberseiten sind. Jeder weiß, dass die Möglichkeiten der Überprüfungen an starke Grenzen stoßen. Und im Grunde ist auch jedem klar, dass selbst wenn Griechenland formal die eine oder andere Forderung erfüllt, aus dem Land kein wirkliches Euroland wird.

Der Euro ist Produkt einer permanenten Bilanzfälschung

Merkel bei Günther Jauch. Gerade ein knappes Jahr ist es her, da taumelte unter dem Beifall des Publikums und mit der Absegnung durch TV-Guru Günther Jauch eine Kanzlerin im Euro-Positivismus über die Bildschirme. Die Euro-Krise, die eine System-, eine Strukturkrise ist, werde, so wurde es dem staunenden Volk vorgegaukelt, zwar noch etwas nachwirken, aber bei allen Unwägbarkeiten, die es gibt, doch gemeistert werden.

Indes ist der Euro das Produkt einer permanenten Bilanzfälschung. Bilanzwahrheit und Bilanzklarheit, strafbewehrte Kategorien im deutschen Wirtschafts-und Steuerrecht, sind was den Euro anbelangt, Störenfriede. Nur ewig gestrige Spießer, Dumpfbacken und Spielverderber, die keine Visionen haben, verirrten sich, so der Eindruck, in solchen realitätsbasierten Kategorien. Auf heißer Luft durch Europa segeln und von einem Eurogipfel zum anderen fliegen, so machte man in den letzten zwanzig Jahren Karriere in Europa.

39 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.07.2012, 20:12 Uhrmathias

    @Andy
    Was veröffentlicht wird ist verfälscht um die Interessen einzelner
    zu wahren.
    Gegenfrage:
    Die deutsche Industrie liefert nach Gr. Waren im Wert von 700Mrden
    Die Industrie hat das Geld vom D-Staat erhalten oder wer sonst
    zahlt den BMW Erben täglich 1Mio€????

    Die Merkel garantiert diese Gewinne wovon diese KEINE Steuern zahlen
    zuzüglich erhalten Sie noch Steuergelder damit das Geld im Ausland
    verschwinden kann.

    Im Gegenzug zahlen die Quands und co. Merkel jeder 1Mio im Jahr.
    Öffentlich werden nur 500.000 als Spende zugegeben.

    Wollen Sie noch mehr Peinlichkeiten, wie ganz oben Geld verteilt
    wird?


  • 25.07.2012, 15:20 UhrEuro-soll-weg

    Was ich an dem Artikel so gut finde, ist, daß mal genauer erklärt wird, warum es mit dem Euro zu so einer furchtbaren Europa-Katastrophe kam. Mit ihren unterschiedlichen Währungen konnten sich alle Länder gut entwickeln, mit dem Euro gehen alle, ja alle, auch Deutschland, nur bergab, und das Entsetzen über die kommende Katastrophe münzt sich womöglich in gegenseitigen Völkerhaß um. Statt "den" Griechen oder sonstewem sind es wirklich, wie im Artikel beschrieben, "die" Kohls, "die" Weigels, "die" Schröders, "die" Trittins usw., die den Ruin verursachen.
    In solch gräßlicher Weltlage, leichtfertig herbei-UTOPIE-isiert von Träumern, ist der normale kleine Wähler nur noch hilflos.

  • 25.07.2012, 14:20 UhrAndy

    Warum so erhitzt, geschätzter Mathias? Es ist sattsam bekannt, daß Goldman Sachs die Analyse fertigten, um GR den €uro-Beitritt zu ermöglichen. es ist ebenfalls bekannt, daß "Gottes Banker" dafür ordentlich Reibach machten. Genaueres finden Sie z.B. hier: http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/03/39309/

    Desweiteren scheint Ihnen ebenso unbekannt zu sein, daß u.a. auch GR seine ganzen Warenlaistungen aus Deutschland über Kredite der Bundesbank finanzierte. Das nennt sich dann Target-2 und Deutschland hält derzeit um die 700 Mrd € Forderungen aus den Auslandsgeschäften - bei deren Ausfall dann der dt. Steuerzahler haftet. Also: nix mit dicke Gewinne steuerfrei.
    Mal hier kurz anlesen: http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/riskante-bilanz-euro-forderungen-der-bundesbank-auf-rekordhoch_aid_779272.html

    Im Gegenteil: zusätzliche Schulden für jeden von uns für bereits geleistete Arbeit bzw Produktion.

    Sind damit die angeblichen bösartigen Unterstellungen widerlegt?

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