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kolumne Bettina Röhl direkt: Spekulationszausel Soros stellt Deutschland an Euro-Pranger

Kolumne von Bettina Röhl

Statt seine Stimme für die Vernunft zu erheben, gießt der Geldmogul George Soros Öl ins Feuer. Deutschland soll sich für den Euro und die "Schuldner"-Länder selber aufgeben oder aus der Eurozone gejagt werden. Eine Antwort auf das unsägliche Traktat des George Soros.

Mario Draghi ist seit 1. November Präsident der EZB. Zuvor war er Gouverneur der Banca d'Italia (2006-2011) und Vizepräsident von Goldman Sachs in London (2004-2005).

Bild: rtr

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George Soros, der 82 Jahre alte Spekulationszausel, der in seinen bösesten Zeiten schon mal das englische Pfund mittels seiner „bad speculations“ zum Wackeln brachte und sich ein verdammt großes Vermögen zusammen gezockt hat, verfolgt sicher keine eigenen finanziellen Interessen, wenn er jetzt in einem ellenlangen Aufsatz für das US-Magazin "New York Book Review" mit dem Titel "The Tragedy of the European Union and How to Resolve It" Deutschland öffentlich auffordert dem Euro einen Blankoscheck zu erteilen.

Das hatte gerade gefehlt, dass noch so ein Empört-Euch-Methusalix in diesen ökonomischen Krisenzeiten mit seinen Taschenspielertricks Öl ins Feuer schüttet, statt seine Stimme für die Vernunft zu erheben. Dabei operiert der Finanzjongleur Soros mit vielen buchhalterischen Spielereien, geradeso als ob er es darauf anlegen will, dass niemand wirklich versteht, was er meint, aber jeder glauben möge, das, was da stünde so gewaltig sei, dass er einfach Recht haben müsse. Fest steht: Soros bemüht sich die Euro-Zone zu spalten, behauptet aber, sich für das Gegenteil einzusetzen.

Dass böse alte Männer - und in der mehrheitlichen öffentlichen Wahrnehmung sind Spekulanten so ziemlich das Böseste, was es gibt - gern nochmal ordentlich rein treten, bevor sie abtreten, ist kein unbekanntes Phänomen; vom eigennützigen Manipulationskünstler zum Finanz-Heiligen, der die Welt retten will, das hat was. Harry Belafonte drückte es so aus: "Deep in december it's nice to remember." 

Oder hat man es im Fall Soros mit jemandem zu tun, der in einer Mischung aus Semi-Senilität und einem alten Sportsgeist endlich auch noch einmal Deutschland in die Knie zwingen will, wie er es früher nur mit anderen Ländern oder Großorganisationen zuwege gebracht hatte? Steht Deutschland also auf seiner persönlichen Abschussliste und er hilft diesmal mit Propaganda ein bisschen nach? Ganz deutlich werden seine wahren Motive nicht.

In der ungarischen Radiosendung "180 Minuten" ließ sich der ungarische Premierminister zu einem Vergleich der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Naziregime hinreißen. Ihre Politik gegenüber Ungarn gleiche der Besetzung Ungarns im Jahr 1944, sagte Viktor Orbán. "Die Deutschen haben schon einmal eine Kavallerie geschickt, und zwar in Form von Panzern", sagte er. "Unsere Bitte wäre, sie nicht noch mal zu schicken. Es war schon damals keine gute Idee, und es hat nicht funktioniert."

Mit solchen Äußerungen ist Orbán jedoch nicht alleine. Auch in Griechenland und Zypern ziehen die Menschen Vergleiche zwischen Hitler und Merkel.

Bild: dpa

Soros stellt Deutschland an den Welt-Pranger

Schwülstig-sentimental stellt Soros das Land Deutschland an den Welt-Pranger und erklärt es zum wahrhaft Schuldigen an der Weltfinanzkrise, die in eine Euro-Krise überging und die allerdings einst in den USA begann, wo Soros sein weltweit agierendes Finanz-und Spekulationsimperium hegt und pflegt.

Sein Aufsatz, in dem er das Wort "wohlwollender Hegemon" (Deutschland) bis zum Erbrechen wiederholt, erreicht nicht das Illusionsniveau eines David Copperfield. Aber in Zeiten, in denen wohlfeile Rezepturen angesichts einer intellektuellen Leere, die den Wettstreit der fanatischen Euro-Retter und der coolen Euro-Skeptiker kennzeichnet, auf fruchtbaren Boden fallen, sind derartige Orakel wie die des Soros durchaus gefährlich und in jedem Falle wenig nützlich. Zusätzliche Verwirrung braucht das Euro-Spiel gewiss nicht.

Es gibt in Europa eine gewisse Sehnsucht nach transzendentaler Hilfe gegen Euro-Krise, gesellschaftlichen Verfall, Werteverwässerung, Rentenkrise, Bildungskrise, Integrationskrise, Inflationsrisiken und vieles mehr. Da kommt nun Soros mit seinem heiligen Zorn, mit dem er leider die Emotionen anheizt, zur absoluten Unzeit. Angesichts seiner enormen Spekulationserfolge hat der Mann die Vermutung des absoluten Durchblicks auf seiner Seite, und mit diesem Pfund wuchert er. Er schilt die Finanzmanager der großen Weltinvestoren ebenso wie die Finanzpolitiker in der Eurozone, die allesamt versagten. Besonders aber hat er es auf den deutschen Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann, das Bundesverfassungsgericht, die deutsche Politik, die deutschen Medien und Kanzlerin Merkel abgesehen.

20 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 12.09.2012, 18:19 Uhrallesverloren

    Soros spielt gerne den Schlaumeier, indem er seine gewonnenen Wetten veröffentlicht (lässt) und seine verlorenen Wetten verschweigt. Das übliche Gebalze mit dem Kompetenz suggeriert wird.

    Er hat die angelsächsische Sichtweise, dass man die Märkte mit Geld fluten muss. So wie der Zauberer von FED. Diese Art der Politik kann jeder machen. Dazu braucht es kein ökonomisches Wissen. Entsprechend sind die Konsequenzen.

    Leider geht es ab November in den USA, Japan und in GB richtig rund. Davon muss abgelenkt werden. Fast 10% Budgetdefizit auf das BIP bei den wesentlichen Finanzmarkt-Akteuren. Europa (Deutschland) ist einer der wenigen Orte, in denen Finanz-Probleme überhaupt noch ernst genommen werden. Der Rest der Welt will drucken.

    In Deutschland hat man zumindest noch Angst um sein Geld, in den USA, Japan und GB werden die Sparer und Steuerzahler ungefragt enteignet.



  • 11.09.2012, 23:10 UhrJAP27

    Wenn Leute wie Sorros sich zu Wort melden, tun sie das sicher nicht um die Welt zu retten !

  • 11.09.2012, 20:37 Uhrwulff

    Oliva, und wie recht Du hast!
    In ein paar Sätzen hast Du die Gesamt-Problematik des deutschen Staates beschrieben. Glückwunsch!
    Jetzt ist dieser Staat trotz seiner politischen Dilettanten die Nr.1 in dem Auslaufmodell Europa.
    Was uns allerdings der Vorgänger von Angela (Du weißt schon:.... mein Mädchen..) eingebrockt hat, wird uns enteignen.
    Wir haften jetzt mit 27% an den Schulden der EU-Pleitegeier und der wackere Draghi legt jetzt erst richtig los.
    Wahrscheinlich hat er vorher den US-Grünspan oder Bernankiee... konsultiert, die bedeutendsten ungedeckten Fiat-Falsch-Gelddrucker seit John Law.
    Mit den gewonnenen Erkenntnissen hat er das FED-System formuliert:
    "Und glauben Sie mir,.... das wird reichen!...." Zitat Draghi.
    Zu den 3 Billionen, die er schon gedruckt hat, und praktisch zinslos an die Banken verteilt hat, werden weitere Billionen kommen und der Süden atmet auf und macht neue Schulden!
    Und das deutsche "Hinterteil" steht mit 27% in der Haftung.
    Was sagst Du dazu?

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