Bettina Röhl direkt: Spekulationszausel Soros stellt Deutschland an Euro-Pranger

kolumneBettina Röhl direkt: Spekulationszausel Soros stellt Deutschland an Euro-Pranger

Kolumne von Bettina Röhl

Statt seine Stimme für die Vernunft zu erheben, gießt der Geldmogul George Soros Öl ins Feuer. Deutschland soll sich für den Euro und die "Schuldner"-Länder selber aufgeben oder aus der Eurozone gejagt werden. Eine Antwort auf das unsägliche Traktat des George Soros.

George Soros, der 82 Jahre alte Spekulationszausel, der in seinen bösesten Zeiten schon mal das englische Pfund mittels seiner „bad speculations“ zum Wackeln brachte und sich ein verdammt großes Vermögen zusammen gezockt hat, verfolgt sicher keine eigenen finanziellen Interessen, wenn er jetzt in einem ellenlangen Aufsatz für das US-Magazin "New York Book Review" mit dem Titel "The Tragedy of the European Union and How to Resolve It" Deutschland öffentlich auffordert dem Euro einen Blankoscheck zu erteilen.

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Das hatte gerade gefehlt, dass noch so ein Empört-Euch-Methusalix in diesen ökonomischen Krisenzeiten mit seinen Taschenspielertricks Öl ins Feuer schüttet, statt seine Stimme für die Vernunft zu erheben. Dabei operiert der Finanzjongleur Soros mit vielen buchhalterischen Spielereien, geradeso als ob er es darauf anlegen will, dass niemand wirklich versteht, was er meint, aber jeder glauben möge, das, was da stünde so gewaltig sei, dass er einfach Recht haben müsse. Fest steht: Soros bemüht sich die Euro-Zone zu spalten, behauptet aber, sich für das Gegenteil einzusetzen.

Dass böse alte Männer - und in der mehrheitlichen öffentlichen Wahrnehmung sind Spekulanten so ziemlich das Böseste, was es gibt - gern nochmal ordentlich rein treten, bevor sie abtreten, ist kein unbekanntes Phänomen; vom eigennützigen Manipulationskünstler zum Finanz-Heiligen, der die Welt retten will, das hat was. Harry Belafonte drückte es so aus: "Deep in december it's nice to remember." 

Oder hat man es im Fall Soros mit jemandem zu tun, der in einer Mischung aus Semi-Senilität und einem alten Sportsgeist endlich auch noch einmal Deutschland in die Knie zwingen will, wie er es früher nur mit anderen Ländern oder Großorganisationen zuwege gebracht hatte? Steht Deutschland also auf seiner persönlichen Abschussliste und er hilft diesmal mit Propaganda ein bisschen nach? Ganz deutlich werden seine wahren Motive nicht.

Soros stellt Deutschland an den Welt-Pranger

Schwülstig-sentimental stellt Soros das Land Deutschland an den Welt-Pranger und erklärt es zum wahrhaft Schuldigen an der Weltfinanzkrise, die in eine Euro-Krise überging und die allerdings einst in den USA begann, wo Soros sein weltweit agierendes Finanz-und Spekulationsimperium hegt und pflegt.

Sein Aufsatz, in dem er das Wort "wohlwollender Hegemon" (Deutschland) bis zum Erbrechen wiederholt, erreicht nicht das Illusionsniveau eines David Copperfield. Aber in Zeiten, in denen wohlfeile Rezepturen angesichts einer intellektuellen Leere, die den Wettstreit der fanatischen Euro-Retter und der coolen Euro-Skeptiker kennzeichnet, auf fruchtbaren Boden fallen, sind derartige Orakel wie die des Soros durchaus gefährlich und in jedem Falle wenig nützlich. Zusätzliche Verwirrung braucht das Euro-Spiel gewiss nicht.

Es gibt in Europa eine gewisse Sehnsucht nach transzendentaler Hilfe gegen Euro-Krise, gesellschaftlichen Verfall, Werteverwässerung, Rentenkrise, Bildungskrise, Integrationskrise, Inflationsrisiken und vieles mehr. Da kommt nun Soros mit seinem heiligen Zorn, mit dem er leider die Emotionen anheizt, zur absoluten Unzeit. Angesichts seiner enormen Spekulationserfolge hat der Mann die Vermutung des absoluten Durchblicks auf seiner Seite, und mit diesem Pfund wuchert er. Er schilt die Finanzmanager der großen Weltinvestoren ebenso wie die Finanzpolitiker in der Eurozone, die allesamt versagten. Besonders aber hat er es auf den deutschen Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann, das Bundesverfassungsgericht, die deutsche Politik, die deutschen Medien und Kanzlerin Merkel abgesehen.

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