Bettina Röhl direkt: Warum sich Griechenland nicht kaputtspart

kolumneBettina Röhl direkt: Warum sich Griechenland nicht kaputtspart

Kolumne von Bettina Röhl

Der gerade in Kraft getretene ESM-Vertrag ist ebenso wie die Mario-Draghischen Ankäufe von dubiosen Staatsanleihen der Südländer in nahezu unbegrenzter Höhe durch die EZB ein untaugliches Instrument den Süden wirtschaftlich wieder auf die eigenen Füße zu stellen.

Not macht erfinderisch, aber das war gestern. Heute bekämpft man Not mit Geld(-Geschenken). Geld sei der Motor, der die Wirtschaft hochfahren kann. Geld sei Motivation, bedeute Verbesserung der Infrastruktur, initiiere Initiative und sei der Schlüssel für Hilfe zur Selbsthilfe. Wo liegt dann eigentlich das Problem im Süden Europas?

Überschüssige Liquidität gibt es in China, in den Ölstaaten oder auch im Exotenstaat Schweiz und sonst auf der Welt reichlich. Bekanntlich sucht Geld mindestens ebenso heftig die solide Anlagemöglichkeit wie das potenzielle Investment Geld sucht.

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Die globalen Investoren verleihen allzu gern an nahezu fast jeden beliebig viel Geld, wenn er es denn nur haben will, um es etwas überspitzt auszudrücken. Wie sonst wäre zu erklären, dass das überschuldete und vor allem wirtschaftlich extrem leistungsschwache Griechenland bis vor kurzem auf dem Weltmarkt zu vergleichsweise günstigen Konditionen jede Menge Geld auf Pump herein holen und verbraten konnte.
Griechenland hat ein relatives Luxusleben geführt und die bösen Investoren (aber auch die blöden Regierungen des Nordes, der es jetzt richten soll) fanden es völlig in Ordnung das anderswo schwer verdiente Geld in Griechenland zu "investieren" oder wohlgefällig dabei zuzukucken, wie Griechenland sich überschuldete.

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In den zehn Euro-Jahren hat Griechenland, und Ähnliches gilt eben auch für die anderen schwächelnden Euro-Kandidaten, sich nicht nur nicht kaputt gespart, sondern es hat ganz im Gegenteil die ihm zur Verfügung stehende Liquidität dazu missbraucht Konsum-und Anspruchsdenken hoch zu rüsten und die ohnehin schwache Volkswirtschaft des Landes entgegen dem jahrelangen Anschein weiter zu schwächen und zu zerstören: mit Geld kann man eben auch Initiative ersäufen und einen ohnehin schon schwachen Wirtschaftskreislauf abwürgen.

Konsum-und Anspruchsdenken wurden hochgerüstet

Und jetzt wird dem Bundesbürger nicht nur von der Regierung, sondern vom gesamten Establishment das Märchen bis zum Verdruss vorerzählt, dass Griechenland nicht zu doll sparen dürfe, weil die Wirtschaft dort andernfalls implodieren würde. Im Übrigen würde der für die deutsche Wirtschaft so furchtbar notwendige Absatzmarkt Griechenland zum Schaden der deutschen Wirtschaft weg brechen, wenn man den griechischen Konsum nicht weiter finanzierte.

Es ist ein sonderbarer Ansatz das durch eine Geldschwemme eskalierte Problem der griechischen Volkswirtschaft jetzt mit noch mehr Geld beheben zu wollen. Aber natürlich: noch mehr Geld bekommt Griechenland ja nur, wenn es sich selbst wirtschaftlich gesprochen runderneuert, den Gürtel enger schnallt und Reformen, Reformen, Reformen in die Welt setzt. Und um sich dann allerdings nicht tot zu sparen und überhaupt reformieren zu können, bräuchte Griechenland für immer größere Zeiträume immer mehr Geld, entweder direkt aus dem Euro-Norden oder via Bürgschaften (aus dem Norden) vom Weltfinanzmarkt.

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