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Bofinger, Feld & Co.: Ökonomen warnen vor Katastrophe für Europa

Ist die Euro-Schuldenkrise nach der Moody’s-Warnung noch beherrschbar? Experten melden ernste Zweifel an und sprechen von einer "nicht-endenden Krise".

Nach den Protesten in Brasilien fürchtet der Harvard-Ökonom Niall Ferguson, dass sich die Unruhen nach Europa ausbreiten könnten. Er halte vor allem Frankreich für "extrem anfällig", sagte Fergusson dem Sender CNBC. Er befürchte, dass es "bereits in diesem Sommer so weit sein kann, dass wir die Stadt in Flammen sehen". Grund dafür sei die schlechte Wirtschaftslage, die hohe Jugendarbeitslosigkeit und damit eine allgemein aufgeladene Stimmung gegen die Regierung von Francois Hollande. Fergusson sagte, dass Paris traditionell eine Stadt sei, in der es schnell zu Unruhen und Ausschreitungen komme.

Bild: AP

Unter Wirtschaftsexperten und Politikern wächst die Sorge, dass Deutschland mit der Schuldenkrise in der EU bald überfordert sein könnte. Hintergrund ist die Einschätzung der Ratingagentur Moody's, wonach die Spitzenbonität der Bundesrepublik gefährdet ist. Am Mittwoch senkte die amerikanische Ratingagentur auch den Ausblick für den Euro-Rettungsschirm EFSF, sowie für mehrere deutsche Bundesländer.

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"Wir glauben, dass Europa (...) schlafwandelnd auf eine Katastrophe mit unkalkulierbaren Ausmaßen zutaumelt", heißt es in der Studie von 17 renommierten Ökonomen, darunter zwei Mitglieder des Deutschen Sachverständigenrates "Der Eindruck einer nicht-endenden Krise, in der ein Dominostein nach dem anderen fällt, muss korrigiert werden." Der bislang letzte Dominostein, Spanien, stehe kurz vor einer Liquiditätsspritze.

Die Studie wurde von der Denkfabrik Institute for New Economist Training (Ines) veröffentlicht. Diese hatte einen Rat zum Thema Euro-Staatsschuldenkrise gegründet. Die Lage ist aber trotz aller Dramatik nach der Analyse der Ökonomen nicht ausweglos. "Es ist nach wie vor möglich, ökonomisch und politisch, einen Weg heraus aus der Eurokrise zu finden", heißt es. Die Politiker müssten vor allem die fehlerhafte Konstruktion der Eurozone korrigieren und sie mit neuen Elementen ergänzen. Dazu gehörten eine signifikante Lastenteilung unter den Euro-Ländern und eine Strategie, die darauf konzentriert sei, die aktuell am härtesten kämpfenden Krisenländer im Währungsraum zu stabilisieren. Wenn es um die Behebung von Konstruktionsmängeln gehe, dann bedeute das unter anderem die Schaffung einer Fiskalunion einschließlich einer Bankenunion mit starken europäischen Institutionen.

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Bietet der Schuldentilgungsfonds einen Ausweg?

Zu den Autoren der Analyse gehören die beiden deutschen Wirtschaftsweisen Lars Feld und Peter Bofinger sowie ihre frühere Kollegin in dem Sachverständigengremium Beatrice Weder di Mauro. Als Lösungsansatz für die aktuellen Probleme sehen die Wirtschaftsexperten den Vorschlag eines Schuldentilgungsfonds, wie er vom Sachverständigenrat vorgeschlagen und jüngst noch einmal ergänzt worden war. Demnach würde die Euro-Staaten alle Staatsschulden, die ein Maß von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts übersteigen, in einen Gemeinschaftsfonds geführt werden. Die Schulden – das wäre derzeit ein Volumen von 2,3 Billionen Euro – würden dann durch gemeinsame Anleihen finanziert.

Die Vorteile solch eines Fonds erklärte Feld im Gespräch mit WirtschaftsWoche Online Ende Juni. "Ohne den Fonds müsste Italien, um seine Konsolidierungsvorgaben einzuhalten,  Primärüberschüsse erzielen, die zwischen sechs und sieben Prozent liegen. Und das 25 Jahre lang. Das haben wir bislang noch nirgendwo gesehen auf der Welt. Das ist utopisch", sagt Feld. Durch die Finanzierung eines Teils der Schulden über Gemeinschaftsanleihen bräuchte Italien nur noch Primärüberschüsse von 4 bis 4,5 Prozent. "Das ist ambitioniert, aber machbar. Bei solch einer Rate braucht man 25 Jahre. Dass das eine lange Zeit ist, ist uns bewusst."

Die Disziplinierungswirkung der Finanzmärkte werde dabei nicht ausgesetzt, da nur die Schulden, die über der Grenze von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen, in den Fonds übergehen. Und: Durch den Kauf von Anleihen auf den Primärmärkten habe der Schuldentilgungsfonds immer die Möglichkeit, nationale Schuldverschreibungen zu kaufen und zu verkaufen. So bestehe die Möglichkeit, die Anleihen von Ländern zu verkaufen, die sich nicht an Reform- und Konsolidierungsabsprachen halten. "Die Zinsen für diese Länder werden steigen, die Disziplinierungswirkung ist da", so Feld.

11 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 28.07.2012, 07:25 UhrFreiheit

    Bofinger ist einer von Schäubles Hofnarren um den Karren noch weiter in den Dreck zu fahren. Mit einer Katastrophenwarnung stricken diese Systemlinge wohl an ihrem Alibi für den kommenden EURO-GAU. Die Rezepte hat ihm Schäuble diktiert. Wenn man sich vor Augen führt was diese EUrofanatiker angerichtet haben - das eigen Volk wird ins Elend gestürzt - dann kann man erahnen wie sie um ihren Hals kämpfen werden!

  • 27.07.2012, 12:36 UhrSuper-Angie

    Mario Draghi hat nur noch einen Schuß frei--geht der daneben ( ich gehe davon aus ) werden die Märkte reagieren und Spanien und ITALY sturmreif geschossen, ich denke das Spanien aus dem Euro fliehen wird, vielleicht auch ITALY. Es ist 1 vor 12 Uhr um seine Ersparnisse in Sicherheit zu bringen vielleicht schon nach 12--zu spät.

    Sollten die Bond-Zinsen wieder steigen auf über 7 % nahe 8 % setzt in der EU Zone in den Geber-Ländern ein Bankenrun ein. Die Deutschen sind zwar Lahm aber noch nicht ganz verblödet.

    Wer zu spät kommt den bestraft das Leben.

  • 26.07.2012, 19:00 Uhrmathias

    @Margit
    Wenn Sie noch lernen in einem weit größerem politischem Umpfang zu
    denken,könnte ich Sie adoptieren.
    DDR2 kann es nicht sein,weil D hier Weltpolitik betreibt,was Bush
    erlaubt hat-allerding nur innerhalb Europa.Der Angriff auf den Buck
    war ein Fehler der erneut zeigt,das man mit Deutschland keine
    verlässlichen Verträge-Abkommen machen kann.
    Ungarn immer noch im Traum (MT)Monarchie hat sofort für den Krieg
    ehem.Jug. seinen Luftraum freigegeben.
    Heute wissen die Bürger,das Sie von Deutschland nur missbraucht und
    ausgebeutet werden.
    Andere Ostblockländer kommen auch langsam dahinter, das D niemals
    vergisst.
    Bush hat den Arabern Land das den Jugos gehört zugesagt,um seine
    eigene Interessen zu schützen.
    Die Welt wurde neu aufgeteilt,und mancher merkt es zu spät,das man
    sich verspekuliert hat.

    Deutschland gibt den € und EU nicht auf- bis der dumme "Michel"
    wieder mit "Knarre" im fremdem Land auf Menschen schiesst bei denen
    vormals in Urlaub war.
    In Kossovo werden schon D-Soldaten erschossen.Begreifen nicht,das Sie
    dort NICHTS zu suchen haben.Und auch noch mit Waffen aus D.

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