Bonität: Fitch wertet Griechenland erneut ab

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Bonität: Fitch wertet Griechenland erneut ab

, aktualisiert 18. Mai 2012, 03:18 Uhr
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Fitch-Zentrale in New York.

Quelle:Handelsblatt Online

Kehrt Griechenland zur Drachme zurück? Die Ratingagentur Fitch wartet die Neuwahlen nicht ab, sie hat das Land abermals herabgestuft. Die Risiken seien zu hoch. Ein Austritt aus der Währungsunion bedeute Kreditausfall.

Die Ratingagentur Fitch hat die Bonität Griechenlands erneut gesenkt. Die Ratingagentur begründete den Schritt am Donnerstag mit der Gefahr, dass Griechenland aus der Euro-Zone ausscheide.

Anlagen seien nun mit CCC bewertet. In dieser Kategorie bestehen beträchtliche Risiken und nur bei günstiger Entwicklung sind keine Ausfälle zu erwarten. Bisher hatte die Ratingagentur das vom Staatsbankrott bedrohte Euroland mit B- bewertet. Die Bonität der kurzfristigen Schulden senkte Fitch von „B“ auf „C“.

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Fitch führte für seine Entscheidung auch das gute Abschneiden von Parteien bei der Wahl vom 6. Mai an, die gegen den von EU und IWF geforderten harten Sparkurs sind. Nach den erfolglosen Versuchen einer Regierungsbildung wird das Land nun bis zur nächsten Wahl am 17. Juni von einer Übergangsregierung geführt.

Fitch hatte die langfristige Kreditwürdigkeit des pleitebedrohten Eurolands erst Anfang März um vier Noten heraufgestuft und damit auf den vollzogen Schuldenschnitt reagiert. Zuvor hatte die Agentur Griechenland noch als teilweisen Zahlungsausfall bewertet.

Volksabstimmung über Verbleib oder Austritt

Durch den - zum Teil erzwungenen - Forderungsverzicht privater Gläubiger hatte Griechenland seinen Schuldenberg auf einen Schlag um knapp 107 Milliarden Euro reduziert. Investoren mussten ihre Anleihen in neue mit geringerer Verzinsung umtauschen und im Schnitt mehr als 70 Prozent ihrer Forderungen abschreiben.

In Griechenland eskalierte die Lage zuletzt: Nach den Wahlen ist es dem krisengeschüttelten Staat nicht gelungen, eine handlungsfähige Regierung zu bilden. Die bevorstehende Wahl wird von Beobachtern zunehmend als eine Art Volksabstimmung über Verbleib oder Austritt aus der Währungsunion gesehen.

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"Sollte die Neuwahl am 17. Juni keine Regierung mit einem Mandat zur Fortsetzung des EU-IWF-Programs von Sparhaushalt und Strukturreform hervorbringen, wäre ein Ausscheiden Griechenlands (aus der Eurozone) wahrscheinlich", erklärten die Analysten. Ein Austritt aus der Währungsunion würde einen Kreditausfall nach sich ziehen, hieß es.

Teile der Bevölkerung stellen sich offenbar auf einen Euro-Austritt ein: Griechische Bankkunden ziehen seit Wochenbeginn massenhaft Geld von ihren Konten ab und überweisen es ins Ausland. Am Mittwochabend wurde zudem bekannt, dass die Europäische Zentralbank einige griechische Banken nicht mehr mit Krediten versorgt, weil diese nicht mehr über ausreichende Sicherheiten verfügen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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