Brüssel will Müllkreislauf : Ehrgeizige Recyclingziele für Europa

Brüssel will Müllkreislauf : Ehrgeizige Recyclingziele für Europa

Bild vergrößern

„Wir schlagen vor, aus Europa eine Gesellschaft ohne Abfall zu machen“, sagt EU-Umweltkommissar Janez Potocnik am Mittwoch in Brüssel.

Noch wird in Europa ziemlich wenig Müll wiederverwertet - nicht einmal die Hälfte. Das soll sich nun ändern. Die Kommission schlägt ehrgeizige Recyclingziele vor. Umweltschützern gehen sie nicht weit genug.

Die Europäer sollen nach dem Willen der EU-Kommission deutlich mehr Müll wiederverwerten. Dazu legte EU-Umweltkommissar Janez Potocnik am Mittwoch in Brüssel ein Gesetzespaket auf den Tisch. Es sieht vor, dass bis zum Jahr 2030 insgesamt 70 Prozent des Abfalls recycelt werden, bei Verpackungsmüll sogar 80 Prozent. Diese Ziele müsste jeder EU-Staat erfüllen. Im Blick hat Potocnik Müll aus Haushalten, Büros und Restaurants, aber nicht Industrieabfälle. Potocnik sagte: „Wir schlagen vor, aus Europa eine Gesellschaft ohne Abfall zu machen.“

Bis 2025 sollen außerdem recycelbare Abfälle wie Plastik, Papier, Pappe oder Glas nicht mehr auf Deponien landen. Bis 2030 könnte das Verbot auf fast alle verwertbaren Abfälle ausgedehnt werden.

Anzeige

Derzeit allerdings sind viele EU-Staaten noch weit von Potocniks Zielwerten entfernt. So wurden laut EU-Statistikamt Eurostat 2012 im EU-Schnitt 42 Prozent des privaten Abfalls recycelt oder kompostiert. Deutschland führte die Liste mit 65 Prozent an, gefolgt von Österreich (62 Prozent) und Belgien (57 Prozent). Schlusslicht war mit nur einem Prozent Rumänien. Auch die Slowakei und Malta wiederverwerteten und kompostierten bisher nur einen geringen Anteil ihres Abfalls (beide 13 Prozent). Bereits heute gilt für das Jahr 2020 ein EU-weites Recycling-Ziel von 50 Prozent, Industrieabfälle ausgenommen.

Wie Sie Elektronik recyclen können

  • Auktionsportale / Kleinanzeigen

    Auktionsportale wie eBay oder Kleinanzeigenplattformen sind eine gute Anlaufstelle, um Altgeräte loszuwerden. Was bei Auktionen zu beachten ist: Es kann passieren, dass Geräte unter Wert den Besitzer wechseln.

  • Gebrauchtportale

    Über Portale wie reBuy, Wirkaufens oder Flip4New können alte Geräte noch zu Geld gemacht werden: Oft liegen die Angebote der Portale deutlich unter den Preisen, die man auf zum Beispiel auf eBay erzielen würde, dafür spart man sich das Risiko, Smartphone und Co. unter Wert zu verkaufen.

  • Spenden

    Wer möchte, kann mit seinen alten Geräten einen guten Zweck unterstützen. Einige Mobilfunkanbieter arbeiten dafür mit gemeinnützigen Organisationen zusammen. Alternativen: Vor Ort nach Institutionen wie der Obdachlosenhilfe schauen.

  • Recycling vor Ort

    Ist ein Gerät kaputt, kann man es bei einer lokalen Sammelstelle, zum Beispiel beim Wertstoffhof, abgeben. Die Entsorgung kostet in den meisten Kommunen nichts, sofern man haushaltsübliche Mengen anliefert.

  • Recycling per Post

    Wer sich den Weg zum Wertstoffhof sparen will, kann seine Elektrokleingeräte per Post verschicken. Die Deutsche Post bietet mit Electroreturn einen einfachen Dienst an. Online lassen sich kostenlose Versandmarken herunterladen und ausdrucken, mit denen die Geräte in die Post gegeben werden dürfen.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßte die Pläne, warnte aber vor unrealistischen Vorgaben. „Ambitionierte Ziele sind erforderlich, diese müssen aber für alle EU-Mitgliedstaaten realisierbar sein“, sagte VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck.

Auch Umweltverbände unterstützten die Pläne im Allgemeinen. BUND-Bundesgeschäftsführer Olaf Bandt forderte Deutschland allerdings auf, wie die Kommission die Berechnungsmethode für den Anteil an wiederverwertetem Müll zu ändern. Bislang fließe der gesamte, in die Anlagen gebrachte Recyclingmüll in die Quote ein - egal, ob er tatsächlich wiederverwertet werde oder nicht. „Die Erhöhung der Recyclingquoten ist ein wichtiger Baustein für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Diese müssen aber auch ehrlich berechnet werden.“

Weitere Artikel

Das Europäische Umweltbüro (EEB) hatte bei Bekanntwerden der Pläne gefordert, es solle auch Ziele zur Müllvermeidung geben. Nach EU-Angaben kamen auf jeden EU-Bürger 2012 durchschnittlich rund 490 Kilogramm Abfall pro Jahr.

Die Pläne benötigen die Zustimmung der EU-Staaten und des Europaparlaments.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%