Brüsseler Anschlägen: Zahl der Todesopfer hat sich auf 35 erhöht

Brüsseler Anschlägen: Zahl der Todesopfer hat sich auf 35 erhöht

, aktualisiert 28. März 2016, 13:01 Uhr

Nach den Brüsseler Anschlägen hat sich die Zahl der Todesopfer nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf 35 erhöht.

Knapp eine Woche nach den verheerenden Anschlägen von Brüssel hat sich die Zahl der Todesopfer um vier auf nun 35 erhöht. Die neu bekannt gegebenen Opfer sind in den vergangenen Tagen in Krankenhäusern ihren Verletzungen erlegen, wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Hinzu kommen noch die drei islamistischen Selbstmordattentäter. Die belgische Justiz erließ zudem Haftbefehle gegen drei weitere Terrorverdächtige.

Zu den Anschlägen am Dienstag am Flughafen und in einer U-Bahn hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. Es gab dabei auch 340 Verletzte.

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Dass erst jetzt weitere Todesopfer bekannt gegeben wurden, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Ine Van Wymersch, mit unterschiedlichen Zuständigkeiten der Behörden und Verzögerungen im Informationsfluss. Ihren neuen Angaben zufolge wurden 31 Menschen am Dienstag am Flughafen oder in der U-Bahn getötet, vier weitere starben später im Krankenhaus.

Die Gegner des Islamischen Staates

  • USA

    Die mächtigste Militärmacht der Welt führt den Kampf gegen den IS an. Seit mehr als einem Jahr bombardiert die US-Luftwaffe die Extremisten in Syrien und im Irak. An ihrer Seite sind auch Jets aus Frankreich und anderen westlichen Staaten sowie aus arabischen Ländern im Einsatz. Washington hat zudem US-Militärberater in den Irak entsandt, die Bagdad im Kampf am Boden unterstützen.

  • Russland

    Moskaus Luftwaffe fliegt seit Ende September Luftangriffe in Syrien. Sie sollen nach Angaben des Kremls den IS bekämpfen. Der Westen und syrische Aktivsten werfen Russland jedoch vor, die meisten Luftangriffe richteten sich gegen andere Rebellen, um so das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu unterstützen.

  • Deutschland

    Deutschland liefert seit mehr als einem Jahr Waffen an die Kurden im Norden des Iraks, darunter die Sturmgewehre G3 und G36 und die Panzerabwehrwaffe Milan. Die Bundeswehr bildet zudem kurdische Peschmerga-Kämpfer für den Kampf am Boden aus.

  • Arabische Staaten

    Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Katar und Jordanien unterstützen die USA bei den Luftangriffen. Vor allem Saudi-Arabien und Jordanien sehen den IS als Gefahr, weil die Extremisten bis an ihre Grenzen herangerückt sind.

  • Kurden

    Sowohl im Norden Syriens als auch im Nordirak gehören die Kurden zu den erbittertsten Gegnern des IS. Die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) im Syrien und die Peschmerga im Irak konnten den Extremisten empfindliche Niederlagen beibringen. Unterstützt werden sie von mehreren westlichen Staaten.

  • Irakische Armee

    Das irakische Militär geht in mehreren Regionen des Landes gegen den IS vor. Allerdings kann sie nur wenige Erfolge vorweisen. Seit Monaten versucht die Armee erfolglos, die westirakische Provinz Al-Anbar zu befreien. Unterstützt wird sie von schiitischen Milizen, die eng mit dem Iran verbunden sind.

  • Syrische Rebellen

    Sie bekämpfen das Regime und den IS. Das gilt auch für die Nusra-Front, syrischer Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Sie teilt die Ideologie des IS, ist aber mit ihm verfeindet.

  • Syrisches Regime

    Auch das syrische Militär geht gegen den IS vor. Kritiker werfen dem Regime jedoch vor, es greife vor allem andere Rebellen an und lassen die Extremisten gewähren. Auffällig ist, dass sich die meisten syrischen Luftangriffe nicht gegen den IS, sondern gegen Regionen unter Kontrolle anderer Gruppen richten.

Die drei am Montag in Haft genommenen Terrorverdächtigen waren tags zuvor festgenommen worden und sollen einer terroristischen Vereinigung angehören. Ein vierter Mann bleib nur vorübergehend in Polizeigewahrsam und kam wieder frei. Am Sonntag hatte es insgesamt 13 Anti-Terror-Razzien gegeben, die meisten im Großraum Brüssel. Eine Verbindung zu den Attentaten vom Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft aber nicht herstellt.

Die belgische Polizei fahndet zudem weiter nach einem dritten Terrorverdächtigen vom Flughafen. Die Beschreibung des mutmaßlichen Täters auf der Internetseite der Polizei wurde um ein Video ergänzt. Die Ermittler gehen damit offenbar davon aus, dass der gefasste Fayçal C. nicht der Mann auf dem Foto ist. Die Staatsanwaltschaft war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Auf Fahndungsbildern ist der Mann mit heller Jacke und einer Mütze gemeinsam mit den beiden späteren Selbstmordattentätern zu sehen, die als Ibrahim El Bakraoui und Najim Laachraoui identifiziert wurden.

Zwischenzeitlich hatten belgische Medien gemeldet, dass der dritte Gesuchte gefasst sei. Es sei der festgenommene Fayçal C., hieß es. Gegen ihn wurde wegen des Verdachts auf Beteiligung an terroristischen Morden Haftbefehl erlassen. Eine offizielle Bestätigung dafür, dass er der dritte Komplize vom Flughafen ist, gab es aber nicht. Die Zeitung „Le Soir“ hatte am Samstag gemeldet, der Mann sei von dem Taxifahrer erkannt worden, der das Terrorkommando zum Flughafen gebracht hatte.

Nach den Anschlägen geraten europaweit immer mehr Verdächtige ins Visier der Ermittler. Am Sonntag nahm eine niederländische Anti-Terror-Einheit in Rotterdam einen 32-jährigen Franzosen fest. Er wird von der französischen Justiz verdächtigt, an der Vorbereitung eines Anschlags in Frankreich beteiligt zu sein, wie die Staatsanwaltschaft Rotterdam mitteilte. Bei der Razzia wurden auch drei weitere Personen festgenommen.

Die Festnahme des Franzosen in Rotterdam stand im Zusammenhang mit dem Anschlagsplan, den die französischen Behörden am Donnerstag mit einer Festnahme vereitelt hatten, wie Innenminister Bernard Cazeneuve mitteilte. Er hatte gesagt, der Plan sei in einem „fortgeschrittenen Stadium“ gewesen.

Weitere Artikel

Die Randale Hunderter teils rechtsradikaler Hooligans am Sonntag auf dem Brüsseler Börsenplatz entfachte in Belgien einen politischen Streit. Etwa 400 Hooligans hatten eine friedliche Gedenkveranstaltung für die Opfer der Terroranschläge gestört. Bürgermeister Yvan Mayeur erhob im Sender RTL Vorwürfe. Die Sicherheitsbehörden hätten ihn am Vortag vor „400 Verrückten“ gewarnt, die nach Brüssel kommen wollten. Er beschwerte sich, dass die Polizei des Ortes Vilvoorde nördlich von Brüssel die Hooligans nicht aufgehalten habe. Über Vilvoorde war der Großteil der Unruhestifter überwiegend aus Antwerpen angereist.

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