Bundesbank-Chef: Im Kampf gegen Euro-Krise nicht nachlassen

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Bundesbank-Chef: Im Kampf gegen Euro-Krise nicht nachlassen

Die Schuldenkrise ist keineswegs ausgestanden. Bundesbank-Chef Weidmann warnt vor nachlassendem Eifer im Kampf gegen verfehlte Haushaltspolitik und Verbraucher vor trügerischer Sorglosigkeit.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat die Verbraucher davor gewarnt, bei Käufen auf Pump mit dauerhaft niedrigen Zinsen zu planen. „Die gegenwärtige Niedrigzinsphase darf kein Dauerzustand sein, und darauf sollte sich auch niemand verlassen. Das sollten auch all jene bedenken, die sich jetzt verschulden“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Trotz positiver Nachrichten von den Märkten dürfe der Kampf gegen die Krise nicht nachlassen, forderte Weidmann.
Die Ratingagentur Fitch stufte derweil die Kreditwürdigkeit des angeschlagenen Euro-Landes Slowenien herab. Fitch begründete die Entscheidung am Freitagabend mit merklich verschlechterten Aussichten für das Wirtschaftswachstum und den Staatshaushalt des unter einer schweren Bankenkrise leidenden Landes. Slowenien gilt als nächster Kandidat für Staatshilfen der Euro-Partner. Noch versucht das Land, seine Banken ohne externe Hilfe zu sanieren.
Die Bonitätswächter senkten die Note von bisher „A-“ auf „BBB+“. Der Ausblick für das Rating bleibt demnach negativ - damit droht eine weitere Herabstufung. Die aktuelle Bewertung liegt drei Noten über dem sogenannten Ramschniveau.

Europäische Banken

  • September 2007

    Die Düsseldorfer Traditionsbank IKB importiert die internationale Finanzkrise nach Europa. Fatale Spekulationen am US-Häusermarkt kosten die staatliche Mutterbank KfW 3,5 Milliarden Euro.

  • Januar 2008

    Der Freistaat muss die Sachsen LB wegen hoher Verluste an die baden-württembergische
    Landesbank LBBW notverkaufen. Sachsens Bürger verlieren 430 Millionen Euro Garantien.

  • Oktober 2008

    Zockereien bei der irischen Tochter Depfa brechen der einst als solide geltenden Immobilienbank
    Hypo Real Estate das Genick. Die HRE kassiert knapp 10 Milliarden Euro staatliche Kapitalspritzen
    und beansprucht Bürgschaften von bis zu 124 Milliarden Euro.

  • November 2008

    Die Münchner Landesregierung steckt 10 Milliarden Euro in ihre von der Finanzkrise gebeutelte Landesbank BayernLB. Brüssel verlangt in der Folge eine Schrumpfung der Bilanz um die Hälfte.

  • Dezember 2008

    Nach der Übernahme der maroden Dresdner Bank mitten in der Finanzkrise ruft die Commerzbank nach dem Staat. Der pumpt 18,2 Milliarden Euro Rettungskapital hinein.

  • April 2009

    Die platzende Immobilienblase auf der grünen Insel zwingt mit der Bank of Ireland nicht nur Irlands älteste Bank in die Knie. Auch alle anderen irischen Institute brauchen Staatsgeld – ein 67-Milliarden-Paket der Euro-Zone und des IWF verhindert den Staatsbankrott.

  • August 2011

    Die Alpha Bank, zweitgrößte griechische Bank, fusioniert mit einer Konkurrentin. Allein kann das Institut 608 Millionen Euro Verluste aus griechischen Anleihen nicht tragen.

  • September 2011

    Ratingagenturen senken die Bonitätsklasse der französischen Großbanken BNP Paribas, Société
    Générale und Crédit Agricole. Europäische Institute reduzieren ihre Frankreich-Einlagen.

  • Oktober 2011

    Kurz nachdem der Finanzier für die öffentliche Hand den EU-weiten Bankenstresstest bestanden hat, muss Dexia von Brüssel und Paris verstaatlicht und mit 55 Milliarden Euro öffentlichen Garantien
    gestützt werden. Grund: notleidende Kredite an griechische Schuldner.

  • Mai 2012

    Madrid verstaatlicht den aus regionalen Sparkassen entstandenen Bankkonzern Bankia. Wegen der
    spanischen Immobilienkrise braucht Bankia bis zu 24 Milliarden Euro. Spaniens Krisenbanken könnten bis zu 100 Milliarden Euro Kredite und Kapital benötigen.

  • Juni 2012

    Die WestLB, Landesbank Nordrhein-Westfalens, macht nach gigantischen Verlusten für immer dicht. Brüssel ordnet die Abwicklung an. Kosten für Staat und Sparkassen: 18 Milliarden Euro.

  • August 2012

    Hohe Abschreibungen bei Firmenkrediten reißen eine der ältesten Banken der Welt in den Abgrund.
    Die Bonität der 1472 gegründeten Monte dei Paschi di Siena sinkt auf Ramschniveau. Viele italienische Banken leiden zudem unter Abschreibungen auf Staatspapiere.

  • September 2012

    Die Regierung des Inselstaats Zypern fordert EU-Hilfen für ihren Bankensektor. Das größte Institut,
    die Bank of Cyprus, kann ihre Kapitallücke nicht allein aus privaten Geldquellen stopfen.

Konkurrent Moody's hatte die Bonitätsnote sogar bereits in den Ramschbereich („Ba1“) gesenkt. Die dritte große Agentur, Standard & Poor's, bewertet Slowenien aber weiterhin mit „A-“.

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Je schlechter ein Rating ist, desto teurer und schwieriger kann die Aufnahme von Geld am Kapitalmarkt werden. Oder anders gesagt: Die Zinsen könnten steigen, was eine ohnehin angespannte Finanzlage weiter verschärfen könnte.
Die Lage im hoch verschuldeten Zypern bleibt laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) trotz eines Hilfsprogramms kritisch. Es sei möglich, dass die Inselrepublik mehr Geld benötige, sollte ihre Konjunktur stärker schrumpfen als erwartet, heißt es in einem am Freitag in Washington vorgelegten IWF-Bericht.

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