Bundesbank: Griechenland drückt Gewinn

Bundesbank: Griechenland drückt Gewinn

von Anne Kunz

Die Angst vor einem Zerbrechen der Währungsunion frisst den Gewinn der Deutschen Bundesbank. Doch die Rückstellungen könnten dennoch zu niedrig sein.

Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Kreise des Bundesfinanzministeriums, ist der Überschuss der Notenbank im vergangenen Jahr auf weniger als eine Milliarde Euro geschrumpft und liege nur noch im hohen dreistelligen Millionenbereich. Für 2010 hatte die Bundesbank noch 2,2 Milliarden Euro Gewinn ausgewiesen, im Jahr davor sogar 4,1 Milliarden Euro. Haupteinnahmequellen der Notenbanken sind die Verzinsung ihrer Devisenreserven und die Gewinne aus ihren geldpolitischen Operationen, also dem Kauf von Staatsanleihen, Pfandbriefen und der Leihgeschäfte mit Banken, sowie Überschüsse aus ihrem Investmentportfolio. Doch das niedrige Zinsniveau drückt deren Einnahmen. Trotzdem hätte der Gewinn für 2011 laut Michael Schubert von der Commerzbank mehr als zwei Milliarden Euro betragen müssen, da das Volumen der Verleihgeschäfte an Banken deutlich gestiegen sei.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann weist einen deutlich geringeren Gewinn aus. Quelle: dpa

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann weist einen deutlich geringeren Gewinn aus.

Bild: dpa


Doch aufgrund der wachsenden Risiken im Euroraum hat die Bundesbank sehr hohe Wagnisrückstellungen gebildet. Diese haben die zusätzlichen Gewinne aus geldpolitischen Operationen durch das Anleihekaufprogramm SMP völlig aufgefressen, obgleich die Renditen hier sehr hoch sind. Allerdings würden im Falle einer Pleite Griechenlands die Verluste deutlich höher ausfallen. Somit wird auch ein Teil des übrigen aufgrund der niedrigen Zinsen eher geringen Überschusses durch die Rückstellungen aufgezehrt. Es bleibt ein magerer Gewinn.

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Haupttor der Deutschen Bundesbank in Frankfurt Quelle: dpa

Das Problem ist jedoch: Wenn Griechenland aus der Währungsunion austritt, würde die Deutsche Bundesbank womöglich auf Forderungen in dreistelliger Milliardenhöhe aus dem internen Verrechnungskonten des europäischen Zentralbankensystems, dem sogenannten Target-2-Saldo, sitzenbleiben. Dafür hat die Bundesbank jedoch bisher keine Wagnisrückstellungen gebildet. Der Gewinn würde dann noch deutlich niedriger ausfallen.
Offiziell wird die Bilanz für 2011 Mitte nächster Woche vorgestellt. Laut Medienbericht reißt der niedrige Bundesbank-Gewinn eine Lücke von mehr als 1,5 Milliarden Euro in den aktuellen Bundeshaushalt. Laut Haushaltsplan sollte die Bundesbank 2,5 Milliarden Euro Überschuss an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) überweisen.

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