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exklusivBundesfinanzminister: Schäuble warnt vor Blase bei zu lockerer Geldpolitik

19. April 2013
EZB-Logo Quelle: dapdBild vergrößern
Finanzminister Schäuble lehnt die Forderung der Krisenländer nach mehr Liquidität ab und lobt die Geldpolitik der EZB Quelle: dapd
von Christian Ramthun und Henning Krumrey

Der Finanzminister spricht sich im Interview mit der WirschaftsWoche dafür aus, die Liquidität in der Euro-Zone zu reduzieren. Allerdings seien die Spielräume aufgrund der Krise in Südeuropa begrenzt.

„Es ist viel Geld im Markt, meiner Meinung nach zu viel Geld“, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Wenn die EZB versucht, Spielräume auszunutzen, um die große Liquidität ein wenig zu verringern, kann ich das nur begrüßen.“ Allerdings seien die Spielräume derzeit wegen der Krise in Südeuropa gering. „Wir dürfen in Deutschland nicht vergessen, dass viele europäische Länder noch in einer prekären Wachstumslage sind.“

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Schäuble lobt in dem Interview ausdrücklich die Geldpolitik der EZB. „Bei einer Inflationsrate von unter zwei Prozent kann man nur sagen, dass die EZB zurzeit scheinbar alles richtig macht. Im Übrigen bilden sich auch die Target2-Salden zwischen den nationalen Zentralbanken zurück, und die Lohnstückkosten gleichen sich an. Das sind auch Signale dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Die Forderung der Krisenländer, die dortigen Wirtschaftskrisen durch mehr Liquidität zu bekämpfen, lehnt Schäuble ohne Bereitschaft zu durchgreifenden Reformen ab. „Wer nur mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf pumpt, ohne die erforderlichen Reformen anzugehen, schafft damit noch kein nachhaltiges Wachstum. Die Leute übersehen, dass dann die Gefahr einer Blasenbildung schwerer wiegt, als der kurzfristige Konjunktureffekt.“

Weltweite Mindeststeuer für Unternehmen

Unternehmen sollten überall auf der Welt einen Mindeststeuersatz zahlen. Dafür hat sich Schäuble im Vorfeld der IWF-Frühjahrstagung ausgesprochen. „Ein einheitliches, weltweites Steuersystem ist wohl Illusion. Aber eine Mindestbesteuerung wäre wünschenswert“, sagte Schäuble. Er will damit die „gezielte Minimierung der Steuerbelastung“ durch Unternehmen verhindern. „Da ist durch die Globalisierung, das Internet und die zunehmende Bedeutung von immateriellen Vermögenswerten – Stichwort Lizenzen – eine unglaubliche Dynamik entstanden. Es kann aber doch nicht richtig sein, dass global tätige Konzerne nur halb so viel Steuern zahlen wie andere Unternehmen.“

Die Initiative Schäubles und des britischen Finanzministers George Osborne zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Steueroasen wolle deshalb auch die „exzessive Steuergestaltung“ der Unternehmen bekämpfen. „Wir müssen durch internationale Zusammenarbeit erreichen, dass Unternehmen wenigstens einmal angemessen besteuert werden.“ Dabei ist Schäuble der in Zypern gerade durchgesetzte Satz von 12,5 Prozent zu niedrig. „Ich hätte schon gern ein paar Prozentpunkte mehr.“

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Kommentare | 13Alle Kommentare
  • 20.04.2013, 12:45 UhrLilly

    Schäuble: „Wer nur mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf pumpt, ohne die erforderlichen Reformen anzugehen, schafft damit noch kein nachhaltiges Wachstum. Die Leute übersehen, dass dann die Gefahr einer Blasenbildung schwerer wiegt, als der kurzfristige Konjunktureffekt.“

    Und was bitte bedeutet konkret die GEFAHR EINER BLASENBILDUNG?

    Mag er uns das bitte erklären. Kein Wort davon. Die Konsequenz daraus könnte die Büger/innen ja verschrecken und in die Wahrnehmung von Realitäten führen.

    Ansonsten gilt:

    Griechenland ischt auf einem guten Weg.
    Portugal ischt auf einem guten Weg.
    Spanien ischt auf einem guten Weg.
    Irland ischt auf einem guten Weg.

    Alles wird gut.




  • 20.04.2013, 11:22 UhrAngelika

    "Das sind auch Signale dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

    Ich kann diesen Beschwichtigungssatz einfach nicht mehr hören. Es ist schmerzhaft und nicht mehr auszuhalten.

    Deswegen AfD. Dort wird logisch gedacht und argumentiert.

    Herr Schäuble, das schaffen Sie, Angela, Peer und die anderen nicht mehr.

  • 20.04.2013, 08:56 Uhrdwarskopp

    Schäuble hat nur eines im Sinn: Die V. St.v. Europa!! Seine sämtlichen Absonderungen und Winkelzüge lassen sich bei genauem Hinsehen als Bestandteil dieses mit bewundernswürdiger Konsquenz und Chuzpe verfolgten Masterplanes entlarven!! Der € und das durch ihn befeuerte(gesteuerte?) Chaos sind ausschließlich Mittel zu diesem Zweck!!!

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