Bundestag: Kindergeldanspruch für EU-Ausländer bestätigt

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Die wissenschaftlichen Dienste des Bundestages bestätigen den Kindergeldanspruch für EU-Ausländer

von Christian Ramthun

Die wissenschaftlichen Dienste des Bundestages bestätigen den Kindergeldanspruch für EU-Ausländer.

Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages kommen in einem Rechtsgutachten zu dem Ergebnis, dass Rumänen und Bulgaren in Deutschland einen Anspruch auf Kindergeld haben, auch wenn ihre Kinder gar nicht hier leben. Dies ergebe sich aus den entsprechenden Paragrafen des Einkommensteuergesetzes (§§ 62 bis 78). Dabei enthalte § 62 EStG keine Ausführungen zu freizügigkeitsberechtigten Ausländern, heißt es im Gutachten, das der WirtschaftsWoche vorliegt: "Daraus folgt, dass diese Kindergeld erhalten ..."
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Pätzold, der das Gutachten angefordert hat, plädiert deshalb für eine entsprechende Gesetzesänderung in Deutschland. Pätzold erklärte gegenüber WirtschaftsWoche Online: "Wir müssen diese Ungenauigkeit im Einkommensteuerrecht beseitigen und gesetzlich klarstellen, dass EU-Ausländer mit Kindern, die weiterhin in den Herkunftsländern leben und nicht mit ihren Eltern nach Deutschland mitziehen, nur den Anspruch auf Kindergeld erhalten, der ein existenzsicherndes Minimum auf Basis des Kostenniveaus in den Herkunftsländern gewährleistet. So kann Missbrauch des Kindergeldes eingedämmt werden."

Ausländer in Deutschland

  • Aus der EU

    Besonders viele Ausländer kommen aus den Ländern, die 2004 der EU beigetreten sind. Die Zahl stieg gegenüber 2011 um 15,5 Prozent. Spitzenreiter ist Ungarn mit einem Plus von 29,8 Prozent, gefolgt von Polen mit +13,6 Prozent.

  • Euro-Krisen-Länder

    Die Zahl der Ausländer aus den von der Euro-Krise betroffenen Mittelmeerstaaten hat sich erhöht. Aus Griechenland sind 5,1 Prozent mehr Ausländer als im Vorjahr nach Deutschland gekommen, aus Spanien waren es 9,1 Prozent mehr Ausländer.

  • Überraschung Türkei

    Die registrierte Bevölkerung mit türkischer Staatsangehörigkeit ist, ähnlich wie in den Jahren zuvor, um zwei Prozent zurückgegangen. Grund dafür ist die relativ hohe Zahl der Einbürgerungen.

  • Beliebstes Bayern

    Die meisten Ausländer zogen nach Bayern, das sind rund 65.900 mehr als im Jahre 2011. Den geringsten prozentualen Anstieg verzeichnet das Saarland mit einem Plus von 1,6 Prozent. 


Im Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages heißt es weiter, dass die EU bis auf wenige Ausnahmen keine Regelungskompetenz bei den direkten Steuern habe. Allerdings müssten nach ständiger Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes die Mitgliedstaaten bei ihrem Handeln das primäre Unionsrecht beachten. Die EU-Grundfreiheiten kämen bei einer Erwerbstätigkeit mit grenzüberschreitendem Bezug zum Tragen, so die Wissenschaftlichen Dienste.

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