Charlie Hebdo: Zwei Terroristen von Paris anonym beigesetzt

Charlie Hebdo: Zwei Terroristen von Paris anonym beigesetzt

In Frankreich soll es keine Pilgerstätte für muslimische Fanatiker geben. Deswegen sind zwei der drei getöteten Terroristen bereits anonym beigesetzt. Beim dritten Islamisten wird eine Lösung gesucht.

Nach den Anschlägen von Paris wollen französische Behörden keine Pilgerstätten für fanatische Muslime schaffen. Deswegen wurden am Wochenende zwei der drei getöteten Terroristen anonym beigesetzt. Im Fall des dritten Terroristen, des Geiselnehmers im koscheren Supermarkt, stand eine Entscheidung noch aus.

Nach seinem älteren Bruder wurde auch Chérif Kouachi am Samstag ohne Ankündigung an einem nicht markierten Ort beerdigt. Die Beisetzung in Gennevilliers im Norden von Paris fand nach Angaben aus dem Rathaus der Gemeinde ohne Teilnehmer statt. Die Frau des 32-Jährigen habe nicht dabei sein wollen.

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Die Kouachi-Brüder hatten beim Überfall auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ am 7. Januar zwölf Menschen getötet. Der ältere Bruder Saïd Kouachi war bereits am Freitag in Reims begraben worden. Kouachi habe zwei Jahre in dem Ort gewohnt, deswegen habe die Beerdigung dort nicht verweigert werden können, hieß es aus der Verwaltung der nordöstlich von Paris gelegenen Stadt. Eine angeblich von Chérif Kouachis Frau gewünschte gemeinsame Beerdigung der beiden Brüder war abgelehnt worden.11243424

"Je suis Charlie" Wie mit "Charlie Hebdo" Geld gemacht wird

In der Aufmerksamkeit um "Charlie Hebdo" wittern viele das große Geschäft: Das französische Patentamt hat bereits über 50 Markenanträge auf den Slogan "Je suis Charlie" erhalten.

T-Shirts mit dem Aufdruck "Je suis Charlie" werden in Kisten gepackt Quelle: dpa

Die Angehörigen des dritten Terroristen, Amedy Coulibaly, sollen noch keine Entscheidung getroffen haben. Er lebte in Grigny südlich von Paris. Coulibaly wird für die vier Opfer im Supermarkt sowie für einen Anschlag im Süden von Paris verantwortlich gemacht, bei dem eine Polizistin erschossen worden war.

Französische Ermittler fahnden weiter nach möglichen Unterstützern der drei Männer. Zuletzt waren im Zusammenhang mit der Terrorwelle noch einmal zwölf Menschen festgenommen worden. Die acht Männer und vier Frauen sollten wegen möglicher Verbindungen zu den Attentätern vernommen werden. Die zunächst auf 24 Stunden befristete Festnahme wurde am Wochenende für neun der Betroffenen verlängert, drei kamen auf freien Fuß.

Nach gewalttätigen Protesten in Teilen der islamischen Welt gegen die Mohammed-Karikatur in der aktuellen „Charlie Hebdo“-Ausgabe betonte Frankreichs Präsident François Hollande den Einsatz seines Landes für die Freiheitsrechte. „Frankreich hat Prinzipien und Werte, darunter besonders die Meinungsfreiheit“, sagte Hollande am Samstag bei einem Besuch in Tulle östlich von Bordeaux. Frankreich unterstütze auch die Länder der aktuellen Proteste im Kampf gegen den Terrorismus. Radikale Muslime hatten etwa im zentralafrikanischen Niger Kirchen und ein französisches Kulturzentrum angezündet.

"Wir sind ausverkauft" Ansturm auf „Charlie Hebdo“ in Deutschland

Estmals seit der Terrorattacke ist das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ auch wieder in Deutschland zu kaufen. Auf dem Titel ist erneut eine Mohammed-Karikatur. In islamischen Ländern kommt es deswegen zu heftigen Protesten.

In der Redaktion des Satire-Magazins «Charlie Hebdo» haben islamistische Attentäter ein Blutbad angerichtet, dem 12 Menschen, darunter der Chefredakteur zum Opfer fielen. Quelle: dpa

Die Nachfrage nach der neuen „Charlie Hebdo“-Ausgabe hielt auch am Wochenende an. In Frankreich waren zunächst wieder Exemplare des ersten Hefts nach den Terroranschlägen zu haben. Seit dem Erscheinungstag am Mittwoch war das Satiremagazin jeweils in kürzester Zeit vergriffen. Bisher wurden etwa 2,7 Millionen Exemplare verkauft. In Deutschland gab es am Samstag nur wenige Exemplare, die rasch ihre Käufer gefunden hatten.

Vor den Anschlägen von Paris wurden 60.000 „Charlie Hebdo“-Hefte gedruckt. Jetzt sollte das Magazin zunächst mit drei, dann mit fünf Millionen Exemplaren erscheinen. Wegen der Nachfrage wurde die Auflagenzahl am Samstag auf sieben Millionen erhöht.

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