Chefökonom Zandi: Wachstum im Euro-Raum ist gefährdet

exklusivChefökonom Zandi: Wachstum im Euro-Raum ist gefährdet

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Chefökonom Zandi sieht den hohen Eurowechselkurs als Gefahr für Wachstum im Euro-Raum. Zum Ende des Jahres 2015 erwartet er einen Euro-Dollar-Wechselkurs von 1,25

von Angela Hennersdorf

Vor einer Deflation in der Euro-Zone hat der Chefökonom des US-Finanzinstituts Moody’s Analytics, Mark Zandi, gewarnt. "Die niedrige Inflation und der hohe Euro-Wechselkurs sind eine Gefahr für die weitere wirtschaftliche Erholung im Euro-Raum", sagte Zandi im WirtschaftsWoche-Interview.

"Ich rechne damit, dass die Inflation in der Euro-Zone auch in den kommenden Monaten niedrig bleiben wird und nicht nur ein Ostereffekt war, wie Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, Mitte April behauptet hat", so Zandi.

Der hohe Euro-Wechselkurs von 1,38 oder 1,39 Euro zum Dollar sei vor allem für Südeuropa ein Problem. Zandi sieht den Kurs zwar Ende des Jahres bei nur noch 1,30zum Dollar, bis Ende 2015 werde der Euro-Dollar-Wechselkurs dann weiter auf 1,25 fallen.Doch das sei "immer noch zu hoch." Die Europäische Zentralbank (EZB) müsse deshalb aggressiv gegen den starken Euro vorgehen. Zandi prognostiziert, dass Draghi noch vor der Bekanntgabe der Banken-Stresstest-Ergebnisse im Herbst eingreifen wird.

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Laut Zandi kämen als geldpolitische Instrumente gedeckte Schuldverschreibungen in Frage. "Der Markt hat derzeit ein Volumen von rund einer Billion Euro. Es gab ja bereits zwei Programme zum Ankauf solcher Papiere durch die EZB, um den Refinanzierungproblemen der Banken entgegenzuwirken", argumentiert Zandi. Der Rettungsschirm ESM sei mit 55 Milliarden Euro viel zu klein. "Hier müssen die Politiker noch nachlegen. Es ist ein großes Risiko für die Euro-Länder, sollten die Banken nicht über genügend Kapital verfügen."

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