Chefvolkswirt der Deutschen Bank: Keine Kredite mehr für Griechenland

exklusivChefvolkswirt der Deutschen Bank: Keine Kredite mehr für Griechenland

Bild vergrößern

Thomas Mayer

von Anne Kunz

Der frühere Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer plädiert dafür, die bisherigen Hilfsprogramme für Griechenland zu streichen.

„Weitere Kredite zur Finanzierung des griechischen Haushalts darf es nicht mehr geben“, sagt Mayer im Interview mit der WirtschaftsWoche. Die bewilligten, aber noch nicht ausbezahlten Hilfsgelder von 71 Milliarden Euro sollten laut Mayer verwendet werden, um einen Bankenkollaps in Griechenland zu verhindern. Außerdem fordert Mayer, dass zukünftig die griechischen Banken dem Rettungsfonds ESM gehören: „Es ist notwendig, den hellenischen Stabilisierungsfonds, dem faktisch alle griechischen Banken gehören und für den derzeit die griechische Regierung verantwortlich ist, an den ESM zu übergeben.“

Anzeige

Die griechischen Kreditinstitute hätten dann den Status von Auslandsbanken in Griechenland. Mayer: „Sie wären EU-Banken – und könnten nicht mehr als Geldmaschinen für den hellenischen Staat missbraucht werden. Alle ausstehenden Hilfsgelder würden direkt an die griechischen Banken fließen.“

Sobald die Banken rekapitalisiert seien und dem ESM gehörten, könnte man den griechischen Staat sich selbst überlassen. Wenn dann alles gut geht, so Mayers Theorie, „könnten die Griechen 2013, sofern man die Zinszahlungen abzieht, einen ausgeglichenen Haushalt schaffen“. Zinsen zahlen oder gar Schulden tilgen werde Griechenland in den nächsten Jahren aber nicht. In fünf oder zehn Jahren habe sich die Lage vielleicht entspannt, und der Staat beginne mit den Rückzahlungen. Wenn nicht, käme es zum Schuldenschnitt, so Mayer.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%