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Christine Lagarde: IWF-Chefin warnt vor Rückfall in Krise

Christine Lagarde hat die Industrienationen dazu aufgefordert, weiter Schulden abzubauen. "Wir haben den Kollaps aufgehalten. Wir sollten den Rückfall vermeiden. Wir dürfen uns nicht ausruhen", sagte sie.

Frankreich verliert Bonität

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Bild: REUTERS

Die Gefahr eines Rückfalls der Weltwirtschaft in die Krise ist nach Einschätzung der IWF-Chefin Christine Lagarde noch nicht gebannt. Es seien im vergangenen Jahr zwar in vielen Teilen der Welt die richtigen Maßnahmen ergriffen worden, um einen ökonomischen Zusammenbruch zu vermeiden, doch mittelfristig gebe es zahlreiche ungelöste Probleme, sagte die Direktorin des Internationalen Währungsfonds am Donnerstag in Washington. Konkret nannte sie etwa den Schuldenabbau in reichen Industrieländern, entschlossene Reformen im internationalen Finanzsektor und den Abbau der Arbeitslosigkeit.

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Europäische Zentralbank (EZB)

"Das vorrangige Ziel ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten", heißt es in Artikel 105 des Maastricht-Vertrags. Zwar soll die EZB auch für Stabilität an den Märkten sorgen und die Wirtschaftspolitik der EU unterstützen. Das allerdings nur, wenn dadurch das Ziel der Preisstabilität nicht beeinträchtigt wird. Diese klare Abgrenzung hat anfangs funktioniert. Seit der Euro-Krise jedoch ist die Geldpolitik Teil der EU-Wirtschaftspolitik. Die EZB begründet ihre Eingriffe mit ihrem Mandat der Marktstabilität und behauptet, dass hierdurch die Geldwertstabilität nicht gefährdet sei.

Bild: dapd

„Wir haben den Kollaps aufgehalten. Wir sollten den Rückfall vermeiden. Wir dürfen uns nicht ausruhen“, sagte Lagarde. Für Europa, wo das Bild insgesamt viel besser aussehe als im Vorjahr, empfahl die Französin eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank. Das sei für die Region „angemessen, um die Nachfrage aufrecht zu erhalten“. Zudem bekräftigte sie, dass die Europäer die angestrebte Bankenunion weiter vorantreiben müssten. Zudem seien Krisenländer wie Griechenland oder Portugal trotz vieler Erfolge längst nicht am Ziel mit ihren Reform- und Sparanstrengungen.

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Auch im Rest der Welt dürften sich die Gesetzgeber angesichts der spürbaren Erholung von der schweren Finanzkrise nicht zufrieden zurücklehnen. Als Beispiel nannte Lagarde „Zeichen eines nachlassenden Engagements“ bei Reformen im internationalen Finanzsektor. Die Vorhaben schienen „leicht verwässert oder aufgeweicht“ oder wie im Fall der strengeren Kapitalmarktregeln „Basel III“ verzögert zu werden. Die Regierungen dürften nicht riskieren, das neu gewonnene Vertrauen in die Märkte aufs Spiel zu setzen.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 18.01.2013, 09:42 Uhrheinzepeter

    Eine Euphemistin aller erster Güte! Galoppierende Zunahme der Arbeitslosigkeit in den Südländern (meine Präzisierung "in den Südländern" ist aber leider auch schone ein Euphemismus), immer schnellere Staatsverschuldung der "geretteten" Länder... Öffnen Sie die Augen, Madame Lagarde!

  • 18.01.2013, 07:31 UhrHaafJohannes

    Es bleiben in vielen Euroländern mangelnde Wettberwerbsfähigkeit, keine Möglichkeit der inneren Abwertung, hohe Staatsverschuldung, keine Kraft diese zurückzuführen, hohe Erwerbslosigkeit und Armut. Die Banken und Spekulanten konnten zwar ihre Verluste dem europäischen Steuerzahler aufdrücken, doch der Euro bleibt in vielen Südländern die unpassende Währung. Wir brauchen eine Wahlalternative 2013 (www.wa2013.de), die eine neue Politik ermöglicht, in der dann schwache Länder aus dem Euro austreten können und abwerten können, in der keine Vergemeinschaftung von Staats und Bankschulden zu lasten des zukünftigen Steuerzahlers geschieht.

  • 18.01.2013, 07:24 UhrBen-Wa

    Die Lagarde ist Juristin. Ob die was von Wirtschaft versteht? Da hab ich so leichte Zweifel. Für die Eurozone will sie nur die Schuldenunion, die Nordeuropäer sollen mit ihren Ersparnissen zahlen. Nur: Das wird nicht reichen! Die Eurozone kollabiert mit dem deutschen Staatsbankrott. Nur der perfide Erfindungsreichtum der Politiker, die genau diesen Giftcocktail eingerührt haben, verzögern das Abbleben. Nur indem alle Verträge und Gesetze gebrochen wurde, lebt die Euroleiche noch. Und auf dieser Grundlage will man "mehr Europa"? NEIN DANKE!

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