Christophe Frankel: "Asien braucht eine stabile Euro-Zone"

Christophe Frankel: "Asien braucht eine stabile Euro-Zone"

von Elke Pickartz

Der Finanzchef des Rettungsfonds EFSF baut weiter auf Nachfrage aus Asien und setzt auf langlaufende Anleihen.

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Der Rettungsfonds EFSF setzt auf langlaufende Anleihen

Herr Frankel, Griechenland wird 130 Milliarden Euro Rettungsgelder erhalten. Wie viel muss die EFSF finanzieren?

Frankel: Die EFSF wird einen signifikanten Teil der Summe bereitstellen, teils in den nächsten Monaten, teils später.

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Zieht man die IWF-Gelder ab, müssen Sie rund 100 Milliarden Euro für Griechenland einsammeln...
Die endgültige Summe hängt von den Details des Pakets ab. Wir werden die Märkte nicht überstrapazieren. Hinzu kommt unser neues Geldmarktprogramm, über das wir Papiere mit kurzer Laufzeit begeben. Das erhöht die Flexibilität. Der permanente Rettungsschirm ESM, der im Juli mit eigenen Mitteln startet, wird uns die Arbeit ebenfalls erleichtern.
Hinzu kommen Athenanleihen in Milliardenhöhe, die Sie der Europäischen Zentralbank womöglich abkaufen müssen.
Diese Debatte kommentieren wir nicht.
Wie attraktiv sind die EFSF-Anleihen?
Die Wertentwicklung ist recht gut. Natürlich machen uns die Unsicherheiten in Griechenland und auf europäischer Ebene zu schaffen. Ein Abschluss in Athen entspannt die Marktlage.

Finanzchef des Euro-Rettungsfonds Christophe Frankl Quelle: Pressebild

Finanzchef des Euro-Rettungsfonds Christophe Frankl

Bild: Pressebild


Investoren bemängeln, ihnen fehle die Planbarkeit bei EFSF-Emissionen.
Die EFSF ist ein Kriseninstrument, und Krisen sind schwer kalkulierbar. Deshalb können wir nicht genau sagen, wann wir welche Anleihen platzieren. Außerdem wollen wir flexibel bleiben. Warum sollten wir eine langlaufende Anleihe für Mitte Mai ankündigen, wenn das Umfeld im Juni viel besser ist?
Warum kaufen Asiaten weniger?
Bei unserer letzten Bond-Emission waren europäische Anleger sehr stark vertreten, doch das ist nicht repräsentativ. Die EFSF hat eine starke Investorenbasis in Asien, aber die Lage in der Euro-Zone ist noch unsicher. Die Staaten haben Reformen begonnen. Die Investoren wollen nun sehen, dass sie sie durchziehen.
Wie viel Geduld werden diese Investoren noch mit Europa haben?
Asien braucht eine stabile Euro-Zone, sie ist ein zentraler Absatzmarkt, und der Euro bietet eine Alternative zum Dollar. Wir fürchten nicht, dass sich die Asiaten abwenden. Was wir hören, ist: „Macht mehr, macht schneller.“ Die Grundstimmung ist positiv.
Portugals Renditen ziehen an. Braucht das Land ein zweites Hilfspaket?
Das steht derzeit nicht zur Debatte, das Land ist auf einem guten Weg.
Können wir in Zukunft mit mehr langlaufenden EFSF-Anleihen rechnen?
Die EFSF hat ein Interesse an langlaufenden Geschäften, wir können bis auf 30 Jahre Laufzeit hochgehen. Nach den Griechenlandverhandlungen können wir den Investoren vorschlagen, über zehn Jahre hinauszugehen.
Wie groß ist das Interesse der Privatanleger an EFSF-Anleihen?
Mir wird viel von Transaktionen berichtet, die sich nur auf einige Hunderttausend Euro belaufen. Das zeigt das rege Interesse von kleinen Banken, Unternehmen und Privatanlegern.
Wann wird die Stimmung an den Anleihemärkten nachhaltig drehen?
Das läuft doch schon. Die Renditen für Italien und Spanien sind gesunken, davon hat auch die EFSF profitiert. Dazu haben die Reformansätze und die EZB mit ihrer Liquiditätsspritze an die Banken beigetragen.

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