Das 9/11 von Paris?: Terror in Paris erreicht US-Wahlkampf

Das 9/11 von Paris?: Terror in Paris erreicht US-Wahlkampf

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US-Präsident Obama gibt eine Erklärung zu den Anschlägen in Paris ab. Seine Politik im Nahen Osten steht in der Kritik und wird Wahlkampfthema.

von Axel PostinettQuelle:Handelsblatt Online

Die Nacht der Gewalt in Frankreich ruft in den USA Erinnerungen an die Angriffe auf das World Trade Center in New York wach und heizt die politische Diskussion an.

Es dauerte nur Stunden, bis die Terrornacht von Paris den amerikanischen Wahlkampf erreichte. Liz Cheney, Tochter des früheren republikanischen US-Vizepräsidenten Dick Cheney, wandte sich per Twitter gegen Präsident Barack Obama und dessen Außenpolitik: "ISIS attackiert Paris nur wenige Stunden nachdem Obama erklärt hat, er habe sie 'eingedämmt'", ätzt sie und fährt fort: "So wie er gesagt hat er hat Al-Kaida 'besiegt' und den Krieg im Irak 'beendet'". Vor den Terrorangriffen hatte Obama in einem TV-Interview betont, ISIS mache keine systematischen Fortschritte mehr, man habe die Terrororganisation "eingedämmt". Nun müsse man noch die Führungsschicht eliminieren.

Die Verbalattacke kommt nur Tage nachdem Altpräsident George H.W. Bush Dick Cheney als "Eisenarsch" bezeichnet hatte. Während seiner Zeit im Weißen Haus unter Sohn George W. Bush sei Cheney zu sehr auf Gewalt fokussiert gewesen um die Probleme Amerikas lösen zu können, heißt es in einer Biographie des 91-Jährigen.

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Islamistischer Terror gegen Europäer seit "Charlie Hebdo"

  • 12. November 2015

    Die italienische Polizei deckt ein islamistisches Terrornetz auf. Unter anderem sollen die verhafteten 16 Kurden und ein Kosovare vorgehabt haben, mit Geiselnahmen den in Norwegen inhaftierten Terrorchef Mullah Krekar freizupressen.

  • 31. Oktober 2015

    Über der ägyptischen Halbinsel Sinai stürzt ein Airbus A321 der sibirischen Airline Kolavia mit 224 Passagieren - vor allem russischen Urlaubern - ab. Großbritannien und andere Länder meinen aufgrund von Geheimdienst-Informationen: wegen einer Bombenexplosion. Die Islamistengruppe Ansar Beit al-Makdis („Unterstützer Jerusalems“) behauptet, dafür verantwortlich zu sein.

  • 21. August 2015

    Ein 25-jähriger marokkanischer Islamist wird im Thalys-Schnellzug Brüssel - Paris bei einem Anschlagsversuch mit einer Kalaschnikow von Fahrgästen überwältigt. Zwei Passagiere werden verletzt.

  • 26. Juni 2015

    An einem Hotelstrand in der Nähe der tunesischen Touristenhochburg Sousse erschießt ein 24-jähriger Einheimischer mit Verbindungen zu radikalen Gruppen 38 ausländische Touristen, vor allem Briten.

  • 18. März 2015

    Extremisten erschießen im Bardo-Museum der tunesischen Hauptstadt Tunis 21 Menschen, in der Mehrheit ausländische Touristen. Die Terrormiliz IS bekennt sich zur Tat.

  • 14. Februar 2015

    In Kopenhagen feuert ein arabischstämmiger 22-Jähriger auf ein Kulturcafé, ein Mann stirbt. Der Anschlag gilt vermutlich einem Mohammed-Karikaturisten, der unverletzt bleibt. Vor einer Synagoge erschießt der Attentäter einen Wachmann, bevor er von Polizeikugeln tödlich getroffen wird.

  • 7. Januar 2015

    Beim Attentat auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ werden in Paris zwölf Menschen getötet. Die beiden Täter kommen zwei Tage später bei einer Polizeiaktion ums Leben. Zu dem Anschlag bekennt sich die Terrororganisation Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel. Ein mit ihnen bekannter dritter Täter erschießt in Paris parallel dazu eine Polizistin und nimmt in einem jüdischen Supermarkt Geiseln, von denen er vier erschießt, bevor er selbst von der Polizei getötet wird. Er bekennt sich zuvor zur Terrormiliz IS.

Der verbale Schlagabtausch wirft ein Schlaglicht auf die innenpolitische Diskussion über Amerikas Mitschuld an der desolaten Situation im Nahen Osten. Die einen sehen in Amerikas Irak-Kriegen und dem nachfolgenden Machtvakuum in der Region die Geburtsstunde der muslimischen Terrororganisation. Die anderen machen eine angebliche verfehlte Politik von Obama, der sich zu früh aus den Krisengebieten zurückgezogen habe, für den Aufstieg von ISIS und das Überleben von Al-Kaida verantwortlich. "The Daily Caller" zitiert Präsidentschaftskandidat Jeb Bush von einer Wahlkampfveranstaltung damit, Paris sei eine "konzertierte Aktion um die westliche Zivilisation zu zerstören", ein Krieg, kein Polizeiproblem. Bush muss sich seit Monaten für die Irak- und Syrien-Kriege seines Bruders George W. Bush rechtfertigen.

US-Präsident Barack Obama selbst erklärte in der Nacht zu Samstag die Terroraktionen in Paris seien " nicht nur ein Angriff auf Paris oder Frankreich" gewesen, sondern auf "die Menschlichkeit und und universelle Werte, die wir alle teilen".

Die Ereignisse am Samstag im Überblick Zwei Attentäter waren womöglich als Flüchtlinge getarnt

Nach der Anschlagsserie in Paris ist Frankreich erschüttert. Der IS bekennt sich zu den Attacken. Bei einem der Angreifer wurde der Pass eines syrischen Flüchtlings gefunden. Die Ereignisse vom Samstag in der Nachlese.

Flowers are offered as tribute to victims of Friday's attacks in Paris, in front of the French embassy in Berlin, Germany, November 14, 2015. REUTERS/Hannibal Hanschke Quelle: REUTERS

Während er betonte, noch keine genauen Informationen zu haben, wer hinter den Anschlägen stecke, versicherte er, die USA werden "alles unternehmen, um zusammen mit Frankreich" die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Er betonte, Frankreich sei einer der ältesten Verbündeten der USA.

Das Entsetzen ist auch in der Bevölkerung groß. In San Francisco leuchtete die große City Hall am Abend in blau, weiß und rot, den französischen Nationalfarben. Blau, weiß, rot waren in der Nacht auch die Farben des One World Trade Center in New York. Im US-Fernsehen zogen Terrorexperten Vergleiche zu der Zerstörung des World Trade Centers in New York in 2001. Alleine schon die koordinierten Aktionen an mehreren Stellen gleichzeitig zeige Parallelen zu New York. Damals waren Flugzeuge in das World Trade Center und das Pentagon in Washington geflogen worden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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