Deckelung der Bankergehälter: Warum die Bonus-Orgie weitergehen wird

KommentarDeckelung der Bankergehälter: Warum die Bonus-Orgie weitergehen wird

von Heike Schwerdtfeger

Das EU-Parlament hat Boni-Begrenzungen im Bankgewerbe zugestimmt. Damit soll den Exzessen bei den Investmentbanker-Gehältern ein Riegel vorgeschoben werden. In Deutschland ist allerdings nur ein Bruchteil der Banken überhaupt von der Regelung betroffen.

Dass der Gesetzgeber bei einer einzelnen Branche die Vergütung deckelt ist ein Knaller, aber alle Selbstverpflichtungen waren offenbar wirkungslos. Das Europaparlament hat sich die Bankbranche vorgeknöpft und sich als zweite von drei Gesetzgebungsinstanzen dafür ausgesprochen, dass in die EU-Eigenkapitalrichtlinien für Banken auch eine Deckelung der erfolgsabhängigen Vergütung für Banker aufgenommen wird. Jetzt muss noch der EU-Rat zustimmen und die nationalen Gesetzgeber die Regeln umsetzen.

Für den Vergütungsexperten Werner Klein, Partner bei der Unternehmensberatung Hostettler, Kramarsch & Partner (hkp), zeigt es, "dass die variable Vergütung im Bankbereich bei den politischen Entscheidern und der Öffentlichkeit noch immer einen wichtigen Stellenwert hat.“

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Managergehälter Das Ende der Gehaltsexzesse naht

Die Schweiz entscheidet per Volksabstimmung, die EU will Banker-Boni deckeln, VW-Chef Winterkorn wird zum Gehaltsverzicht genötigt. Doch sollte der Staat wirklich in die Gehaltsstrukturen der Bosse eingreifen?

Quelle: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche

Boni werden mit den EU-Vorschlägen aber nicht etwa komplett gestrichen, sie sollen nur normalerweise maximal so hoch sein dürfen wie das Grundgehalt. In Ausnahmefällen soll ein doppelt so hoher Bonus möglich sein, wenn die Eigentümer (also bei börsennotierten Banken die Hauptversammlung) das vorab genehmigen. Und die Erfolgszahlungen könnten sogar noch höher sein, wenn sie erst nach einer längeren Wartezeit ausgezahlt werden. So soll gewährleistet werden, dass die Manager bei ihren Deals auch die Risiken nicht aus den Augen lassen und ihnen die Boni nicht nur für kurzfristige Erfolge gezahlt werden, die sich im Nachhinein für die Banken als fatal erweisen. 

80 Millionen für Bittar Deutsche Bank genehmigte Skandalbanker Mega-Bonus

Kann ein Banker so gut sein, dass er 80 Millionen Bonus verdient? Die Deutsche Bank meint offenbar: Ja. Sie soll die Summe 2009 laut einem Bericht genehmigt haben – und zwar für eine Schlüsselfigur im Libor-Skandal.

Ausputz bei der Deutschen Bank: Ein Händler soll Millionen kassiert haben. Die Bank hält Teile des Bonus zurück. Quelle: Reuters

Befeuert wird die Kritik an der Bankenvergütung immer wieder durch spektakuläre Fälle: Jüngst wurde bekannt, dass die Deutsche Bank ihrem Londoner Investmentbanker Christian Bittar offenbar sogar 80 Millionen Euro als Bonus zahlen wollte, weil er durch Spekulation im Jahr 2008 für sie einen Gewinn von einer halben Milliarde Euro verdient haben soll. Das Geld wurde nicht vollständig ausgezahlt, inzwischen wird Bittar beschuldigt, den Libor-Zins mit manipuliert zu haben. Er hat die Bank auch bereits verlassen.

Mittlerweile hat sie auch längst andere Vergütungsregeln eingeführt, die mehr Nachhaltigkeit in die Geschäfte und die Bonistrukturen einziehen lassen sollen.

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