Deckelung von Managergehältern: Unternehmen drohen die Schweiz zu verlassen

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Deckelung von Managergehältern: Unternehmen drohen die Schweiz zu verlassen

Die Diskussion um die Deckelung der Managergehälter in der Schweiz nimmt kein Ende. Nun drohen erste Unternehmen mit Abwanderung. Und auch in Deutschland geht die Debatte weiter.

 

Die Diskussion um die Deckelung der Managergehälter in der Schweiz nimmt kein Ende. Die Website der Zeitung "Die Welt" berichtet, dass dem Land künftig die eigenen Unternehmen weglaufen könnten, würde die geplante Volksabstimmung dazu führen, dass Manager im Nachbarland weniger verdienen.

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Hintergrund ist die Initiative „1:12 - Für gerechte Löhne“ der Jungsozialisten in der Schweiz. Unterstützt wird sie von den Sozialdemokraten, der Grünen Partei und den Gewerkschaften. Das Volksbegehren sieht vor, dass niemand mehr als zwölfmal so viel verdienen darf wie die schlechtbezahltesten Mitarbeiter desselben Unternehmens. Diese Spannen wollen die Befürworter der Regelung in der Verfassung verankern. Im November sollen die Schweizer in einer Volksabstimmung darüber abstimmen.

Volksbefragung Schweizer Unternehmen droht weiteres Lohndiktat

Eine Initiative aus dem linken Lager fordert einen maximalen Lohnunterschied von 1:12. Seit dem Ja der Bürger zur Abzocker-Initiative scheint eine Annahme möglich. Die Schweizer Standortattraktivität ist bedroht.

Flagge der Schweiz Quelle: dpa

Die Chefetagen der Großkonzerne sind unter der laufenden Debatte sichtlich gereizt. Ivan Glasberg, Chef des Rohstoffhändlers Glencore, droht sogar offen mit Abwanderung. Es gäbe genügend Länder, die das Unternehmen gerne aufnehmen würden, sagte er gegenüber der Sonntagszeitung. Und auch der Konzern Nestlé soll schon über Alternativen im Ausland nachgedacht haben.

Der schweizerische Arbeitgeberverband warnte derweil davor, sich in die Lohngestaltung der Unternehmen einzumischen. Es sei davon auszugehen, dass sich Unternehmen aller Branchen außerhalb der Schweiz nach Alternativen umsehen würden. Außerdem könnten die Unternehmen gewisse Tätigkeiten einfach an Dritte outsourcen, um die Regelung zu umgehen.

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Gespannt wird auch in Deutschland beobachtet, wie die Abstimmung in der Schweiz im November ausgeht. Vor allem die Linke hatte schon lange eine ähnliche Regelung zur Deckelung von Managergehältern gefordert.

Die SPD agiert vorsichtiger, steigt aber in den letzten Monaten vor dem Wahlkampf auch in das Thema ein. Aktuell fordert SPD-Chef Sigmar Gabriel ein stärkeres Vorgehen gegen Managergehälter. „Ein erster wichtiger Schritt in Deutschland wäre (...), dafür zu sorgen, dass die hohen Gehaltszahlungen nicht mehr hinterher als Betriebskosten von der Steuer abzusetzen sind“, sagte Gabriel am Montag in Mainz am Rande eines Festakts zu 150 Jahren Sozialdemokratie in Rheinland-Pfalz. „Das wäre mal ein richtiger Schritt, damit nicht solche irren Gehälter noch bezahlt werden.“ Er betonte: „Es ist nicht Aufgabe der Allgemeinheit, hohe Managergehälter zu zahlen.“

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Die Bundesregierung hatte vor kurzem beschlossen, den Aktionären börsennotierter Unternehmen mehr Kontrollrechte zu verschaffen, um gegen ausufernde Managergehälter vorzugehen. Das werde aber „nichts bringen“, sagte Gabriel.
Die „Bändigung des Kapitalismus“ sieht er mehr denn je als Aufgabe seiner Partei. „Es kann nicht wahr sein, dass wir Hunderte von Milliarden Euro ausgeben müssen, um immer wieder unsere Volkswirtschaften vor den Spekulationen an Finanzmärkten zu retten und gleichzeitig halb Europa in eine Wirtschaftskrise treiben“, sagte er beim Festakt. Gabriel warnte vor der Überzeugung, „dass sozusagen der Wettbewerb und der Markt alles regeln und die Politik sich raushalten soll“. Um das zu verhindern, sei aber Zusammenarbeit in Europa nötig.

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