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Denkfabrik: Audi-Chef Stadler hält Plädoyer für den Euro

von Rupert Stadler

Der Euro ist für die deutsche Wirtschaft ein Segen und muss von der Politik unter allen Umständen verteidigt werden. Aber auch die Wirtschaft steht in der Pflicht – und sollte sich auf alte Tugenden des „ehrbaren Kaufmanns“ besinnen. Ein Plädoyer für einen ökonomischen und ethischen Neuanfang.

Die deutsche Automobilindustrie muss sich nicht um die Zukunft sorgen Quelle: dpa
Die deutsche Automobilindustrie muss sich nicht um die Zukunft sorgen. Quelle: dpa

Deutschland leidet unter der Euro-Schuldenkrise“ – so lautet eine häufige Schlagzeile in diesen Tagen. Trifft sie wirklich zu? Zwar deuten Konjunkturprognosen darauf hin, dass das Wirtschaftswachstum abnimmt; nach drei Prozent 2011 könnte das Plus in diesem Jahr deutlich niedriger ausfallen. Aber leidet deshalb ein ganzes Land?

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Lassen wir die Kirche im Dorf: Wir müssen nicht befürchten, ins Minus abzurutschen. Für die deutsche Automobilbranche etwa sehe ich nur wenige Wolken am Horizont. In der mehr als 60-jährigen Geschichte der Bundesrepublik gab es nur sechs magere Jahre, in denen das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gesunken ist: 1967 nach dem Sechs-Tage-Krieg im Nahen Osten, 1975 und 1982 als Folge der damaligen Ölkrisen, 1993 wegen der deutschen Wiedervereinigung, 2003 nach dem Platzen der Internet-Blase und schließlich 2009 durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise.

Weniger schlecht reden

„Wirtschaft ist zur Hälfte Psychologie“, hat Ludwig Erhard, der erste Bundeswirtschaftsminister, einmal gesagt: Die D-Mark war gerade eingeführt, und das Wirtschaftswunder entstand, weil die Menschen nach vorne blickten und gemeinsam anpackten. Wenn tatsächlich die Hälfte Psychologie ist, was unsere Konjunktur ausmacht, warne ich davor, die derzeitige Situation schlechter zu reden, als sie ist. Und das gilt nicht nur für die Konjunktur, sondern auch für die Zukunft des Euro.

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Wir Deutsche profitieren derart von der Währungsunion, dass wir alles tun müssen, die europäische Gemeinschaftswährung wieder stark und unangreifbar zu machen. Glücklicherweise hat sich in Kontinentaleuropa endlich die Überzeugung durchgesetzt, dass es Zeit ist für eine solide Haushaltsführung. Dass nicht kurzfristige Effekte gefragt sind, sondern eine von Nachhaltigkeit geprägte „große Lösung“.

Dieser Schritt erfordert Mut von unseren Politikern, denn er bewirkt große Veränderungen. Eine einzige Legislaturperiode ist zu kurz, um dies zu bewältigen. Als die 17 Euro-Staaten jüngst dem Vorstoß der deutschen Bundesregierung für eine verfassungsrechtlich verankerte Schuldenbremse und automatische Sanktionen gegen Defizitsünder folgten, war dies ein klares Signal, ein Sieg der Vernunft.

Als Unternehmenslenker sage ich: Es gibt keine Alternative zum Euro. Auf dem Weg zu einer Fiskalunion muss die EU-Kommission daher mehr Rechte in Bezug auf die nationalen Haushalte erhalten. Die hoch verschuldeten Nachbarn in Europa müssen erkennen, dass die Gemeinschaft nicht nur mit Geldspritzen und Bürgschaften, sondern auch beim Sparen und Konsolidieren helfen kann – und will. Gelingt dies nicht, stolpern wir irgendwann über unsere eigenen Rettungsschirme.

11 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 07.02.2012, 16:18 UhrAnonymer Benutzer: Auto-Anonymus

    Gap zwischen Wunsch und Wirklichkeit oder
    Manager sind nicht besser als Politiker zum Thema "Ehrbarer Kaufmann", S.2

    Herrn Stadler kann ich in allem zustimmen. Leider präsentiert sich sein Unternehmen in Realität als äußerst maßlos und mit überzogenen Renditewünschen. Erst neulich wurde die Devise einer Ergebnissteigerung um 50% (!) ausgegeben. Das geht vor allem zu Lasten des in den letzten Jahren immer weiter ausgebauten Zuliefererkreises (Teile, Werksverträge).

    Als Mitarbeiter eines Automobilzulieferers in Süddeutschland kann ich als Beispiel nur auf die neue Praxis der „Quick Savings“ im AUDI-Einkauf hinweisen. Neue Aufträge werden an einen nachträglichen Nachlass auf bereits laufende Projekte gebunden, neben den bereits vereinbarten jährlichen Savings bei sowieso schon schwachen Margen. So werden Zulieferer systematisch ruiniert.
    Ist sein Plädoyer bewusste Selbstdarstellung oder Verkennung der Wirklichkeit? Ich weise nur auf die Ausgabe der WiWO mit dem Titelbild der verrutschten Krone hin. Er sollte sich besser an seine eigene Nase fassen, bevor er solche Aussagen macht.

    Anonymus aus dem Mittleren Neckarraum per email

  • 01.02.2012, 09:16 UhrAnonymer Benutzer: Super-Angie

    Der Martin Schulzz soll nach 9 Jahren Gymnasium sein Abitur nicht geschafft haben. Ist dann abgegangen.

    Der Berlusconie schien den Mann richtig eingeschätzt zu haben.

    www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de nachzulesen

  • 01.02.2012, 08:27 UhrAnonymer Benutzer: Super-Angie

    man sollte sich den Namen Rupert Stadler merken für den Fall, wenn das Volk anfängt zu rebellieren.

    Innerhalb von 3 Jahren hat Angola Merkel in Ihrer grenzenlosen Inkompetenz so über den Tisch ziehen lassen und Deutschland besser das Deutschland der Angestellten und Malocher voll in nicht mehr einbringbare Schulden getrieben.

    Zieht man die von mir vorgenannten Schulden zusammen kommt das Sümmchen von

    2740 bis 4240 EU neue Schulden hinzu

    zählt man wie ein Milchmädchen noch die ca. 2200 Milliarden Altschulden hinzu

    kommt man auf die Summe von aufgerundet ca. 6440 Milliarden Euro.

    Die Schttenhaushalte noch gar nicht eingerechnet

    Diese Summe ist bei einer Tilgungsrate von 10-20 MRD im Jahr untilgbar.

    Folge ist: " Die Zukunfts-Fähigkeit der unsouveränen Staatsangehöriglkeit " Deutsch" ist nicht mehr gegeben.
    Die Reperationszone BRD wird über kurz oder lang Bankrott gehen, da man aus alliierter sich eben nicht genug bekommen konnte --man hat die Kuh totgemolken.

    Die BRD Finanz GMBH ist zum heutigen Zeitpunkt schon pleite .

    Alle wissen das, wollen sich aber noch über die Zeit das Amt in die Toskana die Cayman Inseln nach Brasilien retten etc.; dann aus gebührendem Abstand zuschauen wie sich das Volk in Old Europa um die restlichen Krummen balgt--dabei genüßlich einen Sekt schlürfen und dem Pöbel zuprosten.

    So ist heutige Politik + Dax-Vorstände zu beurteilen.

    eben Schweinepack--das war das Lieblingswort von Andreas Baader--nur der eigenen Tasche der eigenen Brut der eigenen gattin verpflichtet

    nicht dem Volk--denn das wurde 1945 von den Allierten aufgelöst

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