Denkfabrik: Die Bundesbank sitzt in der Falle

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Die EZB leugnet bis heute die Brisanz um die Target-Salden.

Die Target-Forderungen der Bundesbank gegenüber dem System der europäischen Zentralbanken schwellen weiter an. Ein Ausgleich der Salden nach dem Vorbild der US-Fed würde der deutschen Notenbank kaum helfen.

Die Forderungen der Bundesbank im Rahmen des europäischen Zahlungsverkehrssystems Target sind auf 498 Milliarden Euro angeschwollen. Das ist mittlerweile der größte Posten in der Bilanz der Bundesbank. Viele Beobachter sind daher beunruhigt. Einige wollen die Target-Forderungen der Bundesbank nach dem Vorbild des US-Zahlungsverkehrssystems Fedwire durch Wertpapiere ausgleichen und damit absichern. Was ist von dieser Idee zu halten?

Das Zahlungsverkehrssystem Target

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Target ist der Name des Zahlungsverkehrssystems der europäischen Zentralbanken, über das die Banken im Euro-Raum grenzüberschreitende Zahlungen abwickeln. Liefert ein deutsches Unternehmen Waren nach Griechenland, dann überweist die Geschäftsbank des griechischen Importeurs den Kaufpreis über Target an die Geschäftsbank des deutschen Exporteurs, dem der Betrag auf seinem Konto gutgeschrieben wird. Die Bundesbank schreibt der deutschen Bank den entsprechenden Betrag auf ihrem Konto bei der Bundesbank gut.

Jörg Krämer Quelle: Commerzbank AG

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.

Bild: Commerzbank AG

Damit ist die Bilanz des Kreditinstituts ausgeglichen – nicht aber die der Bundesbank, die der Geschäftsbank ein Guthaben eingeräumt hat und damit auf einer Verbindlichkeit sitzt. Zu Zeiten des Goldstandards hätte die Bundesbank als Ausgleich Gold von den griechischen Währungshütern erhalten. Heutzutage erhält sie dagegen nur eine Forderung gegenüber dem Euro-System.

Diese kann man als einen Kredit der Bundesbank an die Zentralbanken der Peripherieländer interpretieren, dem bei einem Zerfall der Währungsunion kaum Sicherheiten gegenüberstehen. Was liegt also näher, als die Target-Forderungen der Bundesbank durch etwas Werthaltiges auszugleichen?

Denkfabrik Deutschland drohen neue Belastungen

Die Haftung Deutschlands für die Euro-Schuldenländer steigt rasant. Neben der Aufstockung des Euro-Rettungsschirms drohen zusätzliche Belastungen durch Außenstände der Bundesbank gegenüber den Krisenländern.

Hans-Werner Sinn Quelle: Falk Heller für WirtschaftsWoche

In den USA findet ein solcher Ausgleich zwischen den regionalen Niederlassungen der US-Notenbank Fed statt. Baut eine regionale Fed wie gegenwärtig die Fed von New York im Rahmen des Fedwire-Zahlungsverkehrssystems Forderungen gegenüber den anderen Niederlassungen auf, gleicht die Notenbank die über zwölf Monate durchschnittlich bestehenden Forderungen jeweils im April eines Jahres dadurch aus, dass sie der New Yorker Fed mehr Wertpapiere aus ihrem Bestand zuweist. In der Bilanz der New Yorker Fed steigt der Wertpapierbestand, im Gegenzug sinken ihre Fedwire-Forderungen. In den Bilanzen der defizitären regionalen Niederlassungen nimmt dagegen der Wertpapierbestand ab. Im Gegenzug sinken ihre Verbindlichkeiten gegenüber dem Fedwire-System.

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