Bild: REUTERSAirbus A340
Der Verkauf von vier Flugzeugen des Typs Airbus A340 neues Geld in die leere griechische Staatskasse spülen. Griechenlands Premierminister Samaras erwartet, dass die Flieger der früheren Staatsairline Olympic Airways für jeweils 32,9 Millionen Euro veräußert werden können.

Eine Geldquelle ist bereits erschlossen: Die griechische Regierung verkauft weitere zehn Prozent der Telefongesellschaft Hellenic Telecom (OTE) an die Deutsche Telekom, die bereits 30 Prozent des Unternehmens hält. Für 49 Millionen OTE-Aktien wird die Telekom rund 400 Millionen Euro zahlen. Weitere zehn Prozent bleiben aber noch im Besitz der griechischen Regierung. Auch diese könnten dann also 2012 noch unter den Hammer kommen.
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Bild: dpaEisenbahngesellschaft OSE
Auch die marode Bahngesellschaft steht zum Verkauf. Für 2.500 Kilometer Schienenwege und 500 aktive Verbindungen will die Regierung einen Preis von etwa 200 Millionen Euro erzielen. Nach Auskunft des Privatisierungsfonds haben bereits die französische SNCF, russische und rumänische Bahngesellschaften ernsthaftes Interesse bekundet.
Bild: OPAPZur Debatte steht der Verkauf des 34-prozentigen Anteils am börsennotierten Wettbüro OPAP, das zuletzt am Markt mit rund 1,5 Milliarden Euro bewertet wurde. Als Berater soll hier unter anderen die Deutsche Bank helfen. Ernsthaftes Interesse zeigte aber bisher noch niemand. Lediglich der österreichische Automatengigant Novomatic liebäugelte mit einem Kauf. Gegen einen Verkauf spräche, dass OPAP dem Staat auf Dauer satte Einnahmen im Glücksspielgeschäft beschert.
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Angekündigt hat die griechische Regierung bereits die Gründung von zwei Dachgesellschaften für umfangreichen Immobilienbesitz, die an die Börse gebracht werden sollen. Sie sollen zahlreiche Liegenschaften umfassen, die in der Tourismuswirtschaft genutzt werden: Hotels, Thermalbäder, Strände und Jachthäfen. Der Gesamtwert der Staatsimmobilien wird auf bis zu 280 Milliarden Euro geschätzt. Genau beziffern kann das aber niemand, denn landesweite Grundbücher gibt es in Griechenland nicht.
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Hier fallen insbesondere die Beteiligungen an ATEbank (77 Prozent) und Hellenic Postbank (34 Prozent) ins Gewicht. Erste Maßnahmen hat die ATEbank bereits getroffen. So beschloss sie, ihre Anteile an Banken in Serbien und Rumänien bis Ende 2012 zum Kauf anzubieten.
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Bild: gmsGrundstücke
Auf den Inseln Korfu und Rhodos will die griechische Regierung riesige Grundstücke am Meer verkaufen. Beim Ort Afantou auf Rhodos sind es 1,9 Millionen Quadratmeter und bei Kassiopi auf Korfu sind es 490.000 Quadratmeter.

Die beiden größten Hafengesellschaften des Landes, OLP (Piräus) und OLTH (Thessaloniki), sind mit je 74 Prozent mehrheitlich in öffentlicher Hand. Hinzu kommen etwa 850 kleinere Häfen, die - so Überlegungen der Regierung - unter einer Holding zusammengefasst und über diese an die Börse gebracht werden könnten. Im September zeigte nun das philippinische Unternehmen International Container Terminal Services Inc. Interesse an den beiden Haupthäfen. Schon bald wolle man ein entsprechendes Angebot machen, so die Philippiner.
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Der Athens International Airport gehört zu 55 Prozent dem Staat und zu 40 Prozent dem deutschen Baukonzern Hochtief, der den Flughafen auch betreibt. Beim Konzern könnte durchaus Interesse bestehen weitere Anteile zu übernehmen. Derweil hat der Flughafenbetreiber Fraport offiziell Interesse am Athener Flughafen angemeldet. Die Regierung will die Lizenz für Hochtief verlängern und denkt über einen Börsengang des Flughafens nach. Ein Verkauf des alten Flughafens Hellenikon könnte nach Schätzung der EU-Kommission fünf Milliarden Euro bringen.
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Athen hat bereits eine Sanierung und Privatisierung von einigen defizitären Unternehmen der Branche angekündigt, darunter EAS, ELVO und EAV. Der deutsche Rheinmetall-Konzern hatte bereits Interesse an einer strategischen Partnerschaft mit EAS geäußert.
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Airbus A340
Der Verkauf von vier Flugzeugen des Typs Airbus A340 neues Geld in die leere griechische Staatskasse spülen. Griechenlands Premierminister Samaras erwartet, dass die Flieger der früheren Staatsairline Olympic Airways für jeweils 32,9 Millionen Euro veräußert werden können.
Aber Griechenland muss nicht wachsen, sondern schrumpfen, um seine überzogenen Importe zurückzufahren und Leistungsbilanzüberschüsse zu erwirtschaften. Ohne Überschüsse wird es nie eine Schuldentilgung geben. Die Tragfähigkeitsanalysen des IWF stimmen insofern bei Griechenland hinten und vorne nicht.
Ein Land, das nicht mehr wächst, kann seine Schulden nur tragen, wenn es Überschüsse erzielt. Diese Überschüsse erwirtschaftet es erst nach einer Schrumpfung, die wiederum erst dann einsetzt, wenn die Kredite nicht mehr fließen. Das ist die bittere Wahrheit. Wer über seine Verhältnisse lebt, kann seine Schulden, wenn überhaupt, nur dann wieder tragen, wenn er seinen Lebensstandard reduziert.
Teuer, aber machbar - Euro ohne Griechenland
Der Zusammenbruch
Sollte Griechenland nicht bald zu einer stabilen politischen Ordnung zurückfinden, wäre eine Pleite des Staates spätestens im Sommer wohl unausweichlich. In einem solchen Fall würde wohl auch die EZB griechische Banken gemäß ihren Statuten nicht mehr als Geschäftspartner bei ihren Refinanzierungsgeschäften mit dem Banksektor akzeptieren können. Sie wären also nicht mehr refinanzierungsfähig und dürften auf den Bankrott zusteuern. Dies wäre das Ende eines griechischen Finanzsektors in der Euro-Zone - der Euro als gesetzliches Zahlungsmittel wäre dann nicht mehr zu halten.
Der Übergang
Am Beginn eines Übergangs müssten alleine schon wegen der nötigen technischen Umstellung von Millionen Konten, aber auch um eine Panik und lange Schlangen vor den Banken zu verhindern, die Institute des Landes für einige Tage - vermutlich gut eine Woche - geschlossen bleiben. Parallel würde der gesamte Kapitalverkehr mit dem Ausland für diesen Zeitraum zum Erliegen kommen. In dem Zeitfenster könnte dann die Währungsreform vorbereitet werden - ein banktechnisch und politisch komplizierter Prozess. Unter anderem müssten zahlreiche neue Gesetze erlassen werden. Die Hüter der neuen Währung, also die Notenbanker in Athen, müssten unter anderem eine neue Mindestreservequote und einen neuen Leitzins für ihre Banken beschließen. Zudem müssten sie Vorbereitungen für den so gut wie sicheren Fall treffen, dass die neue griechische Währung am Devisenmarkt massiv abwertet.
Die neue Währung
Wahrscheinlich würde in Griechenland eine neue Währung in zwei Stufen eingeführt. Während sie auf Konten als Buchgeld mehr oder weniger per Knopfdruck umgestellt werden könnte, bräuchte die Bargeldeinführung mehr Zeit - schließlich müssten Münzen geprägt und Geldscheine gedruckt werden. Anschließend müsste das Geld im Land verteilt werden - eine logistische Herkulesaufgabe. In dieser Phase könnte der Euro weiterhin als Tauschmittel für den Alltag fungieren. Hier gibt es eine Art Vorbild: Das Balkanland Montenegro verwendet den Euro bereits einseitig als Zahlungsmittel im Bargeldverkehr, ohne dass es offiziell Mitglied der Euro-Zone ist.
Der Scherbenhaufen
Nach der Währungsreform käme innerhalb des europäischen Systems der Zentralbanken das große Aufräumen. Hier rückt das Großbezahlsystem der Notenbanken, Target II, ins Zentrum. Die Zentralbank in Athen hat innerhalb des Systems Verbindlichkeiten gegenüber der EZB in Höhe von rund 100 Milliarden Euro. Hinzu kämen Forderungen der Euro-Notenbanken aus dem umstrittenen Kauf griechischer Staatsanleihen seit Mai 2010 - geschätzt zwischen 40 und 50 Milliarden Euro. Rechnet man diese Posten zusammen steht Athen alleine beim Eurosystem aus EZB, Bundesbank & Co. mit bis zu 150 Milliarden Euro in der Kreide. Auf die Bundesbank entfielen nach dem Kapitalschlüssel der EZB etwas mehr als ein Viertel, also etwa 40 Milliarden Euro. Möglich wäre nun, dass die Griechen das Geld über einen langen Zeitraum, eventuell viele Jahrzehnte, abzahlen. Auch eine Lastenteilung zwischen der Zentralbank in Athen, der EZB und den verbleibenden 16 Euro-Notenbanken ist denkbar. Im schlimmsten Fall, also wenn Griechenland nicht zahlen will oder kann, müsste die Bundesbank Abschreibungen vornehmen und/oder ihre Risikovorsorge erhöhen. Bundesbankgewinne und damit eine jährliche Entlastung des Bundeshaushalts wären dann für lange Zeit Geschichte. Dass diese Belastung der Bundesbank deutlich höher ausfiele als ihr derzeitiges Eigenkapital von fünf Milliarden Euro wäre kein Problem, da Notenbanken im Gegensatz zu normalen Instituten auch mit negativen Eigenkapital operieren können. Die Bundesbank selbst hat dies etwa in den 1970er-Jahren einige Jahre selbst praktiziert.
Mit Schuldentragfähigkeitsanalysen ist schon genug Schindluder getrieben worden. Aus ihnen nun die Notwendigkeit eines erneuten Schuldenschnitts in Griechenland herzuleiten ist geradezu grotesk.
Griechenlands Problem ist und bleibt, dass es zu teuer ist. Das Land hat die Löhne seiner Staatsbediensteten nach Ausbruch der Finanzkrise noch schnell um fast 30 Prozent erhöht, bevor die Regierung anschließend gewisse Korrekturen vornahm. Trotzdem waren seine Löhne zuletzt nach aktueller Datenlage immer noch höher als zu Beginn der Krise.
Griechenlands Preise sind in der Krise zudem um fünf Prozent stärker gewachsen als die Preise der Wettbewerber im Euro-Raum. Es gibt noch keine Anzeichen für die nötige reale Abwertung, die nach Kaufkraftanalysen der OECD 39 Prozent betragen müsste, allein um auf das türkische Preisniveau zu kommen.
Was also ist zu tun? Die noch halbwegs soliden Länder der Euro-Zone dürfen sich den Buchungstricks der Finanzakrobaten nicht mehr unterordnen, sondern sollten den gesunden Menschenverstand einsetzen. Der Euro ist mit den jetzigen Mitgliedstaaten nicht überlebensfähig. Er muss auf einen Kern funktionsfähiger Länder reduziert werden, während die anderen Staaten wieder eigene Währungen benötigen, um abwerten und wettbewerbsfähiger werden zu können.
Die Politik darf die notwendigen Entscheidungen, so schwer sie auch sind, nicht mehr auf die lange Bank schieben.

















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Alle Kommentare lesen27.08.2012, 14:26 UhrAnonymer Benutzer:geronimo
So ist es Herr Professor,sie verlieren ihren Scharfsinn.Ein Ein Vereinigtes Staaten bündniss,von Europa wird,und kann es überhaupt nicht geben.Nach wievor ist nur eine WIRTSCHAFTS Gemeischafft sinvoll,und von Beiden wirklich Großen Staatsmänner so gewollt und nichts anderes!!
22.08.2012, 12:00 UhrAnonymer Benutzer:Pequod
Was sollen die langen Debatten? Was mit diesen abenteuerlichen
Schuldenstreckungen der ''EU'' veranstaltet wird ist nichts weiter
als eine Beihilfe zur Insolvenzverschleppung und ein Fall für
die Staatsanwaltschaft, auch wenn Griechenland nicht dem HGB
unterworfen ist, so kann niemand erzählen, daß es in Griechen-
land kein Handelsrecht geben würde, oder es auf europäischer
Ebene keine Möglichkeiten bestünde gegen diese eklatanten
Rechtsbrüche im Insolvenzrecht vorzugehen, oder hat man sich
dazu entschlossen ein Gauner gegen Gauner Spiel zu veranstal-
ten? Wenn das der Fall ist, dann ist wohl alles zu spät!!
21.08.2012, 11:31 UhrAnonymer Benutzer:Gnomon
Die Politik wird es wohl soweit nicht kommen lassen. Ich kann mir gut vorstellen, dass man das Eurokrisensüppchen bis nach der Wahl 2013 köcheln lassen wird. Aus Sicht der Union ist doch ein davor liegendes Ausscheiden Griechenlands wenig wünschenswert, offenbart es doch die Nutzlosigkeit der 2 jährigen "Rettungsstrategie" und gibt der Opposition Munition im Wahlkampf. Den Ballon kann man dann noch im winter 2013/2014 platzen lassen.
Mich würde interessieren, welche Kräfte innerhalb des IWF auf eine Griechenlandrettung drängen. Ist es die von französischen Interessen getriebene Lagarde oder sind es an der Eurokrise interessierte Amerikaner?