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Kommentare zu: Die Euro-Zone muss verkleinert werden

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17 Kommentare
  • 20.08.2012, 08:04 UhrWegweiser

    Leider muss man es immer wiederholen. Der Euro war und der Euro ist ein rein politisches Projekt, bei dem man Kollateralschäden erwartet hat und noch erwartet. Diese haben seit Beginn dieser Währungsunion in erster Linie die deutschen Bürger, also unsere Binnenwirtschaft, getragen. Die niedrigste Nettoinvestitionsquote aller entwickelten Industriestaaten, die höchsten Kapitalexporte in die südlichen Europroblemvolkswirtschaften, die höchsten realen Beschaffungskosten für die Unternehmensfinanzierung, die schwächste Realentgeltfindung, teilweise sogar Absenkung trotz erheblicher Leistungsbilanzüberschüsse. Diese dienen ausschließlich dem Erhalt der Eurozone, da die Mehrzahl der übrigen Euroländer erhebliche strukturelle Defizite ausweist.

    Die bisherigen Belastungen aus dieser Gemeinschaftwährung, fehlende Aufwertungsgewinne, ein deutscher Euro gleich einem griechischen Euro, liegen nach seriösen Berechnungen bei über 2.500 Milliarden EUR. Darin sind noch nicht die verdeckten und versteckten Risiken und Rettungsgarantien enthalten, die aus den Fonds EFSF, EFSM, ESM und der Erhöhung des IWF-Anteils entstanden sind oder noch entstehen. Die EZB-Politik richtet sich nur noch am bedinungslosen Erhalt dieser Eurowährungszone mit all ihren Mitgliedern aus. Aus deren "Hilfsmaßnahmen" erwachsen uns selbst Haftungs- und Geldwertstabilitätsrisiken von noch unbekannter Dimension. Beeinflussen können wir diese Politik kaum noch, da jedes Land ein gleichgewichtige Stimme im Entscheidungsgremium hat. Die Rücktritte von Axel Weber und von Jürgen Stark deuteten doch auf erhebliche Differenzen bezüglich der zukünftigen Ausrichtung der Geld- und Währungspolitik hin.

    Die Erwartungen, die Zielsetzungen, die Zielvorgaben und die vertraglichen Grundlagen dieser Währungsunion wurden und werden permanent umgedeutet, uminterpretiert oder neu ausgelegt. Vertrauen, Seriösität, Glaubwürdigkeit und auch Verlässlichkeit in eine Währung sind jedoch elementare, existentielle Voraussetzungen.

  • 20.08.2012, 08:21 Uhrberkmann

    Es tut immer wieder gut, abseits der Kakofonie der Euro-Rettungs-Propaganda eine vernünftige Stimme zu hören.
    Ich würde mir wünschen, dass endlich ein substanzieller Teil der deutschen Politiker auf Prof. Sinn hören würden, und dass die Wähler das auch bei den Wahlen honorieren.
    Es ist höchste Zeit, den ganzen Euro-Rettungs-Irrsinn zu beenden!

  • 20.08.2012, 09:20 UhrSille

    Natürlich können die Griechen die Schulden nicht zurückzahlen. Die können aber auch nicht auf eine schwächere Eigenwährung umschwenken. Und ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung können sie schon gar nicht riskieren.

    Niemand, der an dem Zinsfluss aus griechischen Schulden beteiligt ist, will, dass die irgendwann ihre Schulden zurückzahlen. Sinn verschweigt das. Man stelle sich mal so ein Geschäftsmodell vor: Ich verleihe Geld, das ich nicht habe, und bekomme dafür richtiges Geld in Form von Zinsen zurück. Wenn man auf so einem Business sitzt, ist einem doch egal, was aus dem Land wird. Aber aus dem Euro rauslassen kann man es nicht. Dann würden die Zinseinnahmen ja mit dem Abwerten der Währung auf ein Minimum zurückschrumpfen. Und dann wäre die ganze Arbeit umsonst gewesen, jahrelang sinnlos Geld anzubieten für den griechischen Rosinen-Kapitalismus. Mit dem Geld wurden ja keine Investitionen getätigt sondern lediglich Sozialleistungen finanziert. Hätte jedem anständigen Banker sofort aufstoßen müssen. Ist es aber nicht, weil es keine anständigen Banker gibt.

  • 20.08.2012, 09:40 UhrJoker1

    Wie lange stellt sich die Politik noch weiterhin saudumm und
    angeblich nichtswissend an ?
    Was will die Politkaste eingentlich ?
    Chaos, Krieg, Zerfall der die EU tragenden Volkswirtschaften?
    Die Kasten werden immer dreister und unverschämter.
    Wird höchste Zeit, dass richtig aufgeräumt wird.

  • 20.08.2012, 10:07 Uhrpopper

    Für einen Ökonomen, der ja gerade in Deutschland soviel zu sagen hat, ist dieser Artikel ein Armutszeugnis. Herr Sinn redet dem Stammtisch nach dem Munde und lässt jede seriöse wissenschaftliche Analyse außen vor. Handelsbilanzüberschüsse werden bei ihm nur durch eine radikale Schrumpfung möglich. Damit verkauft er einen neoliberalen Ladenhüter, der sich tagtäglich in der Eurokrise als Rohrkrepierer erweist. Macht nichts denkt Sinn, Hauptsache ich habs mal wieder gesagt. Der Trick bei den anderen mag sein, dass man Wachstumsraten prognostiziert, die dann nicht eintreffen. Aber macht Sinn etwas anderes? Er prognostiziert Überschüsse, wenn ein Dumpinglohnland das andere mit noch mehr Dumpinglöhnen übertrifft. Nur, wo bleibt der Käufer. In einer Volkswirtschaft sind die Sparer auch gleichzeitig die Käufer. Wenn die aber weniger in der Tasche haben, woher kommt dann der von Sinn prognostizierte Überschuss. Die deutschen Arbeiter kaufen den Griechen sicher nichts ab, solange sie nicht mehr Geld in ihrer Tasche haben. Im Übrigen, wenn einer billiger wird verdient er auch weniger, imnsofern ist der Trick mit dem Gesundschrumpfen genau so albern, wie die virtuellen Prognosen.

    • 20.08.2012, 10:35 Uhrholger

      "...redet dem Stammtisch nach dem Munde ..."

      ich habe mehr den eindruck das unsere stammtische mehr verstand haben als viele andere. wobei verstand da der falsche ausdruck ist, lebenserfahrrung könnte man das nennen. oder anders ausgedrück mehr ausgeben als einnehmen geht nicht gut.

  • 20.08.2012, 10:30 UhrBlickensdoerfer

    Die von der EZB als „Geldpolitik“ verstandenen Genehmigungen zum „Drucken“ von Euro-Geldmengen folgen dem Bedarf an Euro-Zahlungsmitteln. Diese Genehmigungen folgen dem Bedarf, der von einem Land der Euro-Zone gemeldet wird. Es ist also nicht der feststellbare der Euro-Zone. Und es ist auch nicht der Bedarf der „Realwirtschaft“, also der für die „Produktion“ von Gütern und Leistungen, mit deren Ergebnissen auch ein schuldenfreier Staat unterhalten werden kann. Es ist vor allem der Bedarf für die Produktion von und dem Handel mit auf Geld lautenden Papieren, der Bedarf, Schulden bezahlen (tilgen) zu können. Weil aber Tilgung dieser Schulden immer weniger oder schon längst nicht mehr aus „Überschüssen“ der „Realwirtschaft“ erfolgen (können), wächst die „Finanzwirtschaft“, wächst die Produktion von und der Handel mit auf Geld lautenden Papieren, wächst der Bedarf an Euro-Zahlungsmitteln für die Tilgung immer noch größerer Schulden.Der Euro „muss auf einen Kern funktionsfähiger Länder reduziert werden, während die anderen Staaten wieder eigene Währungen benötigen, um abwerten und wettbewerbsfähiger werden zu können“. Um diese Funktionsfähigkeit feststellen zu können, bedarf es ein verändertes Verständnis von Wirtschaft, also dass Finanzwirtschaft nicht mehr als Teil der Wirtschaft, nicht mehr als Leistung eines Landes und der Euro-Zone zu verstehen und auszuweisen ist. Dann könnte nicht nur die reale Lage festgestellt werden, sondern auch die Mittel und Bedingungen, mit denen Wettbewerbsfähigkeit erreicht werden kann. Die Bewertung und in Folge deren vielleicht auch die Abwertung einer Währung könnte daraus abgeleitet werden. Die Abwertung einer Währung wäre also dann eine daraus abgeleitete notwendige Korrektur, aber keine hinreichende Bedingung, „wettbewerbsfähiger werden zu können“.
    „Geldpolitik“ für die Euro-Zone kann also nicht als „Summe“ der jeweiligen „Geldpolitik“ für jedes Land der Euro-Zone verstanden und betrieben werden.

  • 20.08.2012, 11:57 UhrNovaris

    Herr Sinn stellt einen weiteren Lösungsvorschlag zum EURO-Problem vor, aber läßt die Faktenlage eine andere Lösung als die des vollständigen Desasters überhaupt zu ???
    Für das nicht souveräne Deuschland (Herr Schäuble in der "Welt")
    ist der EURO aufgrund politischer Vorgaben ALTERNATIVLOS (Frau Merkel). Zudem ist der Austritt eines Mitgliedes aus der EURO-Zone nicht vorgesehen. Damit müssen wir uns mit den tatsächlichen Gegebenheiten wohl abfinden und die sind :
    Nach dem Maastricht-Vertrag mit seinen Kriterien wird absehbar auch der sogenannte "Fiskalpakt" nicht eingehalten werden.
    Im übrigen sind souveräne EURO-Staaten auch nicht bereit, Haushaltsrechte (Souveränitätsrechte) an die EU abzugeben.
    Keine Regierung kann auf Dauer ihren Wählern "Sparprogramme verkaufen" wenn sie nicht Gefahr laufen will, abgewählt zu werden. Somit wird in der Zukunft wenig oder nicht gespart werden und es werden weiterhin Haushaltsdefizite finanziert werden müssen.

    Es bleibt somit nur die Schuldenunion, die wiederum überwiegend von den Finanzvehikeln EZB und dem ESM ("Banklizenz" - ESM-Vetrag Art. 32 Ziff.9!!)) finanziert wird.
    Dass der EURO auf diesem Wege "liraisiert" wird ist nur folgerichtig und wird bei dem Gerede von "Experten" über Abwertungen des EURO schon der Allgemeinheit kommuniziert.
    Fakt ist : Deutschland sitzt mit Garantien von derzeit
    ca. 1 Billion EURO unentrinnbar in der Falle und wird den Weg in die Schuldenunion bis zum bitteren Ende gehen.
    Es geht der Politik nur noch darum, die Bevölkerung von der ALTERNATIVLOSIGKEIT des Weges in die Schuldenunion zu überzeugen.

    Selbstverständlich wäre es für die Politik der beste Weg gewesen, für den Verbleib im EURO ein positives Votum von der Bevölkerung im Rahmen eines Referendums zu erhalten.
    Man könnte dann von den Fakten (und auch eigenem Versagen) mit dem Hinweis ablenken : Wir haben nur euren Willen exekutiert !!!

  • 20.08.2012, 12:25 UhrNichtDumm

    Selbst wenn Deutschland das Spiel mit der Inflation und der Währungsentwertung mitmacht, würde Deutschland trotzdem immer den Produktionsabstand zu den Südländern beibehalten, wodurch das wirtschaftliche Problem der Südländer gegenüber Deutschland auch dann erhalten bleibt. ... Also ganz egal, was wir machen oder wieviel Deutschland zahlt, wenn Deutschland sich nicht trennt von diesen Ländern, wird es immerzu so weitergehen.

  • 20.08.2012, 17:11 UhrJochenL

    Bitter, aber wahr. Ich habe lange geglaubt, eine Abwertung im Euro-Raum wäre möglich. Vielleicht nicht um 30+%, aber 5% oder 10% müssten doch möglich sein.
    Die Kultur der Krisenstaaten lässt es aber offensichtlicht nicht zu. Es führt wohl kein Weg daran vorbei, den Euro auf die soliden Staaten zu begrenzen.
    Ich würde es trotzdem nicht ein "Scheitern des Euro" nennen. Der Euro selbst ist unschuldig. Es ist ein Scheitern der Politik bestimmter Länder.

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