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kolumne Denkfabrik: Schuldenkrise schafft weltweite Kollateralschäden

Kolumne von Rolf Langhammer

Die Euro-Krise hat schwerwiegende Folgen für die globale Wirtschaft. In Schwellenländern drohen Inflationsimport und geldpolitische Fehlsteuerungen. Bricht die Euro-Zone auseinander, könnte die Integration der Weltwirtschaft gänzlich zum Stillstand kommen.

Euro Dollar Quelle: REUTERS
Bei einer längerfristigen Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar laufen viele Länder Gefahr, Inflation zu importieren Quelle: REUTERS

Die Euro-Krise hält Europa in Atem. Der Entscheidungsdruck, unter dem Regierungen und Zentralbanken stehen, lässt dabei jedoch leicht die Folgen der Krise für die internationale Rolle des Euro und das weltweite Währungssystem aus dem Blickfeld geraten. Oberflächlich betrachtet geben die Daten zur internationalen Rolle des Euro wenig Anlass zur Sorge. Bis Ende 2011 blieb seine Bedeutung als Reserve-, Anker- und Anlagewährung ebenso wie als Zahlungsmittel stabil. Da es an reputationswürdigen Alternativen zum Euro neben dem Dollar mangelt, ist das nicht weiter erstaunlich. Auch waren die Abwertungstendenzen gegenüber dem Dollar bis Ende 2011 nicht sonderlich ausgeprägt.

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Die Euro-Gruppe eilt Zypern zur Hilfe und gewährt dem Land einen 10-Milliarden-Euro-Kredit. Im Gegenzug muss Präsident Nikos Anastasiades die Körperschaftssteuer anheben und die heimischen Sparer zur Kasse bitten. Die Ratingagenturen haben schon lange den Glauben an die Kreditfähigkeit des Landes verloren. Staatsanleihen der Mittelmeerinsel werden als Ramschpapiere bewertet.

Rating (S&P/Moody's/Fitch): CCC+/ Caa3 / BB-

Bild: AP/dpa

Weit über die rezessive Ausstrahlung der Krise im Euro-Raum hinaus aber gibt es Wirkungen auf die Länder, die mit dem Euro-Raum über Handel und Kapitalverkehr verbunden sind. Am stärksten sind diese für diejenigen Staaten, die eine offizielle Wechselkursbindung zum Euro unterhalten oder wie Montenegro und Kosovo einseitig „euroisiert“ haben, also den Euro als Währung führen, ohne dass die EZB diesen Ländern gegenüber währungspolitisch verpflichtet wäre. Vom Baltikum über den Balkan bis in das frankofone West- und Zentralafrika reicht der Ländergürtel. Bei einer längerfristigen Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar laufen diese Länder Gefahr, Inflation zu importieren, zum Beispiel über die Energiepreise.

Auf der anderen Seite können Exporteure jedoch gegenüber Ländern, die kein Fixkurssystem zu einer gegenüber dem Dollar abwertenden Währung unterhalten, Preisvorteile erlangen. Darüber hinaus ist für diese Länder auch wichtig, wie sich das Zinsniveau im Euro-Raum verändert. Sinkt dieses weiter, steigen die Anreize für die Akteure in den Festkursländern, sich in Euro zu verschulden und in lokaler Währung zu investieren. Bricht das Festkurssystem auseinander, etwa weil dagegen spekuliert wird oder die Rezession aus dem Euro-Raum diese Länder erfasst, erlitten sie das gleiche Währungs-Mismatch-Schicksal wie die südostasiatischen Staaten während der Asienkrise 1997. Die Abwertung ihrer Währung verteuert den in Euro denominierten Schuldendienst. Viele Investitionsobjekte rechnen sich dann nicht mehr.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 13.08.2012, 11:52 UhrMargrit

    Der Euro war von Anfang an eine Mißgeburt. Er war die kriminellste Tat, die Deutschland und anderen Europäern nach dem 2. WK angetan wurde.
    Das aber noch viel Schlimmere jetzt ist, dass unsere Euro-Fanatiker nicht aufhören. Anstatt endlich die Reißleine zu ziehen, machsn sie munter weiter.
    Gerade die deutschzen Politiker verraten ihr eigenes Land in einer Weise, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe.
    Die Merkel mit ihrem dummen Geschwätz "Scheitert der Euro, scheitert Europa". Dei Frau aus dem Osgten tut immer so, als hätte sie Europa erfunden.
    Dann der arrogante Gröler Steinbrück, der Deutschland für ganz Europa bluten lassen will, sein eigenes Land verrät
    Man muß sich allmählich die Frage stellen, von wem diee Leute bezahlt werden, dass sie Deutschland in den Abgrund treiben
    Sie sind Hochverräter und gehören vor Gericht
    Es wid jetzt höchste Zeit, dass sich gute Fachleute (nicht selbsternannte Experten) zusammen setzen und die bestmögliche Lösung finden zur Umkehr. Und die kann nur heißen, Rückkehr zu den eigenen Währungen.
    Dadurch hat man wieder das Konstrukt der Auf- und Abwertungen
    Der Euro, allen Ländern aufgepfropft zu gleichen Bedingugen, hat die Wettbewerbsfähigkeit und Lebensgrundlage der Länder zerstört

  • 13.08.2012, 11:44 UhrMargrit

    Ihrem Beitrag kann ich nur absolut zustimmen.
    Besser kann man es nicht sagen

  • 13.08.2012, 08:34 UhrSiggi40

    Das Worst-Case-Szenario, dass die PIIG(F)S ohne eigene Währung wirtschaftlich immer weiter und tiefer ins Verderben rutschen, weil sie mit der Euroeinführung die Wettbewerbsfähigkeit verloren haben, wird hier komplett ausgeblendet. Und genau davor haben unzählige Finanzwissenschaftler vor der Euroeinführung gewarnt. Man hatte sie verhöhnt und verspottet.

    Mein Vorschlag zur Lösung der Finanzbetrugskrise, nicht nur in Europa, alle westl. Ind.staaten stehen vor dem selben Problem, wäre ein Reset im Finanzsystem und ein Trennbankensystem. Und in Europa die Rückbesinnung auf die Realwirtschaft, auf die Wiedereinführung der Landeswährungen. Nur so wird den westl. Ind.ländern ein Neuanfang ermöglicht, der auch in Zukunft mit dem demografischem Problem und den damit verbundenen Rentenzahlungen einen Wohlstand ermöglicht, der vielleicht der Hälfte des derzeitigen entspricht.
    Ohne die Rückkehr zu den Landeswährungen versinkt Europa in ein jahrzehntelanges Siechtum, mit allen Begleiterscheinungen von inneren Unruhen über Bürgerkriege. Doch dies stört die Finanzbetrugswirtschaft nicht, nur die Völker Europas!!
    Einfach mal nach „Es wird geschehen 1848“ googeln. Auch so könnte die Lösung vieler Probleme aussehen. 1789 - 1792 wurden damit die Probleme Frankreichs zur vollsten Zufriedenheit gelöst. Warum auch nicht heute?

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