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Denkfabrik: Worst-Case-Szenario ausgeblendet

Denkfabrik: Schuldenkrise schafft weltweite Kollateralschäden

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Deutsche Bank

Das nach der Bilanzsumme größte europäische Institut gilt trotz aller gegenteiligen Aussagen des Topmanagements als kapitalschwach. Die Abhängigkeit vom Investmentbanking ist zudem nach wie vor groß. Allerdings war die Bank  bisher ausreichend profitabel, die offensichtlichen Risiken in ihrer Bilanz sind zudem begrenzt. Zudem kann sie sich günstiger als die meisten Konkurrenten finanzieren.

Bilanzsumme: 2103 Milliarden Euro

Kernkapitalquote: 10 Prozent

Kosten für Ausfallschutz (CDS Aufschläge 5-jähriger Forderungen): 176

Engagement in Krisenländern (2011): 7,3 Milliarden Euro

Langfristiges Moodys-Rating: A2

Quellen: Unternehmensangaben, Eba

Bild: dpa

Worst-Case-Szenario ausgeblendet

Spürbare Auswirkungen hat die Euro-Krise auch auf die Länder, die den Wechselkurs ihrer Währung an einen Korb gebunden haben, in dem der Euro enthalten ist. Die Anteile der einzelnen Währungen im Korb sind zumeist Geheimsache, können aber anhand von Näherungswerten wie dem Anteil der Korbländer am Handel mit dem entsprechenden Land geschätzt werden. China ist ein solches Land, nachdem es die einseitige Bindung an den Dollar aufgegeben hat und seinen Wechselkurs flexibler gegenüber mehreren Währungen in Richtung kontrollierter Aufwertung bestimmt.

Solange Chinas Wirtschaft zu überhitzen drohte und die Gefahr importierter Inflation bei einseitiger Dollar-Bindung das wichtigste Problem Chinas war, bot sich ein höheres Gewicht des Euro im Währungskorb an, weil vom Euro erwartet wurde, dass er im Trend gegenüber dem Dollar eher auf- als abwerten würde. Im Zuge der schwächeren Konjunktur haben sich die Prioritäten Chinas jedoch verschoben. Statt die Inflation zu bekämpfen, konzentrieren sich Regierung und Zentralbank darauf, die Konjunktur anzukurbeln und die Exportmärkte zu sichern. Daher könnte es für China sinnvoll sein, dem nun schwächelnden Euro ein größeres Gewicht im Währungskorb zu geben. Um zu verhindern, dass der Renminbi gegenüber dem Euro aufwertet und die chinesischen Exporte verteuert, müsste China verstärkt Euro kaufen und halten. Chinas Führung weiß, dass dies wohldosiert geschehen muss, damit die Finanzmärkte dadurch das Vertrauen in den Dollar nicht verlieren.

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Inflationsziel in Gefahr

Eine dritte Gruppe von Ländern hat sich von jeder offiziellen Wechselkursbindung gelöst und verfolgt stattdessen ein Inflationsziel. Je enger ein Land aus dieser Gruppe wirtschaftlich mit dem Euro-Raum verflochten ist (Beispiel: Tschechien und Türkei), desto wahrscheinlicher ist es, dass die Euro-Krise die Zinspolitik des Landes beeinflusst. Aus Angst, die Rezession im Euro-Raum könnte auf die eigene Wirtschaft überspringen und die Finanzierungsbedingungen verschlechtern, könnten die Zentralbanken ihre Geldpolitik lockern – auch, wenn der schwache Euro ihre Währung mit nach unten zieht und so das Inflationsziel in Gefahr gerät.

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Diese Szenarien blenden den Worst Case, den Zerfall der Euro-Zone, aus. Käme es dazu, hätte dies dramatische Folgen und stellte viele Länder vor die Alternative, sich bei der Fortsetzung von expliziten oder impliziten Wechselkursbindungen entweder einer im Trend aufwertenden „Nord-Zone“ oder einer im Trend abwertenden „Süd-Zone“ anzuschließen. Einiges spricht dafür, dass nach den Erfahrungen im Euro-Raum die Anbindung an den Süden als einfacherer Weg gesehen würde. In jedem Falle wäre der Riss, den der Zerfall verursachen würde, nicht auf den Euro-Raum beschränkt, sondern würde sich in Drittländern fortsetzen. Das Thema „weitere Integration der Weltwirtschaft“ hätte sich vorerst erledigt.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 13.08.2012, 11:52 UhrMargrit

    Der Euro war von Anfang an eine Mißgeburt. Er war die kriminellste Tat, die Deutschland und anderen Europäern nach dem 2. WK angetan wurde.
    Das aber noch viel Schlimmere jetzt ist, dass unsere Euro-Fanatiker nicht aufhören. Anstatt endlich die Reißleine zu ziehen, machsn sie munter weiter.
    Gerade die deutschzen Politiker verraten ihr eigenes Land in einer Weise, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe.
    Die Merkel mit ihrem dummen Geschwätz "Scheitert der Euro, scheitert Europa". Dei Frau aus dem Osgten tut immer so, als hätte sie Europa erfunden.
    Dann der arrogante Gröler Steinbrück, der Deutschland für ganz Europa bluten lassen will, sein eigenes Land verrät
    Man muß sich allmählich die Frage stellen, von wem diee Leute bezahlt werden, dass sie Deutschland in den Abgrund treiben
    Sie sind Hochverräter und gehören vor Gericht
    Es wid jetzt höchste Zeit, dass sich gute Fachleute (nicht selbsternannte Experten) zusammen setzen und die bestmögliche Lösung finden zur Umkehr. Und die kann nur heißen, Rückkehr zu den eigenen Währungen.
    Dadurch hat man wieder das Konstrukt der Auf- und Abwertungen
    Der Euro, allen Ländern aufgepfropft zu gleichen Bedingugen, hat die Wettbewerbsfähigkeit und Lebensgrundlage der Länder zerstört

  • 13.08.2012, 11:44 UhrMargrit

    Ihrem Beitrag kann ich nur absolut zustimmen.
    Besser kann man es nicht sagen

  • 13.08.2012, 08:34 UhrSiggi40

    Das Worst-Case-Szenario, dass die PIIG(F)S ohne eigene Währung wirtschaftlich immer weiter und tiefer ins Verderben rutschen, weil sie mit der Euroeinführung die Wettbewerbsfähigkeit verloren haben, wird hier komplett ausgeblendet. Und genau davor haben unzählige Finanzwissenschaftler vor der Euroeinführung gewarnt. Man hatte sie verhöhnt und verspottet.

    Mein Vorschlag zur Lösung der Finanzbetrugskrise, nicht nur in Europa, alle westl. Ind.staaten stehen vor dem selben Problem, wäre ein Reset im Finanzsystem und ein Trennbankensystem. Und in Europa die Rückbesinnung auf die Realwirtschaft, auf die Wiedereinführung der Landeswährungen. Nur so wird den westl. Ind.ländern ein Neuanfang ermöglicht, der auch in Zukunft mit dem demografischem Problem und den damit verbundenen Rentenzahlungen einen Wohlstand ermöglicht, der vielleicht der Hälfte des derzeitigen entspricht.
    Ohne die Rückkehr zu den Landeswährungen versinkt Europa in ein jahrzehntelanges Siechtum, mit allen Begleiterscheinungen von inneren Unruhen über Bürgerkriege. Doch dies stört die Finanzbetrugswirtschaft nicht, nur die Völker Europas!!
    Einfach mal nach „Es wird geschehen 1848“ googeln. Auch so könnte die Lösung vieler Probleme aussehen. 1789 - 1792 wurden damit die Probleme Frankreichs zur vollsten Zufriedenheit gelöst. Warum auch nicht heute?

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