Bild: dpaDeutsche Bank
Das nach der Bilanzsumme größte europäische Institut gilt trotz aller gegenteiligen Aussagen des Topmanagements als kapitalschwach. Die Abhängigkeit vom Investmentbanking ist zudem nach wie vor groß. Allerdings war die Bank bisher ausreichend profitabel, die offensichtlichen Risiken in ihrer Bilanz sind zudem begrenzt. Zudem kann sie sich günstiger als die meisten Konkurrenten finanzieren.
Bilanzsumme: 2103 Milliarden Euro
Kernkapitalquote: 10 Prozent
Kosten für Ausfallschutz (CDS Aufschläge 5-jähriger Forderungen): 176
Engagement in Krisenländern (2011): 7,3 Milliarden Euro
Langfristiges Moodys-Rating: A2
Quellen: Unternehmensangaben, Eba
Bild: dpaCommerzbank
Die Tochter Eurohypo soll abgewickelt werden, aber bis es soweit ist, belastet sie die Commerzbank mit Staatsanleihen aus Krisenländern und Krediten für Gewerbeimmobilien. Das Geschäft mit Schiffsfinanzierungen wird nun ebenfalls eingestellt. Das teilverstaatlichte Institut profitiert vor allem von der (noch) boomenden deutschen Konjunktur.
Bilanzsumme: 691 Milliarden Euro
Kernkapitalquote: 11,3 Prozent
Kosten für Ausfallschutz (CDS Aufschläge 5-jähriger Forderungen): 270
Engagement in Krisenländern (2011): 16,3 Milliarden Euro
Langfristiges Moodys-Rating: A3
Quellen: Unternehmensangaben, Eba
Bild: dpaSparkassen
Der sichere Hort schlechthin? In der Krise sind den Sparkassen reichlich Einlagen zugeflossen. Sie stehen solidarisch füreinander ein und werben damit, dass noch nie einer ihrer Kunden Geld verloren hat. Riskant ist vor allem die Beziehung zu den Landesbanken. Ein begrenztes Risiko wären zudem Zinserhöhungen der EZB.
Bilanzsumme: 1100 Milliarden Euro
Kernkapitalquote: 11,2 Prozent
Kosten für Ausfallschutz (CDS Aufschläge 5-jähriger Forderungen): k.A.
Engagement in Krisenländern (2011): k.A.
Langfristiges Moodys-Rating: Aa2
Quellen: Unternehmensangaben, Eba
Bild: dapdLandesbank Baden-Württemberg
Die größte deutsche Landesbank ist signifikant in Krisenländern engagiert, das Portfolio ist aber nicht so groß, dass es die Stabilität gefährden würde. Auch die anderen Landesbanken sind von der Staatsschuldenkrise nur maßvoll betroffen. Riskant sind aber die Überreste des „Kreditersatzgeschäfts“, das viele Institute 2008 zu Empfängern von Staatshilfen machte.
Bilanzsumme: 358 Milliarden Euro
Kernkapitalquote: 13,9 Prozent
Kosten für Ausfallschutz (CDS Aufschläge 5-jähriger Forderungen): 154
Engagement in Krisenländern (2011): 6,5 Milliarden Euro
Langfristiges Moodys-Rating: A3
Quellen: Unternehmensangaben, Eba
Bild: dpaVolksbanken Raiffeisenbanken
Ähnlich wie die Sparkassen stehen die Genossenschaftsbanken, die als einzige der drei Säulen des deutschen Bankwesens keine Staatshilfe brauchten, füreinander ein. Und ähnlich wie diese ist die Gruppe relativ intransparent. Sie haben zudem kein Landesbank-Problem, sodass sie bis auf weiteres eine solide Adresse sind.
Bilanzsumme: 730 Milliarden Euro
Kernkapitalquote: k.A.
Kosten für Ausfallschutz (CDS Aufschläge 5-jähriger Forderungen): k.A.
Engagement in Krisenländern (2011): k.A.
Langfristiges Moodys-Rating: -
Quellen: Unternehmensangaben, Eba
Bild: REUTERSDZ-Bank
Das (im Vergleich zur WGZ-Bank) größere Zentralinstitut der Genossenschaftsbanken musste ähnlich wie Deutsche und Commerzbank beim Stresstest der EBA im vergangenen Herbst eine Kapitallücke schließen – was ohne größere Mühe gelang.
Bilanzsumme: 406 Milliarden Euro
Kernkapitalquote: 11,7 Prozent
Kosten für Ausfallschutz (CDS Aufschläge 5-jähriger Forderungen): 126
Engagement in Krisenländern (2011): 7,7 Milliarden Euro
Langfristiges Moodys-Rating: A1
Quellen: Unternehmensangaben, Eba
Bild: REUTERSING
Zur Überraschung vieler deutscher Kunden der als Vorzeigebank auftretenden Direkttochter ING-Diba brauchte die Bank in der Krise 2008 zehn Milliarden Euro Staatshilfe. Seitdem hat sich das Geschäft stabilisiert, der niederländische Finanzkonzern profitiert ähnlich wie deurtsche Banken von seinem soliden Mutterland.
Bilanzsumme: 1242 Milliarden Euro
Kernkapitalquote: 10,9 Prozent
Kosten für Ausfallschutz (CDS Aufschläge 5-jähriger Forderungen): 211
Engagement in Krisenländern (2011): 6,1 Milliarden Euro
Langfristiges Moodys-Rating: A3
Quellen: Unternehmensangaben, Eba
Bild: REUTERSErste Bank
Österreich gilt als solides Land, mit ihrem Kreditengagement in den wirtschaftlich sehr unterschiedlich dastehenden Ländern Osteuropa haben die Banken der Alpenrepublik jedoch ein Sonderrisiko. Zudem haben sie viele Kredite in Fremdwährungen, etwa Schweizer Franken, vergeben, was bei Kursschwankungen zu erhöhten Ausfällen führt.
Bilanzsumme: 217 Milliarden Euro
Kernkapitalquote: 10,8 Prozent
Kosten für Ausfallschutz (CDS Aufschläge 5-jähriger Forderungen): 248
Engagement in Krisenländern (2011): 0,6 Milliarden Euro
Langfristiges Moodys-Rating: A3
Quellen: Unternehmensangaben, Eba
Bild: dpaBNP Paribas
Die französische Großbank ist vor allem stark in Italien engagiert – deutlich mehr als Konkurrenten wie Société Générale und Credit Agricole, die allerdings auch noch erhebliche Außenstände in Krisenländern und teilweise auch Töchter in Griechenland haben.
Bilanzsumme: 1965 Milliarden Euro
Kernkapitalquote: 10,4 Prozent
Kosten für Ausfallschutz (CDS Aufschläge 5-jähriger Forderungen): 238
Engagement in Krisenländern (2011): 33,9 Milliarden Euro
Langfristiges Moodys-Rating: Aa3
Quellen: Unternehmensangaben, Eba
Bild: dapdUniCredit
Mehr als 40 Milliarden Euro italiensicher Staatsanleihen, dazu wacklige Kredite in Italien – die italienische Großbank ist eines der großen europäischen Sorgenkinder. Das legen zumindest die Kosten für eine Absicherung von Forderungen nahe, die für die Bank mit am höchsten sind. Allerdings hat UniCredit anders als andere italienische Banken wie Intesa und Monte dei Paschi den Vorteil, dass sich die Bank über ihre deutsche Tochter HVB günstig finanzieren kann und zudem durch ihre europaweiten Aktivitäten unabhängig von einem Markt ist.
Bilanzsumme: 933 Milliarden Euro
Kernkapitalquote: 10,3 Prozent
Kosten für Ausfallschutz (CDS Aufschläge 5-jähriger Forderungen): 502
Engagement in Krisenländern (2011): 52,6 Milliarden Euro
Langfristiges Moodys-Rating: Baa2
Quellen: Unternehmensangaben, Eba
Deutsche Bank
Das nach der Bilanzsumme größte europäische Institut gilt trotz aller gegenteiligen Aussagen des Topmanagements als kapitalschwach. Die Abhängigkeit vom Investmentbanking ist zudem nach wie vor groß. Allerdings war die Bank bisher ausreichend profitabel, die offensichtlichen Risiken in ihrer Bilanz sind zudem begrenzt. Zudem kann sie sich günstiger als die meisten Konkurrenten finanzieren.
Bilanzsumme: 2103 Milliarden Euro
Kernkapitalquote: 10 Prozent
Kosten für Ausfallschutz (CDS Aufschläge 5-jähriger Forderungen): 176
Engagement in Krisenländern (2011): 7,3 Milliarden Euro
Langfristiges Moodys-Rating: A2
Quellen: Unternehmensangaben, Eba
Worst-Case-Szenario ausgeblendet
Spürbare Auswirkungen hat die Euro-Krise auch auf die Länder, die den Wechselkurs ihrer Währung an einen Korb gebunden haben, in dem der Euro enthalten ist. Die Anteile der einzelnen Währungen im Korb sind zumeist Geheimsache, können aber anhand von Näherungswerten wie dem Anteil der Korbländer am Handel mit dem entsprechenden Land geschätzt werden. China ist ein solches Land, nachdem es die einseitige Bindung an den Dollar aufgegeben hat und seinen Wechselkurs flexibler gegenüber mehreren Währungen in Richtung kontrollierter Aufwertung bestimmt.
Solange Chinas Wirtschaft zu überhitzen drohte und die Gefahr importierter Inflation bei einseitiger Dollar-Bindung das wichtigste Problem Chinas war, bot sich ein höheres Gewicht des Euro im Währungskorb an, weil vom Euro erwartet wurde, dass er im Trend gegenüber dem Dollar eher auf- als abwerten würde. Im Zuge der schwächeren Konjunktur haben sich die Prioritäten Chinas jedoch verschoben. Statt die Inflation zu bekämpfen, konzentrieren sich Regierung und Zentralbank darauf, die Konjunktur anzukurbeln und die Exportmärkte zu sichern. Daher könnte es für China sinnvoll sein, dem nun schwächelnden Euro ein größeres Gewicht im Währungskorb zu geben. Um zu verhindern, dass der Renminbi gegenüber dem Euro aufwertet und die chinesischen Exporte verteuert, müsste China verstärkt Euro kaufen und halten. Chinas Führung weiß, dass dies wohldosiert geschehen muss, damit die Finanzmärkte dadurch das Vertrauen in den Dollar nicht verlieren.
Inflationsziel in Gefahr
Eine dritte Gruppe von Ländern hat sich von jeder offiziellen Wechselkursbindung gelöst und verfolgt stattdessen ein Inflationsziel. Je enger ein Land aus dieser Gruppe wirtschaftlich mit dem Euro-Raum verflochten ist (Beispiel: Tschechien und Türkei), desto wahrscheinlicher ist es, dass die Euro-Krise die Zinspolitik des Landes beeinflusst. Aus Angst, die Rezession im Euro-Raum könnte auf die eigene Wirtschaft überspringen und die Finanzierungsbedingungen verschlechtern, könnten die Zentralbanken ihre Geldpolitik lockern – auch, wenn der schwache Euro ihre Währung mit nach unten zieht und so das Inflationsziel in Gefahr gerät.
Diese Szenarien blenden den Worst Case, den Zerfall der Euro-Zone, aus. Käme es dazu, hätte dies dramatische Folgen und stellte viele Länder vor die Alternative, sich bei der Fortsetzung von expliziten oder impliziten Wechselkursbindungen entweder einer im Trend aufwertenden „Nord-Zone“ oder einer im Trend abwertenden „Süd-Zone“ anzuschließen. Einiges spricht dafür, dass nach den Erfahrungen im Euro-Raum die Anbindung an den Süden als einfacherer Weg gesehen würde. In jedem Falle wäre der Riss, den der Zerfall verursachen würde, nicht auf den Euro-Raum beschränkt, sondern würde sich in Drittländern fortsetzen. Das Thema „weitere Integration der Weltwirtschaft“ hätte sich vorerst erledigt.
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Alle Kommentare lesen13.08.2012, 11:52 UhrRegistrierter Benutzer:Margrit
Der Euro war von Anfang an eine Mißgeburt. Er war die kriminellste Tat, die Deutschland und anderen Europäern nach dem 2. WK angetan wurde.
Das aber noch viel Schlimmere jetzt ist, dass unsere Euro-Fanatiker nicht aufhören. Anstatt endlich die Reißleine zu ziehen, machsn sie munter weiter.
Gerade die deutschzen Politiker verraten ihr eigenes Land in einer Weise, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe.
Die Merkel mit ihrem dummen Geschwätz "Scheitert der Euro, scheitert Europa". Dei Frau aus dem Osgten tut immer so, als hätte sie Europa erfunden.
Dann der arrogante Gröler Steinbrück, der Deutschland für ganz Europa bluten lassen will, sein eigenes Land verrät
Man muß sich allmählich die Frage stellen, von wem diee Leute bezahlt werden, dass sie Deutschland in den Abgrund treiben
Sie sind Hochverräter und gehören vor Gericht
Es wid jetzt höchste Zeit, dass sich gute Fachleute (nicht selbsternannte Experten) zusammen setzen und die bestmögliche Lösung finden zur Umkehr. Und die kann nur heißen, Rückkehr zu den eigenen Währungen.
Dadurch hat man wieder das Konstrukt der Auf- und Abwertungen
Der Euro, allen Ländern aufgepfropft zu gleichen Bedingugen, hat die Wettbewerbsfähigkeit und Lebensgrundlage der Länder zerstört
13.08.2012, 11:44 UhrRegistrierter Benutzer:Margrit
Ihrem Beitrag kann ich nur absolut zustimmen.
Besser kann man es nicht sagen
13.08.2012, 08:34 UhrRegistrierter Benutzer:Siggi40
Das Worst-Case-Szenario, dass die PIIG(F)S ohne eigene Währung wirtschaftlich immer weiter und tiefer ins Verderben rutschen, weil sie mit der Euroeinführung die Wettbewerbsfähigkeit verloren haben, wird hier komplett ausgeblendet. Und genau davor haben unzählige Finanzwissenschaftler vor der Euroeinführung gewarnt. Man hatte sie verhöhnt und verspottet.
Mein Vorschlag zur Lösung der Finanzbetrugskrise, nicht nur in Europa, alle westl. Ind.staaten stehen vor dem selben Problem, wäre ein Reset im Finanzsystem und ein Trennbankensystem. Und in Europa die Rückbesinnung auf die Realwirtschaft, auf die Wiedereinführung der Landeswährungen. Nur so wird den westl. Ind.ländern ein Neuanfang ermöglicht, der auch in Zukunft mit dem demografischem Problem und den damit verbundenen Rentenzahlungen einen Wohlstand ermöglicht, der vielleicht der Hälfte des derzeitigen entspricht.
Ohne die Rückkehr zu den Landeswährungen versinkt Europa in ein jahrzehntelanges Siechtum, mit allen Begleiterscheinungen von inneren Unruhen über Bürgerkriege. Doch dies stört die Finanzbetrugswirtschaft nicht, nur die Völker Europas!!
Einfach mal nach „Es wird geschehen 1848“ googeln. Auch so könnte die Lösung vieler Probleme aussehen. 1789 - 1792 wurden damit die Probleme Frankreichs zur vollsten Zufriedenheit gelöst. Warum auch nicht heute?