Deutschlands Krankenhäuser: Zu viel, zu schlecht, zu teuer

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Deutschlands Krankenhäuser: Zu viel, zu schlecht, zu teuer

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Ein Schild zu einer Notaufnahme in einem Düsseldorfer Krankenhaus

von Cordula Tutt

Bund und Länder wollen die Bezahlung von Kliniken künftig von ihrer Leistung abhängig machen. So soll Verschwendung in Deutschlands rund 2000 Krankenhäusern vermieden werden.

Wer in Berlin einen Herzinfarkt bekommt, hat Glück, wenn es noch Tag ist. Denn wer nachts mit Infarkt in einer Notaufnahme landet, hat ein um 60 Prozent höheres Risiko zu sterben als tagsüber, so der Gesundheitsökonom Reinhard Busse von der TU Berlin. Patienten geraten nachts oft an Assistenzärzte, die seit dem Morgen arbeiten. Besser als in Berlin haben es Patienten in Österreichs Hauptstadt Wien.

Busse macht die Politik verantwortlich: „Dabei sind unsere Kardiologen nicht dümmer.“ In Berlin gibt es nach Busses Untersuchung 20 Kliniken mit Herzkatheterlaboren. In Wien bei halber Einwohnerzahl nur sechs. Aber: „Die haben einen Schichtdienst mit Ärzten“, sagt Busse. „Da operiert nicht nur der Bereitschaftsdienst.“ Notretter führen in Wien nachts je nach Wochentag eine Klinik an, die vorbereitet sei.

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Tausende Menschen sterben unnötigerweise

„In Deutschland haben wir mehrere Tausend Tote im Jahr mehr als sein müssten“, sagt Busse. „Es ist auch Steuerverschwendung, wenn die staatliche Krankenhausplanung nicht entscheidet, wer welche Leistung bieten soll.“ Von 100 Infarktpatienten stürben bei uns neun, in Österreich nicht einmal acht, in Tschechien knapp sieben.

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Zu teuer, zu viel und nicht immer gut – darauf reagieren Bund und Länder mit ihrer Arbeitsgruppe, die sich auf neue Regeln für die knapp 2000 Krankenhäuser geeinigt hat. Die auf Länderseite federführende Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) sagt, die Bezahlung solle sich künftig an Ergebnissen orientieren. „Wir wollen Zu- und Abschläge nach Qualität entrichten.“

Wer besser ist, kriegt mehr Geld, wer schlechter abschneidet, könnte mit geringer Bezahlung womöglich zum Aufgeben gebracht werden. „Wir wollen planbare Leistungen in den Häusern mit den besten Ergebnissen und der geeignetsten Struktur konzentrieren“, erklärt Prüfer Storcks. „Es sollen nicht alle von allem ein bisschen machen.“

Das heißt, dass orthopädische Operationen oder Krebsbehandlungen in darauf spezialisierten Zentren angeboten würden, die einheitliche Anforderungen erfüllen müssten. Über Zuschläge gestützt werden müssten Kliniken auf dem Land – auch kleine. „Ihre Höhe wird vor Ort zwischen Krankenhaus und Krankenkasse verhandelt“, so die Senatorin.

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