Die Freytags-Frage: Drohen der Euro-Zone japanische Verhältnisse?

kolumneDie Freytags-Frage: Drohen der Euro-Zone japanische Verhältnisse?

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Wie geht es weiter? Neben dem baldigen Entkommen aus der Krise, was von allen gewünscht wird, sind zwei weitere alternativen Szenarien denkbar.

Kolumne von Andreas Freytag

Die Schuldenkrise ist noch längst nicht vorbei. Die Euro-Zone wird weder glimpflich davonkommen, noch muss sie Hyperinflation fürchten. Wahrscheinlicher ist es, dass Europa eine Krise wie Japan durchlebt.

Die gegenwärtigen Nachrichten von der Rettungsfront in der Eurozone könnten unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite werden Portugal und Irland Fortschritte konzediert, die Banken in der Eurozone leihen sich offenbar wieder mehr Geld und zahlen die Kredite an die EZB zurück. Der griechische Notenbankpräsident beruhigt die Kreditgeber. Das hört sich doch gut an. Der EZB-Notenbankpräsident Draghi sieht sogar für das zweite Halbjahr eine flächendeckende Erholung voraus.

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Allerdings gibt es auch beunruhigende Nachrichten. In Italien und Spanien drohen Korruptionsskandale, in beiden Ländern scheinen die Reformen nur sehr langsam voranzugehen. Der Wahlkampf in Italien scheint zu lähmen. Kollegen von  Präsident Draghi, namentlich Herr Asmussen und das ehemalige Mitglied des Direktoriums der EZB, Lorenzo Bini Smaghi, sind deshalb auch weniger optimistisch. Hinzu kommt, dass die Euro-Eliten um jeden Preis die Regierung in Zypern retten wollen. Der finanzielle Aspekt dieser Aktion ist sicherlich vernachlässigbar. Verheerend dürfte das Signal sein, dass die Steuerzahler jetzt zur Rettung von Geldwäschern herangezogen werden und dass eine Regierung sich alles erlauben darf. Wir stehen dennoch für sie ein.

Wie geht es weiter? Es hat sich eine Art multiples Gleichgewicht eingestellt, in der drei Szenarien die Erwartungen und die Diskussion (zumindest implizit) bestimmen: Zunächst steht das baldige Entkommen aus der Krise, was von allen gewünscht wird, von den politisch Verantwortlichen mehr oder weniger herbeigeredet, von der Fachwelt allerdings für eher unwahrscheinlich gehalten wird. Die alternativen Szenarien sind, dass es erstens in Kürze eine Hyperinflation mit massiver Vermögensvernichtung breiter Bevölkerungsschichten in ganz Europa gibt, oder zweitens eine langanhaltende Strukturkrise mit niedrigen Zinsen und moderater Inflation bei langsam ansteigender Arbeitslosigkeit zu erwarten ist. Auf diese konzentriert sich die Kolumne.

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