Dieselskandal: EU-Quote für Elektroautos?

Dieselskandal: Eine EU-Quote für Elektroautos?

, aktualisiert 07. August 2017, 13:28 Uhr
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Die EU erwägt eine Quote für Elektroautos

Einem Medienbericht zufolge prüft die EU-Kommission eine verbindliche Quote für Elektroautos. Eine Sprecherin der Brüsseler Behörde dementiert jedoch: Für Elektroautos seien derzeit keine Quoten geplant.

Die EU-Kommission prüft einem Medienbericht zufolge eine verbindliche Quote für Elektroautos. Die Brüsseler Behörde erwäge, den Autoherstellern ab 2025 den Anteil emissionsarmer Fahrzeuge wie Elektroautos vorzuschreiben, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Angaben aus EU-Kreisen. Eine konkrete Mindestabsatzquote könnte neben schärferen Grenzwerten für den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) Teil eines Maßnahmenpakets zur klimaschonenden Mobilität werden, das die Kommission bis zum Jahresende vorlegen will, hieß es. Die Höhe der E-Quote sei noch offen. In China soll eine solche Quote bald eingeführt werden.

Die deutschen Autokonzerne sehen solche Pläne mit Sorge: „Wir halten derartige Verkaufsquoten grundsätzlich für den falschen Weg“, wurde der deutsche Branchenverband VDA zitiert. Der Absatz von Elektroautos hänge von Faktoren ab, die die Konzerne nicht allein beeinflussen könnten.

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Nachdem die Meldung am Montagvormittag kursierte, kommentierte eine Sprecherin der EU-Kommission am Mittag, dass keine Quotenvorgaben für Elektroautos geplant seien. Generell sollten schadstoffarme Wagen gefördert werden, Quoten seien in diesem Zusammenhang aber nicht vorgesehen, so die Sprecherin der Brüsseler Behörde. Es solle keine Technologie "diskriminiert" werden. In der Bundesregierung gibt es unterschiedliche Ansätze zu dem Thema.

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Mythos Elektroauto. Quelle: Presse

Das Bundeswirtschaftsministerium zeigte sich wie zuvor schon das Umweltministerium offen für verbindliche Ziele für Elektro-Autos. "Wir wollen, dass Deutschland auch in Zukunft das Automobilland Nummer 1 ist", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig als Reaktion auf den "Handelsblatt"-Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Themen wie Digitalisierung und neue Technologien bei Antrieben entschieden darüber, wer künftig an der Spitze stehen werde. "Deshalb sollten wir auch über ein verbindliches Ziel für den Hochlauf der Elektromobilität in Europa und damit auch in Deutschland sprechen", sagte er. "Mobilität wird künftig neu gedacht, die ganze Autobranche steht daher vor einem großen Umbruch, den sie mit Innovationen meistern wird", ergänzte er.

Das Bundesverkehrsministerium will hingegen derzeit nichts von der mittelfristigen Einführung einer Quote für Elektro- oder andere schadstoffarme Autos wissen. "Ich kenne keinen Vorschlag zu einer Quote", sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums am Montag. Das Ministerium wollte sich nicht festlegen, welche Antriebsart die Zukunft prägen könnte. "Deshalb plädieren wir an dieser Stelle für Technologieoffenheit", unterstrich der Sprecher. "Wir wollen, dass Deutschland ein Automobilland bleibt", ergänzte er.

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In dem für die deutschen Autohersteller wichtigen Markt China steht die baldige Einführung einer E-Auto-Quote schon in wenigen Jahren an. Bei den deutschen Autobauern lösten diese Pläne massive Sorgen aus. Inzwischen ist davon die Rede, dass die Quote 2019 gelten soll und damit ein Jahr später als zunächst geplant.

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