DIW-Investitionsagenda: Privatwirtschaft soll Europa retten

DIW-Investitionsagenda: Privatwirtschaft soll Europa retten

Bild vergrößern

Investitionen bitter benötigt: Europa kommt nur durch Wachstum aus der Krise, sagt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung.

Viele düstere Prognosen, aber auch eine Lösungsstrategie: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung benennt in einer Studie die Schwächen Europas - und liefert gleichzeitig einen Lösungsansatz.

Europa wird gebeutelt von einer ganzen Schar von Krisen, die sich gegenseitig aufblähen und effektive Reformprogramme lähmen. Schuldenkrise, Bankenkrise, Wirtschaftskrise. Dazu ein Vertrauensverlust in die Wirtschaftspolitik der europäischen Staaten. Das Bild, dass Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) von der europäischen Wirtschaft malen, ist traurig. Aber nicht ausweglos: Das DIW setzt (fast) alle Hoffnungen in die Privatwirtschaft - die aber einen Anstoß braucht.

Eine Analyse der DIW-Wirtschaftswissenschaftler über die Investitionsentwicklungen in der EU hat ergeben, dass Strukturreformen allein nicht zu ausreichen, die anhaltende wirtschaftliche Krisensituation zu bewältigen. Sie fordern: Anstatt die öffentlichen Ausgaben zu erhöhen, sollte der Schwerpunkt der europäischen Wirtschaftspolitik auf der Stärkung von privaten Investitionen und der Schaffung von funktionierenden Märkten liegen. „Europa braucht deutlich mehr Wachstum, um aus der Krise zu kommen. Europa benötigt dafür nicht mehr Staat und Staatsausgaben, sondern mehr Markt, Wettbewerb und vor allem private Investitionen.“, fasst DIW-Präsident Marcel Fratzscher die Studie zusammen. Auch ein Investitionsfond, speziell für kleinere und mittlere Unternehmen, ist Teil der DIW-Investitionsstrategie.

Anzeige
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW): „Die Gefahr, dass Europa für viele Jahre in eine wirtschaftliche Stagnation mit hoher Arbeitslosigkeit gerät, ist mehr als real." Quelle: dpa

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW): „Die Gefahr, dass Europa für viele Jahre in eine wirtschaftliche Stagnation mit hoher Arbeitslosigkeit gerät, ist mehr als real."

Bild: dpa

Denn während die staatlichen Verschuldungen seit dem Ausbruch der Krise 2008/2009 noch weiter zunahmen, konnten die privaten europäischen Haushalte erstaunliche Vermögen anhäufen. Laut dem Forscherteam verfügt der kollektive Euroraum mittlerweile über eine Nettoersparnis, die Summe aller Leistungsbilanzsalden, von mehr als 250 Milliarden Euro – pro Jahr. Die privaten Nettoersparnisse sollen aber noch um einiges höher sein, so die Wissenschaftler. Geld für Investitionen ist also da, vor allem im privaten Sektor, es muss allerdings auch genutzt werden.

Bisher bleibt es aber viel häufiger in den Schatullen der privaten Haushalte oder in den Kassen kleiner und mittlerer Unternehmen. Den Grund dafür sieht das DIW-Team unter anderem in einem gravierenden Mangel an Vertrauen in die Stabilität der bereits erfolgten staatlichen und europäischen Reformen. Um das restliche Vertrauen in die europäische Wirtschaftspolitik nicht vollends zu zerstören, warnen die Wissenschaftler davor, die gegenwärtigen Stabilitätskriterien aufzuweichen – so wie es aktuell beispielsweise die Euro-Mitgliedsländer Frankreich und Italien fordern.

Wirtschaft wächst zaghaft DIW plädiert für Investitionsfonds in Europa

Die Euro-Staaten lassen das tiefe Tal der Krise hinter sich. Doch bergauf geht es ganz langsam. Deshalb plädiert das DIW für ein Investitionsfonds. In Deutschland wuchs die Wirtschaft zu Jahresbeginn hingegen kräftig.

Während Deutschlands Wirtschaft kräftig wächst, kommt Wirtschaft in den 18 Ländern mit der Euro-Währung nur langsam voran. Quelle: dpa

Noch wichtiger als die konsequente Konsolidierung der europäischen Haushalte schätzt das Forschungsteam aber Impulse und staatliche Anreize für die Privatwirtschaft ein. Dazu haben die DIW-Wissenschaftler konkrete Schritte erarbeitet, die die private Investitionsbereitschaft beflügeln sollen (lesen Sie weiter auf Seite 2).

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%