Draghi sieht keine Deflation: Inflationsrate im Euro-Raum bleibt niedrig

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Draghi sieht keine Deflation: Inflationsrate im Euro-Raum bleibt niedrig

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Das Euro-Symbol vor dem Gebäude der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt.

Die Teuerungsrate in der Euro-Zone verharrt wie im Vormonat bei 0,8 Prozent und liegt damit weiter deutlich unter dem von der EZB angestrebten Niveau. Eine Deflation sieht EZB-Chef Mario Draghi dennoch nicht.

Die Inflationsrate im Euro-Raum hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Wie das Europäische Statistikamt am Freitag mitteilte, verharrte die Inflationsrate im Währungsgebiet auch im Februar bei 0,8 Prozent, da hatte sie im Januar bereits gelegen. Damit liegt die Teuerung weiterhin deutlich unter dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebten Ziel von knapp zwei Prozent. Allerdings hatten Experten ein weiteres Absinken der Inflationsrate auf 0,7 Prozent vorhergesagt.

Die EZB entscheidet am nächsten Donnerstag erneut über ihren Leitzins. Ein sofortiges Eingreifen der Frankfurter Währungshüter scheint angesichts der Stabilisierung nicht nötig zu sein. "Die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB nächste Woche aktiv wird, ist kleiner geworden", sagte Lothar Hessler, Analyst bei HSBC Trinkaus. Dennoch bleibt die niedrige Inflation für die Notenbanker ein heikler Punkt.

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Beobachter rätseln, ob die EZB den Leitzins von derzeit 0,25 Prozent noch mal absenkt, möglicherweise auf 0,1 Prozent. EZB-Chef Mario Draghi hat wiederholt deutlich gemacht, dass die Zentralbank bereit ist zu handeln, sollte sich beispielsweise der negative Preisdruck deutlich verschärfen. Gleichzeitig betonte der Italiener, dass die EZB keine Gefahr für eine Deflation, also sinkende Preise sehe. Ökonomen warnen vor einer Deflation, weil sie oft mit sinkenden Investitionen und einer rückläufigen privaten Nachfrage einhergeht, der Konsum wird in die Zukunft verschoben.

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Auf einem Symposium der Bundesbank in Frankfurt am Donnerstagabend warnte auch Draghi erneut vor dauerhaft niedrigen Inflationsraten. „Wenn die Inflation für eine längere Zeit niedrig bleibt, ist das natürlich ein Risiko an sich“, sagte Draghi. So mache es eine höhere Inflation Staaten grundsätzlich leichter, ihre Schuldenberge abzubauen. Deflationsängste wies der Italiener allerdings ab. „Wir befinden uns definitiv nicht in einer Deflation.“ Voraussetzung dafür wären fallende Preise auf breiter Front - dies gilt volkswirtschaftlich als große Gefahr. Bislang gibt es laut dem Notenbank-Chef aber keine Anzeichen dafür, dass Konsumenten ihre Ausgaben aufschieben und so die Wirtschaft abwürgen.

Neben einer Zinssenkung diskutieren die Ratsmitglieder der EZB weitere unkonventionelle Maßnahmen, um vor allem die Kreditvergabe in den Krisenländern der Euro-Zone wieder anzukurbeln. Bisher konnten die 24 Ratsmitglieder allerdings für keine davon eine Mehrheit finden. Draghi selber deutete nach dem letzten Zinsentscheid Anfang Februar an, er könne sich eine Wiederbelebung des Markts für Kreditverbriefungen vorstellen.




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