Dschungel von Calais: Erste Flüchtlinge aus Lager weggebracht

Dschungel von Calais: Erste Flüchtlinge aus Lager weggebracht

, aktualisiert 24. Oktober 2016, 15:20 Uhr

Die französischen Behörden haben am Montag mit der Räumung des illegalen Flüchtlingslagers bei Calais begonnen. Schon am ersten Tag sollen 2500 Menschen umgesiedelt werden.

Die ersten Migranten wurden aus dem als "Dschungel" bekanntgewordenen Zeltlager in rund 450 Aufnahmezentren im ganzen Land gebracht. Die Verlegung begann friedlich, nachdem es in der Nacht zu Gewaltakten gekommen war. Kleine Gruppen von Migranten hatten Feuer gelegt und Steine auf die Sicherheitskräfte geworfen. Das nahe der französischen Hafenstadt am Ärmelkanal gelegene Lager soll bis zum Wochenende evakuiert und dann abgerissen werden. In dem Camp aus Zelten und einfach gezimmerten Hütten leben rund 6500 Menschen, deren Ziel eigentlich Großbritannien ist. Die meisten kommen aus Syrien, Afghanistan und Eritrea.

Am Morgen versammelten sich Hunderte Migranten mit Rucksäcken und Koffern, um in die Auffangzentren gebracht zu werden. Die ersten Busse fuhren schon eine Stunde nach Beginn der Aktion ab. Die Behörden hoffen, am Montag schon 2500 Menschen in andere Unterkünfte zu bringen.

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Großbritannien verweigert die Aufnahme der Migranten und Flüchtlinge mit Verweis auf das EU-Asylrecht. Danach muss ein Antrag in dem Land gestellt werden, wo die Flüchtlinge erstmals den Boden der Europäischen Union (EU) betreten. Seit Monaten versuchen die Bewohner des "Dschungels" daher, illegal auf Lastwagen oder Züge zu gelangen, die über Calais auf die britische Insel fahren.

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Einsatzkräfte und Flüchtlinge liefern sich Schlacht im Dschungel von Calais

Am Morgen verteilten sich Polizisten im ganzen Lager. Am Sonntag hatten Helfer bereits Koffer und Rucksäcke verteilt, damit die Flüchtlinge ihre Habseligkeiten einpacken können.

Vor der Abreise werden die Migranten in verschiedene Gruppen aufgeteilt: Familien, unbegleitete Kinder, und besonders schutzbedürftige Personen wie ältere Menschen und einzelne Frauen. In den Aufnahmezentren werden sie medizinisch betreut und können einen Asylantrag stellen.

Hilfsorganisationen befürchten aber, dass sich viele der Campbewohner einfach in der Umgebung verstecken und sich nach der Evakuierungsaktion wieder in der Nähe niederlassen. Außerdem schließen die Helfer nicht aus, dass es zu neuen Gewaltausbrüchen kommen kann, wenn die Bulldozer damit beginnen, die Hütten und Zelte abzureißen.

Vertreter des rechtsextremen Front National erklärten, mit der Verlegung würden die Probleme nicht gelöst. Vielmehr würden lediglich 450 Mini-Calais-Lager geschaffen

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