Economic Summit: Europa geht den japanischen Weg

Economic Summit: Europa geht den japanischen Weg

von Konrad Handschuch

Beim Münchner Economic Summit werden zahlreiche Alternativen für Europas Zukunft vorgestellt. Nach dem Motto: "Hurra! Lösungen für die Euro-Krise gibt es." Nur funktionieren tun sie alle nicht.

Wer will sich denn daran noch erinnern? Es war einmal im Jahr 2000, da beschlossen im schönen portugiesischen Sonnenschein die europäischen Staats- und Regierungschefs, binnen zehn Jahren Europa zur dynamischsten und wachstumsstärksten Region der Welt zu machen. Und was kam? Zehn Jahre nach dem Start der Lissabon-Agenda waren die Griechen pleite und Europa fand sich inmitten einer Krise wieder, die exakt zu dieser Zeit begann.

"Relaunching Europe" ist nun das Thema des 12. Economic Summit der CESifo Group in München und im Jahr Drei der Euro-Krise gibt es erstaunlich genug auch auf dieser hochkarätig besetzten Expertentagung noch immer keinen Konsens über die tieferen Ursache der Dauermisere - geschweige denn eine Idee, wie diese zu meistern sein könnte.

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Der Euro war der Ursprung der Krise

Da gibt es die von Amts wegen zu Optimismus verpflichteten Schönredner. Joaquín Almunia, Vizepräsident und Wettbewerbskommissar der Europäischen Kommission muss so einer sein. Für ihn geht es um die Rezession in Europa, da schlagen sich die Balten ganz gut, dann gäbe es doch Erfolge in den Handelsbilanzen der Krisenländer, aber halt auch immer noch das Problem, dass einige Länder zu hohe Überschüsse haben, bei denen die anderen nicht mithalten können. Klar, Konsolidierung sei nötig, aber man müsse eben auch etwas für die interne Nachfrage tun. Und überhaupt: Viel habe man schon getan, immerhin, noch nicht genug.

Wann die Krise begann, davon wenigstens hatte der frühere Bundesbank-Präsident Axel Weber eine Ahnung. Von 1995 bis zum Start der Währungsunion 1999 bewegten sich die europäischen Volkswirtschaften aufeinander zu. "Kaum waren sie drin, war Schluss mit der Konvergenz." Während die relativen Preise im Süden in die Höhe schnellten, bewegten sie sich in Deutschland wegen der damaligen Flaute nach unten. Und auch das lag an der Konstruktion des Euro: Massive Verlagerungen von Kapital in die Peripherie, konstatierte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn, haben zu den gigantischen realwirtschaftlichen Verwerfungen geführt. Dass diese nun nach Deutschland zurückkehren und nun die Spaltung Europas zusätzlich verschärfen, ist die andere Seite der gleichen Medaille.

"Es gibt keinen schmerzfreien Weg"

Was also ist zu tun? Helfen die alten Rezepte - schlanker, fitter, stärker? Wohl kaum, denn das hört sich einerseits doch zu sehr nach Lissabon an und andererseits findet sich kaum noch irgendwo ein Politiker, der ernsthaft den Arbeitslosen in Griechenland, Italien oder Spanien klarmachen will, die Lösung seines Problems bestünde darin, den Gürtel eben noch enger zu schnallen. Was also sagt Professor Sinn? "Es gibt keinen schmerzfreien Weg", dann zählt er die Alternativen auf.

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