EFSF: Katerstimmung nach Spanien-Rettung

EFSF: Katerstimmung nach Spanien-Rettung

Die Rettungsmilliarden für Spaniens marode Banken überzeugen die Anleger nicht. Die Renditen auf spanische Staatsanleihen steigen, Fitch stufte zwei Banken ab. Ist der Rettungsversuch schon verpufft?

Mit einem Kursfeuerwerk starteten Europas  Börsen am Montagmorgen in den Tag. Der Hilferuf Spaniens für seine maroden Banken ließ die Anleger von Frankfurt bis Madrid jubeln. Doch die Erleichterung am Anleihemarkt etwa, der als Krisenindikator gilt, währte nur kurz.

Die Zinsen, die Madrid Investoren für frisches Geld bieten muss, stiegen am Montag nach anfänglicher Erholung wieder deutlich an und lagen am Ende über 6,5 Prozent – und damit über dem Schlusskurs von Freitag. Händler führten die Unsicherheit auf viele offene Fragen in Spanien zurück, aber auch auf die am kommenden Sonntag anstehende Neuwahl in Griechenland. Die Folgen eines möglichen Austritts Athens aus der Eurozone gelten als unabsehbar.

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Ernüchterung an den Börsen

Der deutsche Leitindex Dax legte zum Start in die neue Handelswoche zwischenzeitlich bis zu zweieinhalb Prozent zu, gab bis zum Abend allerdings die Gewinne fast vollständig wieder ab und schloss mit einem Plus von 0,17 Prozent bei 6141,05 Punkten. Auch der Eurokurs konnte nur vorübergehend profitieren. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Abend mit 1,2498 US-Dollar gehandelt. Im frühen asiatischen Handel war der Eurokurs noch bis auf 1,2667 Dollar gestiegen. Auch an den europäischen Börsen ging es zunächst nach oben, wie der Dax gaben aber auch die europäischen Indizes bis zum Abend wieder nach.

Um Spaniens Bankenkrise in den Griff zu bekommen und die Märkte zu beruhigen, hatten die Finanzminister des Währungsraums am Wochenende bis zu 100 Milliarden Euro für die kriselnden Institute zugesichert. Die EU-Kommission erwartet den offiziellen Antrag Spaniens „in Kürze“, wie der Sprecher von EU-Währungskommissar Rehn in Brüssel sagte, ohne ein konkretes Datum zu nennen. Zuvor hatte das Land internationale Hilfe aus Angst vor einem Spardiktat wochenlang abgelehnt.

Weitere Probleme in der Euro-Zone: Der Verbleib Griechenlands im gemeinsamen Währungsraum ist ungewiss, und die drastischen Sparprogramme in Euro-Schuldenstaaten schlagen immer stärker auf die Konjunktur durch. Dem Euro-Raum droht in diesem Jahr eine Rezession, die italienische Wirtschaft schrumpft bereits das dritte Quartal in Folge. Im ersten Vierteljahr 2012 verringerte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,8 Prozent zum Vorquartal, wie die italienische Statistikbehörde Istat eine erste Schätzung bestätigte. Bankenvolkswirte zeigten sich daher besorgt über die Lage in Italien. „Es ist durchaus möglich, dass auch Italien die Staatengemeinschaft am Ende um Hilfe bittet“, sagte der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, am Montag „Handelsblatt Online“.

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