Emissionshandel: EU reformiert den CO2-Handel

Emissionshandel: EU reformiert den CO2-Handel

Die EU reformiert ihren Handel mit industriellen Rechten zum Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2). Das Europaparlament stimmte dem Schritt am Mittwoch in Straßburg zu.

Das EU-Parlament hat im Kampf gegen die Erderwärmung die Verschärfung seines wichtigsten Klimaschutz-Instruments beschlossen. Die Abgeordneten billigten am Mittwoch in Straßburg einen mit EU-Kommission und Mitgliedsstaaten ausgehandelten Kompromiss zur Reform des Handels mit Kohlendioxid(CO2)-Verschmutzungsrechten. So sollen der Preis für das Recht zum Ausstoß von CO2 für Kraftwerksbetreiber und Industrie steigen und mehr Anreize zum Klimaschutz entstehen.

Diese Reform soll nun ab 2019 greifen, Deutschland und einige andere Staaten hatten auf 2017 gedrungen, konnten sich damit aber nicht durchsetzen. Während die Branche der energieintensiven Industrien eine falsche Weichenstellung ausmachte, sprachen die Grünen von einer guten Nachricht, wenn die Reform auch erst spät einsetze.

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Internationale Energieagentur So kann die globale Energiewende gelingen

Die Internationale Energieagentur ruft das Ende des Kohle-Zeitalters aus. Das Pariser Institut macht auch Vorschläge zum Umbau der Energiewirtschaft. Danach soll der Energiesektor schon ab 2020 immer sauberer werden.

Im internationalen Vergleich gibt es kaum ein zweites Land, das sich derart ambitionierte Ziele zur Umstellung seines Energiesystems gesteckt hat wie Deutschland. Daher existiert auch kein Gesamtkonzept, das als Blaupause für die deutsche Energiewende dienen könnte. Dennoch kann Deutschland von anderen Ländern lernen. Eine Studie von McKinsey im Auftrag von Siemens stellt Beispiele aus verschiedenen Ländern vor und zeigt, was davon in welchem Umfang auch in Deutschland erfolgreich umgesetzt werden könnte. Die Fallbeispiele beziehen sich auf die wesentlichen Elemente der deutschen Energiewende entlang der Energiewertschöpfungskette: Stromerzeugung, Verteilung oder Balancierung von Angebot und Nachfrage sowie Steigerung der Energieeffizienz. Quelle: dpa

Im sogenannten Emissionshandel erhalten Kraftwerke und Industrie eine bestimmte Menge an CO2-Rechten, die jährlich gesenkt wird. Wer mehr braucht, muss diese am Markt zukaufen. Überschüssige Rechte können etwa bei umweltfreundlicher Produktion verkauft werden. Zuletzt waren die CO2-Preise wegen eines Überangebots an Rechten ausgelöst durch die jahrelange Wirtschaftsflaute gefallen, und es bestand kaum Anreiz, für Investitionen in den Klimaschutz.

Ab 2019 sollen 200 Millionen Zertifikate an den Markt gehen

Jetzt sollen bereits zeitweise aus dem Markt genommene Rechte für 900 Millionen Tonnen CO2 in eine Reserve fließen und nicht wie ursprünglich geplant wieder in den Markt zurückgegeben werden. Zudem sollen weitere Rechte ab 2019 in dieser Reserve geparkt werden, solange es großen Überschuss gibt. Die Bundesregierung rechnet damit, dass so jährlich zunächst etwa 200 Millionen Tonnen aus dem Markt gehen. Erst wenn eine größere Knappheit an Zertifikaten entsteht, können Teile der Reserve wieder auf den Markt kommen.

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Die Branche der großen Stromverbraucher sprach von einer künstlichen Verteuerung der Energie, die nichts für den Klimaschutz bringe, da die Einsparziele von CO2 ohnehin festgelegt seien. Es gelte offenbar das Prinzip "Nur ein teurer Klimaschutz ist gut", sagte Branchensprecher Utz Tillmann.

Die Grünen-Europa-Abgeordnete Rebecca Harms sprach von einem ersten Schritt zur Reform des Emissionshandels. Nun müssten Vorschläge für die Zeit nach 2020 kommen, um weitere Zertifikate aus dem Markt zu nehmen und den Klimaschutz voranzubringen.

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