Engelmanns Eigenhandel: Die letzte Finanzspritze?

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Im Bankengeschäft hat sich einiges verändert: Geld ist digital.

Kolumne von Oliver Engelmann

Diese Woche wird die Europäische Zentralbank nahezu eine Billion Euro in den Geldkreislauf pumpen. Mario Draghi sollte sich aber nicht vorschnell darauf festlegen, dass es letzte Mal gewesen ist. Die Gefahr, dass in den Mittelmeerstaaten noch einiges anbrennt, ist dafür zu real.

Etwas skeptisch war er schon, der Blick des älteren Herrn. Die Kundenberaterin seiner Bank hatte ihm gerade erklärt, dass seine Kontoauszüge zukünftig nicht mehr an ihrem Tresen zur persönlichen Abholung bereit liegen würden. Auszüge gäbe es nur noch am Kontoauszugsdrucker. Das wäre auch viel praktischer, schließlich könnte man seine Auszüge so Tag und Nacht bekommen. Der ältere Herr versprach, darüber nachdenken zu wollen. "Nachdenken? Worüber?", hatte sich die Bankangestellte noch gefragt, doch dann musste sie schon den nächsten Kunden vom Segen der Technik überzeugen und die Bemerkung des älteren Herrn geriet in Vergessenheit. Eine Woche später kehrte der Mann zurück. In der ihm eigenen höflichen Art erklärte er, mit seiner Frau über die Angelegenheit gesprochen zu haben, man könnte das großzügige Angebot der Bank leider nicht annehmen. Tagelang hätten die beiden hin und her überlegt, aber beim besten Willen keinen Platz in ihrer Wohnung gefunden, an dem sie den Kontoauszugsdrucker der Bank würden aufstellen können.

Die Kurse bleiben ungewiss, trotz Internet

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Über zwanzig Jahre sind mittlerweile vergangen, seit jene heitere Episode, die sich tatsächlich in einer Filiale meines damaligen Arbeitgebers zugetragen hat, den Einzug moderner Technik ins Bankgeschäft begleitete. Inzwischen muss man die monströsen Kontoauszugsdrucker fast schon als Relikte aus der Vergangenheit betrachten. Denn Kunde wie Bank sind heutzutage online: Kontostände und -bewegungen können per App abgerufen werden, Überweisungen werden im Internet getätigt und auch Aufträge für Börsengeschäfte werden zumeist elektronisch abgewickelt.

Brachte früher noch der Postbote die Ausführungsbestätigungen, so wabern heute Bits und Bytes in Sekundenschnelle durch die elektronischen Kanäle des World Wide Web - der Privatkunde wird in Echtzeit über seine Geschäfte informiert. Doch so sehr die Digitalisierung des Bankgeschäftes unser aller Leben bereichert und erleichtert hat, ein Gerät, das einem die Zukunft vorhersagt, konnten Software Ingenieure und IT-Nerds bis heute nicht entwickeln. So wissen wir zwar binnen Sekunden, wie die Kurse an der Börse im Moment stehen, wo sie aber in einem Monat, einem Jahr oder gar in einem Jahrzehnt stehen werden, bleibt wie eh und je ungewiss. Und auch die Antworten auf andere, die Zukunft betreffende Fragen bleiben mit Ungewissheit behaftet.

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