
Die Euro-Länder haben nach monatelanger Hängepartie eine Reihe von wichtigen Personalentscheidungen gefällt. Der Luxemburger Ministerpräsident Jean-Claude Juncker soll Chef der Euro-Finanzminister bleiben. Darauf hätten sich die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone am Rande des EU-Gipfels in Brüssel verständigt, sagten mehrere mit den Beratungen Vertraute. Zugleich werde Junckers Landsmann, der luxemburgische Notenbankpräsident Yves Mersch, den in diesem Monat freigewordenen Posten im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) übernehmen. Der bisherige Chef des Euro-Rettungsfonds EFSF, der Deutsche Klaus Regling, übernimmt demnach auch die Leitung des dauerhaften Rettungsmechanismus' ESM.
Juncker hat den Schlüsselposten der finanzpolitischen Koordination in der Euro-Zone inne, seit dieser 2005 geschaffen wurde. Der Kettenraucher hatte vor einigen Monaten seinen angekündigten Rückzug mit Gesundheitsproblemen und der enormen Arbeitsbelastung in der Euro-Schuldenkrise begründet. Zuletzt gab er sich aber wieder tatkräftig. Im Gespräch ist EU-Diplomaten zufolge aber nun, dass Juncker sich informell bereit erklären könnte, nicht die volle Amtszeit von zweieinhalb Jahren zu bleiben. Damit würde das Argument entkräftet, mit Mersch und Juncker könnten keine zwei Luxemburger wichtige Ämter bekleiden.















