
Die Ratingagenturen Moody's und Fitch halten noch an ihren Top-Bewertungen für Frankreich fest, S & P kassierte im Januar das erste von drei "A". Zuvor hatte Egan Jones Paris heruntergestuft. Jetzt senkte die kleine US-Agentur, die wegen ihrer Unabhängigkeit bei Großinvestoren einen guten Ruf genießt, erneut den Daumen und stufte Frankreich weiter ab, von A- auf BBB+.
Begründet wurde dies mit Risiken, die sich durch Pläne des sozialistischen Staatspräsidenten François Hollande für die Finanzkraft des Landes ergeben könnten. Zudem müssten französische Banken möglicherweise gestützt werden. Sollten die großen Agenturen nachziehen, geriete in Frankreich das gesamte Zinsgefüge in Bewegung. Steigende Hypothekenzinsen etwa stürzten den aufgepumpten Immobilienmarkt in die Krise.
Frankreich geht baden
Wenn der Pool im Garten von der Mittelschicht eines Landes zum Lebensziel erhoben wird, ist man dort offenbar der Wohlstandsillusion verfallen. Vielen Franzosen reichte das eigene Haus zuletzt nicht mehr zum Glücklichsein, es musste unbedingt noch ein eigener Pool sein - aber keiner zum Aufblasen. Aufgepumpt wurde auch in Frankreich nach der Einführung des Euro eine Immobilienblase. Dafür gesorgt haben die tiefen Zinsen, die mit dem Euro ins Land kamen. Zwischen 1999 und 2008 kletterten die Hauspreise in Frankreich, fast wie jene in Spanien, um 150 Prozent.
Doch anders als in Spanien ist die Blase in Frankreich noch prall gefüllt. Während die Preise in Spanien seit 2008 um etwa 30 Prozent gesunken sind und jetzt in den freien Fall übergehen, zogen die Preise in Frankreich nach einem kurzen Absacker wieder an und erreichten 2011 gar neue Rekordhöhen.
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