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Kommentar ESM: Pariser Traumtänzer möchte die Banklizenz

von Frank Doll

Noch ist in Frankreich die Immobilienblase nicht geplatzt. Sollte das passieren, dann geht es mit der Bonität des wichtigsten deutschen EU-Partners den Bach runter. Die Finanzierung des Europäischen Rettungsmechanismus ESM wäre in Gefahr. Frankreich wird daher alle Register ziehen, um dem ESM eine Banklizenz zu verschaffen.

Frankreichs Präsident Hollande Quelle: REUTERS
Frankreichs Präsident Hollande will umbedingt den ESM. Quelle: REUTERS

Die Ratingagenturen Moody's und Fitch halten noch an ihren Top-Bewertungen für Frankreich fest, S & P kassierte im Januar das erste von drei "A". Zuvor hatte Egan Jones Paris heruntergestuft. Jetzt senkte die kleine US-Agentur, die wegen ihrer Unabhängigkeit bei Großinvestoren einen guten Ruf genießt, erneut den Daumen und stufte Frankreich weiter ab, von A- auf BBB+.

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Begründet wurde dies mit Risiken, die sich durch Pläne des sozialistischen Staatspräsidenten François Hollande für die Finanzkraft des Landes ergeben könnten. Zudem müssten französische Banken möglicherweise gestützt werden. Sollten die großen Agenturen nachziehen, geriete in Frankreich das gesamte Zinsgefüge in Bewegung. Steigende Hypothekenzinsen etwa stürzten den aufgepumpten Immobilienmarkt in die Krise.

Frankreich geht baden

Wenn der Pool im Garten von der Mittelschicht eines Landes zum Lebensziel erhoben wird, ist man dort offenbar der Wohlstandsillusion verfallen. Vielen Franzosen reichte das eigene Haus zuletzt nicht mehr zum Glücklichsein, es musste unbedingt noch ein eigener Pool sein - aber keiner zum Aufblasen. Aufgepumpt wurde auch in Frankreich nach der Einführung des Euro eine Immobilienblase. Dafür gesorgt haben die tiefen Zinsen, die mit dem Euro ins Land kamen. Zwischen 1999 und 2008 kletterten die Hauspreise in Frankreich, fast wie jene in Spanien, um 150 Prozent.

Doch anders als in Spanien ist die Blase in Frankreich noch prall gefüllt. Während die Preise in Spanien seit 2008 um etwa 30 Prozent gesunken sind und jetzt in den freien Fall übergehen, zogen die Preise in Frankreich nach einem kurzen Absacker wieder an und erreichten 2011 gar neue Rekordhöhen.

10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 28.06.2012, 02:28 UhrRealo

    Da kann man ja nur hoffen, dass unsere Mitbürger bei der nächsten Wahl nicht denselben Fehler machen die nächsten SPD-Traumtänzer wählen, sonst können wir ein Ballett aufmachen. Übrigens, wann wird bei uns endlich der Mindestlohn auf 9.40 EUR gehoben, die Altersgrenze auf 60 herab gesetzt? Ich hoffe es bleibt mir erspart, die französische Staatsbürgerschaft wählen zu müssen, damit ich an mein Gespartes komme!

  • 27.06.2012, 19:46 UhrWahrheit29

    Die SPD Spitzen sind gnadenlos überfordert mit der Situation im Euroraum und werden wie die französischen Sozialisten den Karren komplett an die Wand fahren.

  • 27.06.2012, 19:03 UhrNichtDumm

    Unsere Nachbarn streben die gleiche Situation an, wie nach dem 1.Weltkrieg. Deutschland würden unerfüllbare Zahlungsverpflichtungen auferlegt werden, die es nicht erfüllen kann. Was dann kam, weiß auch die SPD. Den Grünen würde man es wohl erst einmal erklären müssen.

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