EU-Aufsichtsbehörde: Bankenaufsicht entscheidender Schritt auf dem Weg zur Bankenunion

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EU-Aufsichtsbehörde: Bankenaufsicht entscheidender Schritt auf dem Weg zur Bankenunion

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Das EU-Parlament hat grünes Licht gegeben für eine Europäische Bankenaufsicht unter dem Dach der EZB.

Der Zeitplan für die Bankenaufsicht ist wegen der langen und harten Verhandlungen ins Rutschen gekommen, doch jetzt können der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi und seine Mitarbeiter alles in die Wege leiten, um die Euro-Zone zu sichern.

Einer starken Bankenaufsicht der Eurozone ab Herbst 2014 steht nichts mehr im Wege. Das EU-Parlament hat nach zähen Verhandlungen am Donnerstag in Straßburg mit deutlicher Mehrheit (556 Ja-Stimmen bei 54 Gegenstimmen und 28 Enthaltungen) grünes Licht für die Bankenaufsicht durch die Europäische Zentralbank (EZB) gegeben. Die monatelang blockierte Abstimmung wurde nach dem Zugeständnis der EZB möglich, dem EU-Parlament Einblick in seine Entscheidungsprozesse zu garantieren.

Die EZB soll ab September kommenden Jahres die rund 130 wichtigsten Banken der Eurozone beaufsichtigen, davon etwa 25 in Deutschland. Voraussichtlich gehören die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Postbank dazu. Die Bankenaufsicht ist zentrales Element der Bankenunion der 17 Euroländer, um gegen Finanzkrisen gewappnet zu sein. Mit der Aufsicht soll das gemeinsame Währungsgebiet krisensicherer gemacht werden.

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Erste Aufgabe der Notenbanker wird es sein, die Banken gründlich zu durchleuchten, in etwa wie bei den „Stresstests“, um eventuelle Schieflagen auszumachen. So will man abschätzen, welche Banken einer direkten Aufsicht unterstellt werden müssen. Der Bundesverband deutscher Banken und die EZB begrüßten das Votum des Parlaments.

Transparenz vs. Diskretion EU-Parlament und EZB streiten sich über Einblick bei Bankenaufsicht

Zwischen dem EU-Parlament und der Europäischen Zentralbank wird heftig gestritten: Wer kontrolliert die Kontrolleure der Banken im Euroraum? Die Volksvertreter verlangen Transparenz, die EZB möchte Diskretion wahren.

huGO-BildID: 32805710 ARCHIV - Ein Fernglas ist am 05.09.2011 in Frankfurt am Main (Hessen) auf die Bankentürme der Stadt gerichtet. Das EU-Parlament stimmt am 10.09.2013 über die Europäische Bankenaufsicht ab. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa (zu dpa-Meldung vom 10.09.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

EZB-Präsident Mario Draghi nannte das Ergebnis der Abstimmung „einen echten Fortschritt für die Errichtung einer Bankenunion, die ein Kernelement einer echten Wirtschafts- und Währungsunion ist“.

Der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken und Co-Vorsitzende des Vorstands der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, sagte, „eine einheitliche Aufsicht für alle Marktteilnehmer macht das europäische Finanzsystem stabiler und krisenfester. Die Bankenaufsicht wird nationalen Interessen entzogen und die EZB kann gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer sichern“.

Der Präsident des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB), Gunter Dunkel, kritisierte, dass die Trennung zwischen der Arbeit der EZB als Aufsichtsbehörde und ihren geldpolitischen Aufgaben „nicht überzeugend“ sei. Dies befand Dunkel als „Schwäche der EZB-Aufsicht“.

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Mit dem abschließenden Votum des EU-Parlaments steht die erste und wichtigste Säule der Bankenunion. Die Bankenaufsicht ist auch Voraussetzung dafür, dass angeschlagene Banken direkt Finanzspritzen aus dem Euro-Rettungsfonds ESM bekommen können. Zur vollständigen Bankenunion gehört noch die Abwicklung oder Schließung maroder Banken und die umstrittene Frage einer einheitlichen Einlagensicherung in Europa, also wie die Bankguthaben von Kunden in Zukunft geschützt werden.

Für EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier ist diese und sind die noch anstehenden Abstimmungen über die weiteren Säulen „die wichtigste Angelegenheit seit Einführung des Euro“. Die Arbeit sei noch nicht beendet“, sagte Barnier nach der Abstimmung. „Wir müssen die Lehre ziehen aus der Finanzkrise, die noch nicht vorbei ist“. Die Steuerzahler müssten verschont werden, und die Euroländer müssten Schritt für Schritt das Vertrauen der Finanzmärkte wiedergewinnen.

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